Nummer 107
Wiens##### anrs##
Saffitäg, F. Ma 7017
Das allslawlsche Bankeit und
Italien.
Ko penhagen, 6. Mai. Das allfslawische
Vontenl in Petersburg, bei welchem die bekanntesten
allflawistischen Agitatoren zu Worte
kamen, hat zum Schluß folgende Resolution
angenommen: Die Auwesenden erllären, daß
der siegreiche Uebergang der Russen über die
Karpathen (222) die bevorstehende Zerschmetterung
Oesterreich-Ungarns genügend gewährleiste,
daher muß ein ilalienisches Vorgehen
gegen diese Macht vom Standpunkte eines
Nutzens für Rußland und fürs Slawentum
jetzt als verspätet bezeichnet und im Hinblick
auf spätere Friedensverhandlungen als erschwerender
und daher unerwünschter Fastor lezeichnet
werden. Ebenso wäre im Hinblick einer
Festigung der natürlichen ilalienisch-rusfischen
Freundschaft ein Hervortreten des italienischen
Königreiches auf den slawischen nördlichen und
östlichen Ufern der Adria gar nicht erwünscht.
Dieses. Hervortreten Italiens wäre auch für
einen dauernden Frieden gefährlich, denn die
Serben, Kroaten und Slowenen mürden sich
in den Verluft der ihnen biflorisch zukommenden
User nicht Dineinfinden können und nach
Erstarkung ihrer Kräfte versuchen, mit Waffengewalt
das Erbe ihrer Bäter wieder zu gewinnen.
Die Anwesenden sind fest davon überzeugt,
daß der Aufruf des Generalissimus im
Namen Rußtlands, welcher die Befreiung aller
Slawen verbieß, für den südlichen Zweig des
Slawentums keinen Uebergang aus einem Joch
in ein neues Joch bedeutel. C.)
2
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Die Balkanskaalen.
Bulgarien und Griechenland.
Mailand, 6. Mai. Einer Bukarester Meldung
zufolge ersuchte der bulgarische Ministerpräsident
Radoflawow den griechischen Ministerpräsidenten
Gunaris um Zurückziehung der
griechischen Truppen, die an der bulgarischen
Grenze angesammelt worden seien. (Z.)
—89/• Trriel u welkrieg
Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 6. Mai. Das
An den Dardanellen
WXTBR.
Hauptquartier teilt mit:
wurde gestern infolge unseres Angrifjes gegen
den linken Flügel des Feindes, der sich bei
Ari Burnu befindet, ein Bataillon des Feindes
pernichtet und ein Teil seiner sekr starl ausgebauten
Verschanzungen genommen. Mehr als
100 Gewehre und 1 Maschinengewehr wurden
vnon uns erbeutet. Ebenso kostete gestern Abend
unsere Operation gegen Seddil Bahr den Engländern
sehr schwere Verluste. Wir nabmen
kes Seer Chcsegenheei— 3 weitere Maschinoige
wehre und zahlreiche Munition. Vis jetzt haben
wir im ganen 1. Maschinengewehre er
beutet. Auf den übrigen Kriegeschauplägen
nichts von Bedeutung.
Die Verluße vor den Dardaneilen.
Mailand. 5. Maitrofsene
Dan#ser- „ Shrache“ brachie zahlreiche
Passagiere aus Alerandrien, die berichten, daß
40 Transportschifte und vier Hospitalschifse mit
Verwundeten im Hasen von Alerandrien liegen.
2000 verwunden Autralier und Nanadier seien
Lereits in lletandrien untergebrakht. Ein
Trane ortich isi mit einigen hunderi verwundeien
Franzosen sei lurz vor der Abreise im Hafen
eingelaufen. Für eine neue Attion gegen die
Dardanellen werdern 50/1,00 Mann bereit gehalten.
(J.)
Die mrusel wonksonen Ueberläufer.
. Mai. Die „Agence
Der in Neapel einge
Konstan: inopel,
Milli“ schreibt: Die frr###ten diplomati.
schen Vertreter bei den neutrafen Mächten legen
einen fieberhaften Eiser an den Tag, um die
Tatsache zu dementieren, dah unter den bei Kum
Kaleh gelandeten französischen Trupnen, die wir
zurüdgeschlagen haben, sich muselmanische Soldaten
besunden haben, die zu uns übergegangen
sind. Wir nehmen ihnen diesen Uebereifer nicht
übel, berufen uns aber auf den Generalstah
des Generals O'Amade, der die genaue Zall
der muselmanischen Soldaten kennt, die sich un.
ter den gelandeten Abteilungen besonders im
60. Kolonial-Regiment und zwar im 3. Bataillon
dieseo Regiments befanden, sowie auf
die Zahl der in dem Verzeichnisse deo Generalstabes
als verloren eingetragenen muselmanischen
Holdaten. (3.)
„
China und Jopan.
Das japanische Ultimatum.
Tokio, 6. Mai. (Reutermeldung.) Wie gemeldet
wird, ist das japanische Ulltimatum an
China den Mächten gleichzeitig mit einer Rechtfertigung
des Vorgehens Japans mitgeteilt
worden. In gut unterrichteten Kreisen verlautet,
daß die Regierung mit der Absendung
Zu den Kämpfen an der Beskidenfront.
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des Ultimatums an China warten will, bis
weitere diplomatische Schritte ergebnislos verlaufen
sind. Die ganze Angelegenheit wird
heute in einer Konserenz dem Kaiser vorgelegt.
Japanischer Belagerungszustand
über Kwankung.
WTB. Tolio, 6. Mai. Das Amtsblatt
veröffentlicht einen laiserlichen Befehl, wodurch
auf der Halbinsel Kwantung südlich der mandsd
urischen Bahn der Belagerungezustand und
das Gesetz der militärischen Requisitionen in
Kraft gesetzt wird.
Russische Schandkalen.
IB. Berlin, 5. Mai. Eine Sonderbeilage
der „Nordd. Allg. Z1J.“ enthält, wie
schon berichie:, die Denkschrift über die Behandlung
der deutschen Konsuln in NRußland
und die Zerstörung der deulschen Botschaft in
Petersburg. Es heißt in der Denlschrift u. a.:
Es galt bisher als selbstverständlich, daß die
Vertreter eines feindlichen Landes mit der ihnen
zulommenden Rüdsicht behandelt und ihnen
freie Ausreise gewährt wurde. Es war der
russischen Regierung vorbehalten, alle bisherigen
Grundsätze auf den Kopf zu stellen, indem
sie die deutschen Konsulatsbeamten, wie auch
einige Votschaftsangestellte in einer jeder Menschlickleit
baren Weise Monate in der unwürdigsten
Gefangenschaft bielt, auf das rafsinierteste
qnälte und vielsach in ihrer Gesundhe eit
schadigte. Unbelästigt entlamen die Beamteh
des Pelersburger Generalkonsulats, der G
rant des Generallonsulats in Moslan, die Ba"
anten des Konsulats in Wladiwostol und be
(Generallonfulats in Warschau mit einer Ausnahme.
Uebrigens wurde das Warichauer Konsulatspersonal
in Wilna von betrunlenen Offizieren
in der FioIsiuftesten Weise beschimpft.
Alie anderen Konsulatsbeamten wurden verhafiet,
die Kanzleien und Privatwohnungen
durchsuckt. die Alten vielfach lonfisziert, die
Herren selbst wie gemeine Verbrecher br handelt,
alle Sachen und alles Geld weggenommen. Sie
wurden für das Verbrecheralbum ph olograrhiert,
gemessen und von il:nen auch Finger—
abd rücke genommen. Sie wurden bei jeder Gelegenheit
einer heralwürdigenden Unteriuchung
umerworsen, vielsach mit dem gemeinsten Gesindel
z isammengess errl und teilweile per Elappe
befordert, was in Rußland als das Schrecklick
te gilt.
Die Ve erpflegung war direlk gesundheitsschüdück.
Die monatelange absolute Einzell:aft
wirlte auf manche O raanismen zerrüttend. Ein
Fa. l ven Wahnsinn ist vorgelommen. Bei dem
auf erordentlich niedrigen Kulturstand der Bevölierung
ist der Aufenthalt in einem ruffischen
Gelängnis, das durchwegs von Ungeziefer stroßt,
für einen Menschen mil höheren Kulturansprüchen
an sich unerträglich. Mancke Herren
sind noch jetzi mit Narben bededl. Die fürchteilichen
Schilderungen des Ameritaners Kennan
ireifen für die Etappen und Polizeigesärgnisse
auch heute noch zu. Diese Behandlung
unserer Beamten wurde bis in die letzte
Zeit fortgesetzt und beruhte nicht etwa aufj
Uebergriffen der Lolalbeh hörden, sondern war
don der Regierung angeordnet. Der Konsul
Fihr. u. Lerchenfeld in Kowno und der Vizelonful
Anders in Tiflis sind noch immer, also
seit acht Monaten, im Gefängnis, wo sie auf
du: empörendsie behandelt werden. Frhr. v.
Lercheufeld befindet sich in der ungesunden
Perler Paulsfestung, wo er Sträflingskleider
tragen muß und nur eine Holzpritsche ale Lagerslätte
hat. Die ilm gereichte Gefangenenkost
iĩt ungenießbar. Bizekonsul Anders ist in
einem als besonders ungesund bekannten Juchthause
bei Tiflis untergebracht. Der in Warschau
zurückgebliebene Hilfsschreiber Fibich wurde
nach einem Kosakendorf im Gouvernement Orenburg
wo er der einzige Nichtkosake ist, verann
Während alle Verhandlungen wegen des
Austausches dieser Personen vergeblich waren,
sind die anderen Beamten, nachdem sie sechs
dem maon
bis sieben Monate in Ruhland geschmachtet
hatten, gegen Russen ausgetauscht worden, die
man auf die Kunde von der Zurückhaltung
unserer Herren noch heute aufhalten klönnte,
die aber größt nteils in Hotels angenehm lebten.
Soweit sie sich in Schutzhaft befanden,
wurden sie durchaus rücksichtsvoll behandelt,
während unsere Beamten, selbst wenn sie nach
monatelanger Kerkerhaft auf freien Fuß gesetzt
wurden, in den entlegensten Nestern des finstersten
Rußlands ihr Leben unter schweren Entbehrungen
fristen mußten. Ausgetauscht wurden
fünf Konfuln, sechs Vizekonfuln, 13 Konsulatsbeamte
und zwei Botschaftsangestellte, im ganzen
26 Personen, nachdem sie monatelang von
Ort zu Ort und von Gefängnis zu Gefängnis
gehetzt worden waren.
Als die Austauschverhandlungen eingeleitet
wurden, wurden im Oktober und November
eine Anzahl Beamter nach Petersburg beordert
und dort im Untersuchungsgefängnis in
der Sapalnaja eingesperrt. Jedoch war der
amerikanischen Botschaft zugesagt worden, daß
den Konfuln jede mogliche Erleichterung gewährt
merden sollte. Mit dieser Zusage ging
es wie mit anderen Zusagen der russischen Regierung.
Die Herren wurden vollständig als
gemeine Verbrecher behandelt. Sie wurden
einer peinlichen Leibesvisitation unterworses,
photographiert, gemessen und von ihnen Fingerabdrücke
genommen. Ihre ganzen Sachen, sogar
die Doiemräger, wurden ihnen abgenommen.
Die Zimmer waren so kalt, daß man
sich nicht zaucgelen konnte. Es gab leine Waschgefäße,
Doch konnte man einmal wöchentlich
baden. Die einzige Bewegunz war ein 20 Minuten
langer Spazie bfgang in einem Käfig im
Hose, der 10 Schritt lang und an seiner breiten
Stelle 3 Schritt breit war. Alle Aussicht war
mit Vrettern verschlagen. Während der ganzen
Zeit, durckschnittlich 3 Monate, sahen sie keinen
Menschen. Niemand nahm sich je die Mühe,
nack zusehen. Die Zelle mußten sie selbst reinigen.
Einige Herren hatten auch in diesem
sog. Mustergefängnis sehr unter dem Umgedieser
zu leiden, das eben von den kussischen
Einrichtungen unzertrennlich ist.
Das war die von der russischen Regierung
in Aussicht gestellte „rücksichtsvolle“ Behand
lung. Wie die russische Regierung auch sonst
ihr Wort hält, das geht aus den letzten Tauschverhandlungen
Bervor. Nachdem alles durch die
belressenden Botschaften fest verabredet worden
war, ließ die deutsche Regierung ihre Gefangenen
los, während die entsprechenden deutschen
Herren erst nach 5 Wochen und kräftigen Mahnungen
entlassen wurden. Sehr schwer war für
die Beamten die Unterdrüung aller Briefe
aus der Heimat. Dabei hatten sie das entsetzliche
Los der anderen Zivilgefangenen vor
Augen, die in den unwirtlichsten Gegenden Ruß.
lands vielfach einem grausamen Tod preisgege
ben waren. Familien wurden prinzipiell
getrennt.
it ausgesuchter Grausamkeit wurde der
Konjul Schoenstedt in Saratom behandelt.
Trotzdem er mit einer schweren Krankheit bis
zur Kriegserllärung mehrere Monate im Spital
gelegen balte, wurde er in den schmutziigsten
Poli seigefängnüsen herumgeschleppt und dann
nach Orenburg abgeschoben. Obwohl ihm das
Gehen schwer siel, wurde ihm sein Slod nicht
belassen. Dort wurde Schoenstedt mit drei Kollegen
in einem einfachen Raume mit Holzprilschen
eingesperrt. Dann wurden sie in das
(Gesängnis blieb Schoenstedt bis zum 28. Oltoler,
worauf er nach Orsk, einem kleinen Kir.
gisenstädtch en von Orenburg, 2600 Werst Bahnund
150 Werst Schlittenfahrt bei 20 Grad
Kälte verbannt wurde, eine höchst unnütze, vom
(Gouverneur Suchomlinow angeordnete Quälerei,
dorpelt inhuman gegenüber einem Herrn, der
von monatelanger Krankheit sehr geschwächt
war und doch nur wenige Wochen im Gouvernement
blieb. Am 28. November mußte er
bereits die Rückreise nach Petersburg antreten,
wo er bis zu seiner Entlassung ins untersuchungsgefängnis
kam. Der einzige Vorwurf,
ihm, wie den anderen Beamten,
machte, war, daß er dem deutschen Flotlenverein
angehörle. Es ist eine ungeheure Anmahung
der russischen Regierung, daß sie es den deut-
schen Beamten zum Verbrechen anrechnen will,
einem deutschen patriotischen Verein angehört
zu haben.
Konsul Nolte wurde in Omsk zu Fuh, wobei
er seinen Kofser selbst tragen muhte, nach
dem Gefängnis gebracht, an seinem eigenen
Amtssitz eine besondere Rücsichtslosigkeit. Vollständig
als gemeine Verbrecher wurden die Beamten
in Kiem behandelt. Sie wurden am 6.
August im Gefängnis eingesperrt. Am 24. wurden
sie verschidt, und zwar Konsul Häring nach
Manselinsk (uf Kanzler Forner nach Sarapol
(Wiatka), Altnar Herold nach Malmysch
(Wiatla). Sie mußten die monatelange Reise
in biesen rauhen Gegenden in leichten Sommeranzügen
durchmachen. Während der Reise hörte
jede Verpflegung auf. Sie erhielten nur ein
Zehrgeld von 15, später 10 Kopeken. Von
einem so geringen Betrag konnten sie natürlich
nur Schwarzbrot und hie und da ein Ei
und etwas Milch kaufen. Von ihrem Gelde
erhiellen sie trotz aller Bilten nichts. Die Beamten
wurden in einem Trupp von Kettensträflingen,
Zigennern, Chinesen und ähnlichem Volk
transportiert. In den Etappengefängnissen gab
es meist keine Tagerstätten. Alle Gefangenen
lagerten auf dem Boden der kalten Räume,
die von Wanzen und Läusen wimmelten. In
Lalucha war Herr Häring vier Tage in einer
Zelle mit fünf Russen, darunter ein völlig zerlumpter
Blödsinniger und ein Wahnsinniger.
Auck in Menselinsk, wo er sofort ins Gefängnis
lam, erhielt er weder Kleider, noch etwas von
seinem Gelde, so daß er sich nicht einmal Tee
und Zucker zu dem gelieferten beißen Wasser
kausen konnte. Sonst erhielt er nur Schwarzbrot
und die in einer schmutzigen Blechkanne
gelieferte schauderhafte Gefängnissuppe.
(Fortletzung folgt.)
r
Iöle bewerischen Verkastüsten.
Verlustliste Nr. 178.
Fnf.-Leib-Reg. München: 3. Komp.: Kriegsfreiwilliger
Eduard Kröninger-Söcking, gefallen;
d. Komp.: Inf. Joseph Baumann-Klettham,
leicht verw.; 12. Komp.: Wehrm. Wolfg.
Färbinger-Mühlau, gefallen.
8. Inf.-Reg. Metz. 1. Komp.: Inf. Markus
Stürzer-Buch, schwer verw.; Res. Peter Schober
Jetzendorf, leicht verw.; Res. Jos. Lengl.
Mintraching, leicht verw.; J Brond,
Inf. Max
Rosenheim, leicht verw.; 2. Komp.: Res. Josef
Messerer-Albaching, gesallen.
Reserve- Infanterieregiment Nr. 2. 3. Kompagnie:
Res. Joseph Hilz-Bergen, schw. verwundet;
6. Komp.: Res. Georg Huber-Vorderbolwausen.
gefallen; 7. Komp.: Utfiz. d. R.
Franz Heigenmoser-Winkl, leicht verw.; Wehrmann
Joseph Wagner.Feldkirchen, schwer verwundet;
8. Komp.: Gefr. d. L. Lamp. Schmid-Weichs,
leicht verwundet; bei der Truppe.
11. Komp.: Wehrm. Jakob Sausenthaler
Scheuring, schwer verwundet.
Reserve-Infanterieregiment Nr. 17: 1. Kompagnie:
Inf. Andreas Steinleitner-Rosenheim,
leicht verw.; 9. Komp.: Ers.-Res. Franz Taver
Frig Großbergham, schwer verw.
Reserve Infanterieregiment Nr. 20. 12. Komsahie
Inf. Johann Slock dolhausen, gefall.
hade Ersatz- Votaillon Nr. 2. 1. Komp.:
Wehrmann Simon Kapsner-Marienberg, leicht
verwundet.
Landsturm (8.
Diosion). Armierungssoldat Anton Haeler-Sachsenkam,
schw. verw.; Armierungssoldat Anton
Eglseder-Reuwien, schwer verwundet.
1. Fuhß Artillerie Regiment. 2. Res.-Batt.:
Gefreiter Joseph Mayr-Aising, leicht verw.; bei
der Truppe.
Landwehr-Saniläls-Kompagnie 1. (6. Landwehr-Div.):
Krankenträger Georg Paulsmeier=Töging,
infolge Unglücksfalles gestorben am
15. 4. 15. s
PHLHA
Res.=
Landwiekschaft u. Volksernähraug.
München. 6. Mai.
Die Gesamtvorflandschaft der Christlichen
Bauernvereine hielt am Montag im Kathol.
Gesellschaftehause in München eine Beratung
ab, der am Nachmittag eine öffentliche Versammlung
folgte; in dieser sprach Dr. Heim
über das Thema „,Wirtschaftliche Maßnahmen
für die nachste Zukunft.“
Jwei wesentiiche Aenderungen im Volkswirtschaftsleben
seien seit dem Herbst eingetreten.
Erstens stünden die menschlichen Arbeitskräfte
von damals nicht mehr zur Verfügung, und
zweitens trete eine erhebliche Aenderung in der
Volksernährungsweise ein. In dieser Hinsicht
seien die Verhältnisse jetzt umgekehrt: an die
Stelle der Streckung der vegetabilischen Kost
trete jetzt der Ersatz der ersteren durch die letztere,
nachdem die Viehproduktion infolge der
ungeheuren Futtermittelpreise naturgemäh zurückgehe.
Die ernsteste Aufgabe sei es daher,
die Ernte richtig zu bergen und zu verwenden.
Was die Obsternte anlangt, so muß sic zu
einem wirklichen Nahrungsgegenstand gemacht