—n
Nosenheim
„HNefenh#mer Anzeiger“ mit dem textlich und illostrotio reich ausgestatteten achtselllgen -
Keins-Im 4onnlagsbatt- erscheint täglich nachmlitags 4 Uhr (mu Ausnahme der Sonn- .
— Der Abonnementsprels betrdgt olerte (lährlich 1 Mark 80 Pfg., monatlich 8.
Telephon-Anschlüsse: Redaktion und Verlag: Nr. 72; Inseraten-Abtellung: 235.
H At. 191
nd Feiertag
Vj. sowohl fur Auelige ols ouch für auswärtlge Abonnenten. — Postzustellgebühr, F ——
krei ins Haus geliefert, 14 Pfg. monatlich. — Telegramm-Adressse: Anzelger Rosenhelm. — - “ “
2
S#e20 Mngut 1918
er Anzeiger.
4 „
Das Abonnement wird für Nosenheim in der M.
den sechs Fllial-Expeditlonen der Stadt entgegengenommen; au
gröberen Ortschasten der Umgebung errichteten Agemturen, sorole alle wrn und flunliche
Postboten die Bestellung für den „Rotenbeimer Anzelger" on. — Die ei
breite Vekitzelle oder deren Raum kostet 10 Piennig, die 75 mm breite r————
30 Pfennig; bel Wlederholungen oder Zeilenabschlüssen Raba# nach aufllegendem Taris.
—
paluge 60 mm
Rosenheimer Tagblatt
Amlliches Publikakions-Organ
—
*
ssf
* D„5*p„
nr Neklamen und esenen. durch die Annoncen-Expedliton Hacsensteln & Bogler A. G. Nosenhelm München. Rümberg. Berlin, Bern, #hemnis. Dresden, Ersurt. Fronksum u M. Hamburg. Honnover. Innsbruck. *— Köln 2c.
en · Unna
bme 1 Uhr mirtags. Nach diesem Jeillpunkt kann für Aufnahme in die laufende Togesnu: amer nicht mehr goran##ert werden. Jür schlechtgeschnebenes Monulkrunt wicd keine Deromwormung Obememmen.
Der Einschließungsring von Prest-Litowak im Westen geschlofen.
Zwei weitere Forts von Nowo-Georgiewsk genommen. — Die Russen von der Armee des Prinzen Leopold abermals geworfen,
Der Gegner von der Armee Mackensen in die Vorstellungen von Brest-Litowsf geworfen. — Das Westufer des Bug vom
Feinde gesäubert. — Neue blutige Mißerfolge der Italiener. — Abermalige Beschteßung der Insel Pelagosa. — Die griechische
Antwortnote. — In sechs Tagen 27.000 feindliche Tote und 50.000 Verwundete auf Gallipoli.
Die Kriegslage.
WTB. Großes Haupt quartier, den
—. August, vormittags. Amtlich. 1
Westlicher Kriegsschaupkactkz
In den Vogesen erfolgten durch sehr erheblichen
Munitionseinsatz vorbereitete französische
Angriffe gegen Schratzmännle (nördlich von
Münster, und unsere Stellung südöstlich von
Sondernach. Durch Gegenflöße wurden eingedrungene
feindliche Abteilungen aus unserem
Grabenstück zurückgeworfen; südöstlich von Sondernach
sind völlig zerschossene kleinere Grabenstücke
im Besitze der Franzosen geblieben.
Oestlicher Kricgsschauplatz. *
Beeresgruppe des Generalselêmarschalls
von HLBindenburg.
Die Festung Kowno mit allen Forts und
unzähligem Material, darunter weit mehr als
400 Geschützen, ist seit heute Nacht im deutschen
Besitz. Sie wurde trotz zähestem Widerstand
mit stürmender Hand genommen.
Die Armeen der Generale von Scholtz und
von Gallwitz dringen weiter nach Osten vor.
Ihre vordersten Abteilungen nähern sich der
Bahn Bialystok-Bielsk.
vor nowo-Georgiewmsk wursen zwel wel,
tere foris der nordostfront ernürmt, 600
Gesangene gemacht u. 20 Geschlitzc crobert.
Bbeeresgruppc des Generalfel#smarschalls
Prinzen Ceopold von Varern.
Der linle Flügel traf gestern am Kamionlabschnitt
beiderseito Siemietycze und am Bug
bei Firstendorf (südöstlich von Siemiatycze, auf
erneuten starlen Widerstand.
der Uebergang nber die Mbschnitte wurc#e
erzwungen, der felnd geworken. der rechte
flugel erreichie das Bbug/Slduser.
Heeresaruppe des Generalfeldmarschalls
von Mackensen.
ble heeresgruppe bat lbren Gegner uber
den Bug in die vorstellungen der festung
Brest Litowsk geworsen.
Oestlich von Wlodawa drangen unsere Truppen
über die Bahn Cholm-Brest-Litowsk nach
Osten vor.
Oberste Heeresleitung.
· 6%
Der amtliche österreichische Bericht.
WB,Wien, 18. Aug. Amtlich wird ver-*
lautbart:
Russischer Kriegsschauplag.
dle Truppen des feidmarschallleutnant'
von nrz tricben, während deutsche Strcllkraste
längs des Uunken bugufers vorgin-
gen, die Russen belderselts aer von Slala
heranführenden Straße in den bereich des
feltungsgeschüses von Freit-Lltomwsk zuruck.
der einschliebungsring aul dem westlichen
Ufer In geschloften.
Im Naume von Janow säuberte die Armee
des Erzherzogs Joseph Ferdinand das Süduser
des Bug vom Zeinde.
An unserer Front in Ostgalizien fiel nichts
von Bedeutung vor.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Auf dem italienischen Kriegsschauplatze wurde
gestern an der küstenländischen Front heftig gelämpft,
während im Kärniner Grenzgebiete
verhältniemäßig Ruhe herrschte. in Tirol aber
das schwere Geschützsener des Feindes anhielt
und einige kleinere
den.
Im Görzischen wurden vier gegen San Marlino
geführte Angriffe der Italiener abgeschlagen.
Vor dem Görzer Brückenkopf herrscht nach
wie vor ziemliche Ruhe. Dagegen tobt am
Brückenkopf von Tolmein ein erbitterter Kampf.
Auch hier scheiterten vier feindliche Angrisse.
Ebenso mißlangen die Vorftöße des Gegners
gegen unsere Höhenstellungen nördlich des Tol
meiner BVrückenkopfes.
Im Tiroler Grenzgebiete wurden italienische
Angrisse auf den Toblinger Riedel (Drei= JZin
nen-Gebiet und gegen Milengna (Plateau von
Folgaria abgewiesen.
Gehobenen Sinnes, erbault durch die Erinne
rung an schwere Kenerproben und heiß erlämpfte
Siege, begeht heute in Nord und Süd die
kaiserliche und klönigliche Armee auf dem
Schlachtfelde das Geburiefest ihres Obersten
Kriegsherrn. Eines Geistes in stolzer Zuversicht
erneuern die unter den Wafsjen stehenden Söhne
aller Völler des Reiches ihr Treuegelöbnis, das
in den verflossenen 12 Monaten so viele der
Besten mit dem Blute besiegelt haben.
Der Stellv. des Chetis des Generalstabes 1
don Höfer, Feldmarschalleutnant.
4 · n
Ereignisse zur See.
Am 17. ds. Mts. früh beschoß eine unserer
Flottillen zum dritten Male die von den Jtalienern
beselzte Insel Pelagosa, während zugleich
ein Flieger über der Insel mit Bomkben,
Maschinengewehr und Fliegerpfeilen operierte.
Hierbei wurde das seit der letzten Beschießung
mieder zum Wohnen eingerichtete Leuchthaus
zerstört. Baracken und Zelte wurden in Brand
geschossen, ein Geschütz-Emplacement demoliert,
mehrere Materialdepots, einige am Stand aufgestapelte
Materialhaufen und mehrere Boote
Infanleriegefechte stattfan
vernichtet. Die Besatzung hielt sich im Schützengraben
und unterirdischen Unterständen versteckt
und leistete keinen Widerstand. Feindliche
Seestreitkräfte wurden nicht gesichtet.
Flottenkommando.
§W
Jur Eroberung von Kowno.
Ueber ein Jahr hat die Festung Kowno,
das äußerste Bollwerk der Njemen Linic, dem
Jarenreiche zu dienen vermocht. Diese starke
Gürtelfetung mit 11 Außenwerken auf beiden
Njemen= Ufern gehörte zu derselben Rangllasse,
mie Warschau und Rowo Georgiewst, von deren
Typ in Westrußland die russische Heeresleitung
jetht nur noch die Bug-Feile Breist Litowsl zu
ihrer Verfügung bealten hat. ÖOlila und
G rodno sind Tennegener auch nach der russi-Mit
der Eroberun von Komno ist der rechte
Klügelinn#punkt der befenigten Rjemenlinic den
Russen verloren gegangen und damit hat die
ganze Linie ihre haup#lsächlichite Stärle und
Bedentung verloren. Die übrigen Kestungen,
die sich bis nach Grodno hinziehen, sind verhältniomäsig
unbedentend und flellen nur brülkenkopfartige
Anlagen dar. Sie merden folgen.
Die gepanzerte rufiische Kaufl, die beitändig die
of fenen Grenzorte Oitrreußens bedrohle. ist jent
ganz verschwunden.
Der neue groste Erfolg, den die deutschen
Truppen mit der Eroberung von Kowno erzielt
haben, muß auch auf die weiteren Rückzugs
bemegungen des russischen Heeres von Beden
tung sein. Sie haben einen n ichligen Teil ihres
Nankenschunen verloren, da die Deutschen nun
mehr in der Lage sind, auch in dieser Gegend
ihren Vormarich in derfelben erfolgreichen Weise
fortzusetzen. wie auf den übrigen Teilen des
Kriegsschauplatzes. Im deutschen Besitz bildet
die Festung aber einen festen Stützpunkt zur
Behauptung des eroberten Gebietes und zur
Sicherung des dahinterliegenden deutschen Landes.
Die Erstürmung der starlen Njiemen Festung
Kouno fügt dem Ruhmeskranze der verbündeten
Heere, woraus die Namen Lüttich und
Antwerpen, Przemysl und Lemberg, Jwangorod
und Warschau aus vielen anderen hervor
leuchten, ein neues Blatt ein und auf diesem
Blatte sieht zugleich für alle Zeiten verzeichnet.
der Dank, den wir dem General Eichhorn und
der unvergleichlichen Tapferleit und Ausdauer
seiner Truppen schulden. Wenn noch der geringste
Zweisel daran bei Kleinmütigen beitanden
haben sollte. daß unsere Armee in Kurland
genügend gesichert sei, so sollte dieser Fweisel
heute schwinden. Von Poniewoel nach Kowno
ist nicht weit und damit die enge Aerbindung
mit der in Kurland operierenden Armee von
Below hergesiellt. Mir befinden uns im vollen
Siegeszuge nach Osten, und nichts wird diesen
Zug mehr hemmen.
Wic aus Petersburg gemeldet wird, ist dort
bereits der Fall von Kowno belkannt geworden.
obgleich amtlich davon noch nichts mitgeteilt
worden ist. Noch vorgestern hat die amtliche
Petereburger Telegraphen= Agentur eine lange
Darlegung der Kampflinie in Polen ausgegeben
und darin gesagt, daß die deutschen Streitkräfte
in ihren Angriffen gegen die Vorwerke von
Kouno aufgehalten seien; das russische Armeekommando
denke keineswegs daran, Kowno oder
Ossoviec zu räumen und noch weniger Dünaburg
und Reval, die selbst außerhalb der militärischen
O perationen liegen. Nun erfährt die
Oeffennlichleit. daß die amtlichen Angaben sich
binnen 24 Siunden als unwahr erwiesen haben.
Ueberdies weitz man in Petersburg auch, daßz
die Preisgabe Kownos nicht als „ strategische
Maßnahme“ hingestellt werden kann, da Kowno,
wie ja amtlich selbst zugegeben wird. gehalten
werden sollte. Daraus ergibt sich auck die entscheidende
Bedeutung, welche die Russen selbst
dem Besitze von Komno beilegten.
Kounos Fall erschließt den Vormarsch auf
Wilna, ermoglicht die Aufrollung der Niemenfront,
des mächtigen Schutzwalles der rückwär-#lgen
Verbindungen des russischen Heeres, öffnet
den Weg in den Rücken der nach Norden
gedrängten feindlichen Massen und entscheidet
zugleich auch das Schicksal Rigas und des äusersten
nordlichen Flugels der Russen. Diese
lüngste Eroberung in uns ein Unterpfand künftiger
Erfolge und Siege, unseren Feinden aber
mag sie aufs neue offenbaren, daß deutscher Entschlofsenheil,
Willens und Tattraft und deutischem
Erfindungsgein nicht zu widerstehen ist.
Die Russen haben gewiß schier unerschopfliche
Möglichkeiten, sich mrüdzuziehen. Aber früher
oder später mussen sie sich doch einmal darauf
besinnen, daß sie den Krieg nicht begonnen
haben, um diese Möglichleiten nachzuweisen, sondern
um Jiele zu erreichen, die inzwischen mehr
und mehr im Mebel verichmunden iind. Wenn
dieses Bemußtfein auch heute sich noch nicht
machtvoll Gellung rerschaffl, so doch vielleicht
nach den El##scheidungen, die der Fall Komnos
in glucklicher Weise vorbereiten half.
Des Kaisers Dank an die Eroberer
von Kown?.
Berlin, 18. Aug. Im Anschluß an die
Erstürmung der Festung Kowno richtete der
Kaiser an die um den neuen glänzenden Erfolg
der deutichen Waffen besonders verdienten
Führer,. Generalfeldmarschall von Hindenburg,
den Generaloberiten von Eichhrn und den General
der Infanterie Litmann folgende Telegramme:
An Generalfeldmarschall Hindenburg. Mit
Kouno il das eritie und stärkste Bollwerk der
inneren russischen Verteidigungslinie in deutsche
Hand gesallen. Auch diese glänzende Waffenlat
verdankt das Vaterland neben der unubertrefflichen
Tapferleit seiner Söhne Ihrem zielberusten
Handeln. Ich spreche Eurer Erzellenz
meine wärmite Anerlennung aus. Generaloberst
von Eichborn, der die Bewegungen seiner Armee
mit solcher Umsicht führte. habe ich den Orden
Pour le morite. General der ufanterie Litzmann,
dessen Anordnungen auf der Angriffsfront
einen schnellen Erfolg sicherten, das Eichenlaub
dazu verliehen.
— =
.
–
—
—
—
— — — — — —
– —
—