Full text: Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

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des Schröters, /uUeantus cerbur. — Feuerkasse, k. Versiche- 
rungskasse gegen Feuerschaden. — Feuerkopf, m. feuriger 
Kopf und Inhaber eines solchen. — Feuerkugel, k. scurige 
Kugel; von der Sonne; einem Meteor; im Feuerwerk; 
in der Schlacht, Bombe oder Granate: feuerkugeln fielen 
rechts und links Schi ller Räub. 2,2.— Feuerkünstler, m. 
Verkfertiger kunstvollen Feuerwerks Schiller 4, 149.— 
Feuerkuß, m. Kuß voll Feuers: des mannes feuerkuss 
zu luhlen Schiller 4, 21. — Feuerlärm, m. Lärm bei 
Entstehung eines Schadenfeuers. — Feucrleiter, k. Leiter 
bei Löschung einer Feuersbrunst gedraucht. — Feuer- 
lilie, k. Name einer Lilienart. — Feuermauer, f. Schorn- 
stein Hos. 13, 3; die aussicht zwischen des nachbars 
teuermauren Lessing Minna 1, 2. — Feuermeer, n. 
wogendes Feuer einem Meer verglichen: ein feuermeer 
uQmschlingt uns Goethe Faust II 1. — Feuerofen, m. 
brennender Ofen Pf. 21, 10. Matth. 13, 42. — Feuer- 
ordnung, f. Ordnung für die Löschung eines Schaden- 
feuers. — Feuerprobe, f. Erprobung der Unschuld durch 
Feuer, Art des Gottesurteils; bildlich für schwerste Probe: 
leuerprobe der wahrheit Schiller Kab. 4, 2; bat der 
komiker die fenerprobe zu bestehen, ob er ein kunstler 
ist Freytag Erinn. 186. — Feuerrad, u. seuriges Rad 
Feuerkasse — Feuerwerk. 
bei Feuerwerken. — Feuerregen, w. seuriger Regen, 
ebenda. — Feuerrohr, n. Schießgewehr. — Feuerrofe, f. 
Name der Blume Adonis; vgl. feuerfamme. — Feuer- 
rost, m. Rost als Unterlage für Feuerungen: ist . in 
ainen brinnenden feuerrost gesprungen Frölich Stob. 
555. — feuerrot, rot wie brennendes Feuer, mhd. viur- 
röt: man sab das nachtlicht (den Mond) auch ganz 
feuerroht aufgehen Zefen Ros. 12; fewrrot werden zr: 
angesicht sein Jes. 13, 8; ich muszte feuerroth werden 
vor scham Schiller Ränb. 1, 3. — Feuersäule, (. 
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augen mit feuerwerken ergötzen 7 Schiller Fiesko 1, 7. 
— seuerwerken, nach dem Vorigen 3; die sterne feuer- 
werken Heyse 3, 150. — Feuerwerker, m. nach Feuer- 
werk 2: ein trefflicher buchsenmeister und feuerwerker 
Simpl. 2, 18; nach Feuerwerk 3, Künstler der Lustseuer 
berstellt. — Feuerwurm, m. Glühwurm oder Leucht- 
käfer. — Feuerzange, k. Zange um etwas Glühendes 
oder Brennendes anzufassen. — Feuerzeichen, n. seuriges 
Zeichen am Himmel, Meteor, Komet; Zeichen, daß 
Schadenseuer ausgekommen ist, durch Glocke, Fahne ge- 
geben; auch Zeichen durch Feuer, etwas verkündigend: 
zum werk bereit, erwartet ihr der berge feuerzeichen. 
Schiller Tell 4, 2. — Feuerzeug, n. zum Hervor- 
bringen von Feuer nötiges Gerät, ursprünglich Schlag- 
zeug, mhd. viurziuc: leurzeug nemen und .. damit 
leur aufschlahen Luther einselt. Weise zu beten 1535; 
später Reibezeug. 
Feuerjo, Ruf bei Schadenseuer: feuerso! feuerjo! 
durch die ganze stadt Schiller Räub. 2, 3. — feuern, 
mhd. viuren, seurig sein oder werden: fewren, fewrig 
oder gluig werden Henisch; ir munt der fiurete unde 
bran rehte alse ein gluender kol Trist. 17572; die 
wangen feuren ganz AScultetus (Lessing 8, 288); 
ich feure durch und durch, mein starker geist ent- 
brennt ebd. (297); hielt die blutige feuernde wange mit 
beiden hünden Immermann Münchh. 3, 158; — 
Feuer in Ofen oder Herd unterhalten: die magt fenert 
stark Stein bach; heute ists warm, wir brauchen nicht 
seuerwerken — Fibel. 
zu feuern; mit holz, kohlen, torf feuern; Feuer geben: 
der stahl, der feuerstein feuert vortrefflich Adelung; 
vom Losbrennen des Schießgewehrs: feuren, tormenta 
dieplodere Stieler; auf den feind, in die menge 
feuern; die armee feuert in die luft Schiller 3, 339; 
emporsteigendes Feuer in Gestalt einer Säule 2. Mos. — tranf. den wein feuern, durch angezündeten Schwesel 
13, 21; bei Schadensenern: man sah die f. weitbin. z 
s. 2 
brunst: eine f. bricht aus; durch die f. sind viele ge- 
Feuersbrunst, k. großes brennendes Feuer, mhd. viur- 
baude zerstört; übertragen: diese feucrsbrunst die 
das geständnie auf meinen wangen macht Schiller 
Fiesko 4, 12. — Feuerschaden, m. durch eine Feuers- 
brunst verursachter Schaden. — Feuerschausel, f. Koblen- 
schausel. — Feuerschein, m. Schein eines Fcuers oder 
einer Feuersbrunst. — Feuerschiff, v. Brander, nament- 
lich als Wahrzeichen für Schiffer. — Feuerschirm, m. 
Schirm vor einem Osen oder Kamin.— Feuerschwamm, m. 
Zündschwamm. — Feueröglut, k. Glut eines Feuers. — 
Feuersnot, k. Not durch Schadenseuer. — feuerspeiend, 
inneres Feuer auswersend: feuerspeiender berg. drache. 
— Feuerspritze, f. Spritze zur Löschung eines Schaden- 
feuers. — Feuerstatt, -stälttc, t. Stätte wo Feuer brennt, 
Herd oder Brandstätte. — Fruerstein, w. besondere Stein- 
art zum Feueranschlagen 2. Macc. 10, 3. — Feuerstelle, 1. 
Stelle wo Feuer brennt. — Feuertause, f. Taufe durch 
Feuer, zunächst nach Matth. 3, 11; jetzt gewendet auf 
die erstmalige Anwesenheit in einer Schlacht: das regi- 
ment emptieng die feuertaufe bei Woörth; bildlich: 
fürchtete sich vor dieser feuertaufe nicht Keller Werke 
1, 319. — Feuertod, m. Tod durch Verbrennung. — 
Feuertrauk, m. als Bezeichnung des Weines Voß 4, 132. 
— senertrunken, trunken von innerem Feuer Schiller 
4, 1. — Feuervergoldung, k. Vergoldung im Feuer (vgl. 
feuer 1 a. E.). — Feuerversicherung, s. Versicherung 
gegen Schadenseuer. — Feuerwache, f. Wache gegen 
Schadenfseuer. — Feuerwarte, k. Leuchtturm. — Feuer- 
wehr, f. zum Feuerlöschen eingeübte Mannschaft: bei 
der f. sein; die f. kam und löschte den brand; dazu 
feuerwebrmann, der einzelne zur Feuerwehr Gehörige. — 
Feuerwerk, u. 1) Brennmaterial Jes. 44, 15; welche cs 
(Holz) zu ihrem feuerwerk brauchen Coler 2, 257. 
2) Geschützwesen, namentlich bezüglich der Geschosse: die 
bücb istercikunst und ctwus mit dem leuerwerk 
umzugehben Simpl. 1, 318. 3) Lusiseuer: dars ich Ihre 
foltoer machen; einen feuern, lieber anfeuern, befeuern 
euerung, k. Handlung des Feuerns; Ort 
auf dem das Feuer breunt: feuerung eines ofens, herdes. 
Feuerstelle; Brennstoff: wir brauchen viel feuerung. — 
fenrig, Feuer habend, als Feuer oder mit Feuer erschei- 
nend, mhd. viurec (lieber viurin): #ammens, igneus 
farig, vuerich Dief.; kewrige Hhamme 2. Mos. 3, 2, 
lunken Hiob 41, 10, fackel Dan. 10, 10, fewriger wagen. 
mit fewrigen rossen 2. Kön. 2, 11; fewrige pfeile Eph. 
6, 16; ein fewriger fliegender drache Jes. 15, 29; zum 
fewrigen olen Sacharja 12, 6; des nachts war sie (die 
Wolke) fewrig 2. Mos. 40, 38; arme und gesicht die 
in hellem purpur feurig gluhten Grillparzer 3, 193; 
in einem Bilde: so wirstu fewrige kolen auf sein heubt 
samlen Röm. 12, 20; Sie sammeln feurige kohlen auf 
mein haupt Heyse 20, 134; in Bezug auf das Feuer 
des Innern: in meinem fewrigen eiver Hef. 36, 5; 
feurige augen Steinbach; dieses blaue auge, so ernst. 
und schroff, und doch so feurig auch Grillparzer 
5, 178; ein feuriger bewunderer des preuszischen waffen- 
ruhms Treitschke I1, 624; sein feuriges naturell 
Freytag Erinn. 367. 
Fex, m. Narr; süddemtsches, als fecks, fegks, fechs, 
fex verzeichnetes Wort, den Blödsinnigen, auch den Kretin 
der Gebirgsgegenden bezeichnend, dann, mit Beziehung 
auf faxen, den Spaßmacher (Lexer kärntn. Wb.); schon 
bei BWaldis Esop 1, 11, 65 die Häufung ein solcher 
narrsex; jetzt in gewöhnlicher, namentlich süddeutscher 
Rede in Zusammensetzungen von einem, der in etwas 
vernarrt ist: berg-, garten-, haus -, waldfex, u. ähnl. 
vgl. auch unter fuchs 2. " 
Fi, Ruf des Abscheues; schon mhd. f# im 18. Ih. 
aber unter Einwirkung des franz. fi neu erstanden: 
f. olche dinge zu sagen Wieland Klelia 1#, 378. 
Fibel, s. AB Buch; seit 15. Ih.; Entstellung aus 
bibei wird durch alte Glossen wahrscheinlich gemacht: 
alphabetum bibell, ein bibel vel da vil puchstaben sten 
Dief. nov. gloss.; dann abecedarium übbel, fibel,