250 Der Staat.
temberg bei einer Gesammtbevölkerung von 1971118 Einwohnern 1361559 Evangelische,
590 178 Katholiken, 13 331 Israeliten und 6 050 Angehörige sonstiger Bekenntnisse.
Evangelische Pfarrorte sind vorhanden 904, außerdem 306 Orte, in welchen
eigene Gottesdienste stattfinden. 1156 Kirchen, 228 Kapellen und Betsäle. Festgegründete
geistliche Stellen gibt es 991, darunter 6 Militärpfarrämter und 14 Stellen,
in welchen das Pfarramt ein Nebenamt bildet. Daneben 65 Stadtvikariate und
ständige, Pfarrverwesereien. Das Besetzungsrecht wird ausgeübt vom landesherrlichen
Kirchenregiment bei 894, von der Landesuniversität bei 14, von Privatpersonen
bei 148 Stellen. Auf je 1000 Einwohner evangelischen Bekenntnisses kommen 0,78
Geistliche, 1 solcher auf 1282 Evangelische. — Von den Kindern evangelischer Eltern,
welche im Jahre 1880 geboren wurden, sind 97,67 Prozent getauft worden, 2,33
ungetauft geblieben. Ohne kirchliche Trauung blieben von den in diesem Jahr geschlossenen
Ehen rein evangelischer Paare 1,8 Prozent, ohne evangelische Trauung
von gemischten Paaren 36,65 Prozent. Von den 1880 gestorbenen evangelischen
Gemeindemitgliedern wurden kirchlich beerdigt 79,07 Prozent. Die nicht kirchlich
Beerdigten waren zum größten Theil kleine Kinder. Die Zahl der Kommunikanten
betrug 4 Millionen, auf 100 Evangelische 55,38 Kommunikanten. Uebertritte zur
evangelischen Kirche 59, Austritte aus derselben 478, darunter 454 zu den Dissidenten.
Bei der Ergänzungswahl der Pfarrgemeinderäthe im Jahre 1878 haben
20,02 Prozent von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Die Kirchenkollekten im Jahre
1880 ertrugen für besondere kirchliche Zwecke 57275 Für die Heidenmission
wurden 76094 + ersammelt, soweit die Pfarrämter ermitteln konnten.
Am 1. Januar 1882 befanden sich von nicht ständig angestellten 152 examinirten
Predigtamtskandidaten 97 im Kirchendienst, 20 im Lehrdienst, 1 im einjährigfreiwilligen
Dienst; 84 waren beurlaubt. Auf der Universität verweilten 248 Studirende
der evangelischen Theologie, darunter 192 im evangelischen Seminar.
8. Die katholische Kirche.
In Folge der Kriegsereignisse zu Anfang des 19. Jahrhunderts
kamen an das bis dahin fast ausschließlich lutherische Württemberg über
500 000 Katholiken. Dieselben waren, abgesehen von der exemten Probstei
Ellwangen, welche nur aus der Stiftspfarrei bestand, — nach dem statistischen
Personalkatalog des Bisthums Rottenburg von V. J. Neher,
Schwäb. Gmünd 1878, — 5 verschiedenen Bisthümern zugetheilt:
dem in Augsburg 78 Pfarreien in 7 Landkapiteln, unter denen Ellwangen,
Gmünd, Lauingen, Neresheim, Wallerstein; dem Bisthum Konstanz
490 Pfarreien in 23 Landkapiteln vom Bodensee bis Laupheim, Blaubeuren,
Geislingen, Ebingen, Rottenburg, Horb, Rottweil, Wurmlingen; dem Bisthum
Würzburg 60 Pfarreien in 5 Landkapiteln: Buchheim, Bühlerthann,
Krautheim, Mergentheim und Neckarsulm; dem Bisthum Worms 4
Pfarreien in dem Landkapitel Schwaigern; dem Bisthum Speier 3 Pfarreien
in den Landkapiteln Bruchsal und Weil der Stadt. Als im Jahr 1812
der letzte Kurfürst von Trier, Klemens Wenzeslaus, starb, der zugleich
Bischof von Augsburg und Probst von Ellwangen gewesen war, errichtete
König Friedrich in Ellwangen ein Generalovikariat unter dem Weih-