Auam̃ner 200
Rosenheher Añgzeigen
Donnerstag, 23. Dezember 1916
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Rosenheim, 22. Dez-Auszeichnungen
im Felde. Der Militärverdienstorden
d. Kl. mit Schwertern wurde
dem Oberarzt Dr. Haus Weinberger (Wasserdurg)
der Rerserve- und dem Stabsveterinär
Karl Kürschner der Reserve (Rosenheim) verliehen.
Der Gefreite d. L. Rupert Staudacher
im 1. Fuß-Art.-Neg., Schmied in der Fabrik
Markin Beilhack in Nosenheim, wurde mit dem
Militär-Verdiensttreuz 3. Kl. mit Schwertern
ausgezeichnet.
Das Kollegium der Gemeinde-Bevollmächtigten
hielt heute wieder eine
Sitzung mit umfangreicher Tagesordnung ab.
Zunächst wurde die aus dem Bericht über die
letzte Magistratssitzung bereits bekannte Stiftung
von 4000 Mark zu Gunsten des Bürgerspitals
mit Dank angenommen. Auch die Stiflung
eines Nagelungs-Wahrzeichens zur Erinnerung
an die schwere Kriegszeit wurde gutgeheißen.
Die Sozialdemokraten erklärten, sich
von dieser Mahnahme enthalten zu wollen, da
sie überschwänglichen Patriotismus darin erblicken
und viele nicht mitmachen könnten, die
in diesem Kriege mehr erduldet härten. Mit
den Vorschlägen, welche der Magistrat für die
Bildung der neuen Armenräte machte, erklärte
das Kollegium sein Einverständnis. Aus seinen
Reihen wurden die bisherigen Armenpflegschaftsräte,
die G.-B. Schmidt, Schrettenseger
und Schustetter als zulünftige Armemäte gewählt.
Nach längerer Debatte wurde das Gesuch
des Hauptlehrers Schneller um Anschluß
seines Anwesens Prinzregentenstraße 58 an das
Gasrohrnetz gegen Garantie einer jährlichen
Gasabnahme in Höhe von 80 Ml. Jauf die
Dauer von fum Jahren genehmigt. Für das
städtische Gaswerk wurden Etatsvarianten in
Höhe von rund 6001,: Mk. genehmigt. Die
Mehrausgaben sind ersorderlich für erhöhten
Kohleneinkauf, für Aushilfen, Schmiermaterial
(infolge der gestiegenen Preise usw. Auch für
die Stadtgärtnerei unterbreitete der Stadtgärtner
einen Etatsvariant für die Gewächshäuser
und für die Beheizung in Höhe von 7300 Mk.
Auf Antrag des G.-B. Schmidt wurde diese
Summe im Hinblick auf die berzeitigen Etatsverhältisse
genehmigt. Weiter beschäftigte man
sich noch mit Notstandsarbeiten. Das Stadtdauamt
hat eine Reihe von Projekten ausgearbeitet,
die teils jetzt, teils nach der Rückkehr
der Krieger zur Arbeitsdeschaffung ausgeführt
werden sollen. Für den Bedarsefall
im nächsten Jahr kommen Arbeiten im Betrage
von 9398 Mk. in Betracht. Ueber die Projekte,
die nach dem Krieg durchgeführt werden sollen,
wird man später noch beraten. Ueber die einzelnen
Gegenstände der heutigen Tagesordnung
lassen wir näheren Bericht noch folgen. Eine
Reihe von Fragen war geheimer Sitzung vorbehalten.
Zeitungsbetrieb zu Weihnachten
und Neujahr. Das Kriegsministerium gibt
belannt: Der Zeitungsbetrieb für die kommenden
Feiertage wird in Bayern folgendermaßen
geregelt: Am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag
(25. und 26. Dezember! ferner am
Neujahrstag und darauffolgenden Sonntag (1.
und 2. Januar! ist in den Zeitungsbetrieben
vollständige Arbeitsruhe einzuhalten. Der technische
Betrieb ist in der Nacht vom 24. auf 25.
Dezember bzw. 31. Dezember auf 1. Jamar
um 12 Ulhr zu sh liehen und darf erst in der
Nacht vom 26. auf 27. Dezember bzw. 2. auf
3. Januar um 12 Uhr wieder beginnen. Am
25. und 26. Dezember und 1. und 2. Januar
ist die Veröffenklichung der amtlich durch WTB.
verbreileten Kriegsdepeschen, aber ausschließlich
dieser, an den Telegraimmntafeln der Zeitungen
gestattet. Die Zustellung und der Straßenverkauf
der Zeitungen ist an den genannten
Tagen nach Maßgabe der ortspolizeilichen Bestimmungen
gestattet.
Weihnachten in unseren Bergen.
Zu den begehrenswertesten Zielen ist der Wen.
delstein zu zählen. Es führt nicht nur von
Bayrischzell aus ein meist gut ausgetretener
Weg hinan, sondern für Bequeme auch von
Brannenburg die Bergdahn, in landschaftlicher
Beziehung wohl eine der schönften, die es gibt.
Wer sich aber tummeln will, findet auch bei diesem
Berg seine Rechnung. Trotz alter Vorurteile
in der Skiwelt muß hier wieder betont
werden, daß der Wendelstein mitten in einem
sehr günstigen Gelände für Schneeschuhunternehmungen
liegt. Ganz abgesehen von den Uebungshängen
am Sudelfeld, das am besten von
Bayrischzell erreicht wird, denke man an folgende
hübsche Touren: Brannenb urg be Mitteralm-Reindleralm-Breitenstein-Birkenstein,
Mitteralm-Hochsalwand,
itteralm-Wildalmjoch.
Sudelseld-Bayrischzell, Wendelfteinhaus-Zellerscharte
#acherlptt - Foinieter ·Mitteralm usw.
Allerdings sind d Touren mit Ausnahme
der ersteren nur 9 0 den Fahrern zu empfehlen.
Das Spitzsteinhaus * am schnellsten von Oberaudorf
( an — ’ nübet
dich- Ich K
Hütten ledoch nur Pe der btref
1s ne bep. Alpenvereinssektionen
lich as Ein reizendes Sbsandguarker
5 eii im Winlel,
sich im
5 . A.“
Pferdeversleigerung. Der Landwirtschaftliche
Kreisausschuß versteigert öffentlich an
den Meistlietenden am Domerstag, den 23.
Dezember 1915, vormittags 7211 Uhr im
Groh- schen Anwesen in München-Laim, Fürstenriederstr.
61, 50 kriegsundrauchbare Pferde.
Ein Jim merbrand entstand heute vormittag
im Hausse Kufsteinerstr. 12. Erfreulicherweise
konnte er schon gelöscht werden, noch
ehe er größere Bedeutung erlangt hatte.
Aus dem Gericht#iusle.
Eine Bestechungsgeschichte.
Amberg, 21. Dez. Wegen einer gegenüber
einem Beamten der hiesigen Gewehrfabrik unternommenen
Bestechung, veren Erfolglosigkeit und
schwere Folgen für sich der Angeklagte hätte
voraussehen müssen, wurde von der hiesigen
Strafkammer der Drechslermeister und Hon
warenfabrilant Joham Retter von Regensburg
zur Geldstrase von 6100 Mk., im Uneinbringlichkeitsfalle
zu 3 Monaten Gefängnis verurteil!.
Retter hatte für die Gewehrsabrik hier im heurigen
Frühjahr einen Waggon Gewehrhölzer
geliesert. Wegen Mangelhaftigkeit wurde mehr
als die Hälfte der ganzen Lieferung zurückgewiesen,
dem Angeklagten aber von dem die
Verhandlungen mit ihm führenden Hauptmam
Strebel gestattet, die zurückgewiesenen Hölzer
nach entsprechender Bearbeitung wieder anzuliesern,
was Retter auch lat. Hierdurch vermied
der Angellagte einen Schaden von angeblich
50#1 Ml. Mit Brief vom 13. Juli 1. J. bot
sich R. der Gewehrfabrik zu weiteren Lieferungen
an um einen höheren Preis und verhandelle
auch bierwegen wieder persönlich mit Hauplmann
Strebel, der gegenüber den hartnäckigen
Versuchen des R., einen höheren Preis durch
zusetzen, mit aller Bestimmtheit erklärte, daß
ein höherer Preis nicht gewährt werden könne.
R. wies nämlich immer darauf hin, daß die
Gewehrfabrik Amberg diesen Preis auch an die
Gewehrfabrik Erfurt, von der sie die gleichen
Hölzer bezog, belallen musse, so daß schließlich
Hauptmann Strebel ihn abfertigte mit den
Worten: „Das verslehen Sie nicht. warum
wir keine höheren Preise bezahlcn.““ Eine Einigung
kam bei dieser Gelegenheit nicht zustande.
Am 25. Juli nun schrieb Retrer an Hauptmann
Strebel einen Brief des Inbalte: „Mit eisernem
Willen erreiche der Deutsche jein Ziel und
deshalb möchte er Haupxtmann Strebel bitten,
ihm behilflich zu sein bei seinem Gesuche um
weitere Lieferungen von Gewehrhölzern zu höheren
Preisen; er sei ernstlich bemüht, sich den
Gelräuchen im Verkehr mit hohen Direktionslehörden
zu fügen usw.“ Als solchen Brauch
bei diesem Verlehr aber sckeint Retter das
„Schmieren“ angesehen zu halen, denn er legte
diesem Brief fünf Ulanke Hundertmarlscheine bei,
ein Verfahren, das wohl in Rußland zum ziele
führen würde, nicht aber im Deutschen Reich.
Von dem Gelde und dessen Zweck ermähnte er
kein Wort im Brief. Eimige Tage darauf reichte
dann Retter ein sörmliches Gesuch bei der Gewehrfabrik
ein um Uebertragung einer Lieferung
von 100/000 bis 20000 Stüc Gewehrhölzern
zum Erfurter Preise. Hauptmann Strebel
legte Brief und Geld seiner vorgesetzten
Behörde vor und diese brach sofort die geschäftlichen
Beziehungen mit Retter ab, erstattete
Anzeige und stellte Strasantrag gegen Retter
wegen Beamtenbeleidigung. Retter bestreitet die
Absicht der Bestechung und will sich mit der
Einkage der 5000 Mk. dem Hauptmann Srrebel
nur dafür ertenntlich gezeigt haben, daß dieser
ihm gestaitet habe, für die schadhaften Hölzer
nachliefern zu dürfen und ibn so vor einem Schaden
von 51u#l# Mt. bewahrt habe. Auch habe
er die Worte des Hauptmanns, Strebel: „Das
verstehe er nicht“ usw., so aufgefaßt, als habe
er es an etwas fehlen lassen. Prooisionen dieser
Art seien im geschäftlichen Berkehr allgemein
üblich. Das Gericht scheukte dieser Verteidigung
keinen Glauben. Der e % Brief des Angeklagten
an Hauptmann Strebel und das dem
Schmierversuche alsbald nachfolgende Gesuch geben
einen zu deutlichen Kommentar zu Retters
wairliher Absicht. Seine Strafe verschärft sich
dadurch, daß auch die fünf blauen Lappen
al- der Staatskasse verfallen erklärt wurden.
Der Wellkrieg.
Der Kaiser.
WITB. Berlin, 22. Dez. Amtlich. S. M.
der Kaiser hat die beschlossene Weiterreise zur
Westfront wegen einer leichten Zellengewebsentzündung,
welche Allerhöchstdenselben zwingt,
einige Tage das Zimmer zu hüten, verschieben
müssen.
GEeneral v. Emmich f.
Hannover, 22. Dez. Se. Esz. General
der Infanterie v. Emmich, der Eroberer von
Lütlich Kommandeur des 10. Armeekorps, ist
heute nacht hier sanft entschlafen.
Aus der sozialdemokr. Partei.
Berlin, 22. Dez. Die sozialdemokratische
Fraktion des Reichstags beschäftigte sich heute
in mehrstündiger Sitzung mit dem Disztplinbruch,
den rine Keine brern der Mal ·
tion bei der gestrigen Abstimmung über die
Kriegskredite begangen hat. Es wurde eine
Erklärung entgegengenommen, worin die Mehrbeit
der Frastidn ihre entschiedenste Mißbilliw
dieses Diszlplinbtuches amsspricht und jede
erantwortung für die part eischädigenden und
politischen Mirkungen ablehnt, die in dem Verbanten
der Minderheit liegen. (3Z.)
Die französische Sozialdemolratie
nd der Friede
Paric, 22. Dez. Nach der „Guerre Soziale“
gestaltete sich der gestrige Kongreß der sozialistischen
Vereinigung der Seine zur Vorberatung
des Antrages für den nationalen Kongreß, der
in acht Tagen in Paris flattfinden soll, zu
einer lebhaften und oft lärmenden Sihung,
besonders bei der Erörierung der Fragen bezüglich
des zukünftigen Friedens und der Be-Viehungen
zu den verschiedenen Sektionen den
Internationale. Der Dexrutierte Longuet hielt
in der Regelung der elsässischen Frage eine Befragung
der Bevölkerung für notwendig. Er
erllärte sich ferner für einen nicht zu frühen,
aber auch nicht zu späten Friedenoschiuß. Der
Deputierte Laval äußerte sich, daß es im Interesse
Frankreichs, sowie feiner Urbeiterllasse
vielleicht eines Tages nötig sein würde, den
Londoner Vertrag nicht mehr zu achten. Schließ-=lich
fand die meisten Anhänger ein vom Derulierten
Renandel gesaßter Beschluß, wonach
die Fortsetzung des Kriegs bis Niederwersung
des deutschen Imperialismus nötig sei und die
Besiehungen erst wieder angeknüpft werden sollten,
menn die deutsche Minderheit vollständig
von der Scheidemannschen Mehrheit sich getrennt
habe und mwonach die Herstellung des
alten Rechtszustandes Eljah Lothringens Bedingung
für den Frieden sei. G#OStimmen waren
für Renandel, J8010 Slimmen für Longuet.
Ein englischer Kreuzer schwer
a variert?
Amsterdam, 22. Dez. Aus sicherer Luelle
wird mitgeteilt, dass in Dover ein englischer
Kreuzer in havariertem Zustand mit vielen Toten
und Verwundeten eingeschleppt worden ist.
Verwundete englische Generale.
Haag, 22. Dez. In der letzten englischen
Verlustlilte werden die Namen von drei englischen
Generalen genannt und zwar Brigadegeneral
Hollmann von den indischen Tiuppen
an der Irakfront, General Hodson von den
indischen Truppen auf Gallipoli und General
Rysie von den Australiern auf Gallipoli. Alle
drei sind verwundel. (.3.)
Die Einberufung in London.
Amsterdam, 22. Dez. Im Gegensatz zu der
offiziösen Reutermeldung erfährt der Korrespondent
der „Voss. Ztg.“ aus London, daß die
Einberufung der ersten vier Rekrutenklassen überall
Aufregung hervorgerufen habe, zumal man
erwartete, daß erst das Ergebnis der Anwerlungen
bekannt gegeben werde und daun die
einzelnen Jahresllassen nach Bedarf einberufen
werden, mie dies auch vorher versprochen worden
war. Die sofortige Einbernfung von vier
Jahrgängen hat zu den verichtedenteen Gerüchten
Veransassung gegeben. (.)
Der Friedensaposen" Ford.
Kopenhagen, 22. Dez. Der amerilanische
Millionär Ford, der mit 170 Amerikanern in
Christiania eingetrosfen ist, um seine belannten,
vorläufig etwas unklaren Friedenspläne zu verwirklichen,
ist in der norwegischen Hauptstadt
schwer erkrankt und hat die Weiterreise nach
Schweden, Dänemark und Holland ausgegeben.
Ford scheint sich auf europäischem Boden der
Schwierigkeiten bewußt norden zu sein. Die
standinavische Presse reröffentlicht einen an alle
Souveräne der kriegführenden Länder gerichteten
Brief der Ford-Gesellschaft, die aufrichtigen
Idealismus, aber gänzliche Verkennung der sachlichen
Schwierigkeiten bezeugt. (3.)
Amerika und Oesterreich-Ungarn.
Köln, 22. Dez. Laut „Köln. Ztg." berichtet
Reuter aus shington, der österreichischungarische
Geschäftsträger hat sämtliche Konsuln
der Doppelmonarchie beauftragt, sich bereit
zu halten, in möglichst kurzer Zeit abreisemn
zu lönnen. Dem Vernehmen nach find entsprechende
Weisungen an die amerikanischen Konsaln
i in Oesterreich ergangen. (3.)
Beschießung von Varna.
Chiasso, 22. Dez. Nach einer Secolo-Meldung
aus Athen beschießen ein russischer Kreuzer
und 2 Torpedoboote, die 16 russische Truppentransporte
begleiten, den bulgarischen Hafen
von Varna am Schwarzen Meer. (3.)
Das Fiasko der russischen Anleihe.
Kopenhagen, 22. Dez. Verschiedene Pegereburger
Blälter melden, daß die Zeichnungsfrist
für die neue Kriegsanleihe bis 1. Jannar
verlängert wurde, da die Zeichnungen äußerst
spärlich und die gezeichneten Beträge sehr niedrig
seien. (3.)
Die russische Ausrustung.
Bern, 22. Dez. „L'Information“ schreibt:
Es ist krin EGeheimnis, daß die russischen, in
Bessarabien zusammengezogenen Armeen wegen
ungensgender Juscstung micht eingreisen E
ten. Man lann nicht oft genug wiederholen,
daß die Allitertcu die russischen Reserven aus
rüsten müssen. ist Sache Englands, Janans
und der W 3 Werkstätten. Hie
muß der Zentralaueschuf der Alliierten für
Munition wirlsam eingreifen. Es war immer
sellstverständlich, daß das Auftreten des russi.
schen Hecres Kegen Bulgarien von erheblicher
Bedeutung sein würde und daß dies die Bedingung
und Urfache unserer Expedition nach
Saloniki war, da ja die Expedition Serbien
nicht mehr retten konnte, und daß immerhin bei
der Durchmarscherlaubnis seiteno Rumäniens
oder gar unter seiner Mitwirlung die deutschtürlischen
Verbindungen äußerst unsicher gemacht
würden.
Fliegerüber Sliutari.
Cetinje, 22. Dez. (Savas., Ein östlerreichisches
Flugzeug überflog am 17. Dezember
Skutari und warf drei Bomben ab, die zwei
serbische Flüchtlinge töteten. (Z.,
Rumänien.
Bukarest, 22. Dez. In der gestrigen Sitzung
des Senats siellte der Berichterstatter Aleffin
sest, daß die Opposition einen viel sanfteren
Ton gegen die Regierung anschlage, was auf
die Slimmung zurückzuführen sei, die im Lande
herrsche. Die Opposition werfe der Negierung
vor, daß sie nicht an der Seite des Vierver
bandes in den Krieg eimrat, aber weder Fili
pescu noch Toma Jonescu seien berufen, sich
über die Zwedmaßigleit des Augenblickes zum
Eingreifen auszusrrechen. Bulgariens Eingreisen
bildete nur eine Exisode im Weltkriege.
die leinen lestimmenden Einfluß auf die rumeänische
auswärtige Politik haben könne. Das
Eingreisen Rumäniens hätte den Sieg nicht
lerleiführen lönnen, wie der Verlauf des Krie
ges zeige. Rumänien müsse heute mehr denn je
ruhig und laltolmig bleiben. Man dürfe auch
nicht vergessen, daß zu Beginn des Weltkrieger
Rumänien nicht vorbereitet rar. Im Inier
esse des Landes sei die Regierung verpssichtet,
in ihren Acußerungen über die auswärtige Politik
sich Zurückhaltung auf zuerlegen.
Rumäniens Getreidelieserungen.
Bularest, 22. Dez. Das Getreideliefe
rungegeschäft auf 5000 Waggons lann als
algesch loissen betrachlet werden. Der Finanz
minister Costinescu. willigte ein, daß die Hälfte
des Aussuhrzolles in Gold hier bezahlt wid
während die andere Hälfte in Gold bei
Reichsbanl zu erlegen ist und beim Frledeneschluß
zum Parilurs zurückgelauft werden kann.
Die Bezahlung der Ware findet an der Grenze
slatt. Bereits gekaufte Vorräte sind in das Geschäft
einbezogen.
Der amtliche türliche Bericht.
TB Konstantinopel, 21. Dez. Das
Haurtauartier teilt mit: An der Irakfront bei
Autel. Amara danern die örtlichen Kämpfe fort.
An der Kaulasusfront wurde ein an unserem
Zentrum im Abschnitte von Id mit ungefähr
einem Regiment unternommener feindlicher Angriff
gegen unsere durch eine Kompanie verteldigten
Vorgostennellungen leicht abgehalten.
An der Dardanellenfront ist die Zählung des
lei Ari Burun und Anasorta vom Feinde zurückgelassenen
Kriegematerialo und der Militärausrüstungogegenstände
aller Art noch nicht
algeschlossen. Unter der bei Ari BuxUn ge.
machten Beute befinden sich zwei schwere Ge—
schütze, ein Schneiderfeldgeschus, große Mengen
Munition, namentlich Gewehr= und Maschinen
gewehrmunition, eine große Anzahl Maultiere
und Munilionswagen, Jelte von Lebensmitteln,
sowie Leiexhon= und Pioniermaterial. Feindliche
Schisfe beschossen gestern bis abends mit
Heftigkeit ihre verschiedenen Lagerstellungen, um
die von ihnen preisgegebene Beute zu vernichten,
was ihnen nicht gelang. Bei Sedd ul Bahr
auf dem linken und rechten Flügel nichts von
Bedeutung. Das feindliche Zentrum unternimmt
hin und wieder Angriffe, die jedesmal zurückgeschlagen
wurden.
Dewet.
Prätoria, 22. Dez. Die Geldstrafe von
2000 Pind Sterling, zu der Dewet verurteilt
worden war, wurde bezehlt. (Z.)
Japanische Flotten-Rüstungen.
Tokio, 22. Dez. (Petersburger Telegraphen-Agentur.)
Im Haushaltsausschuß erklärte
der Marineminister, daß das neue Marinepro-=gramm,
das von dem andesverteidigungsausschuß
bewilligt wurde, den Bau zweier Geschwader
vorsieht, von denen jedes vier Ueberdreadnonghts
und vier Panzerkreuzer zählen
wird. Die Kosten des Programms, dessen Erkoigung
die Zeit von 1917 bis 1922 beanspruchen
wird, betragen 254 Millionen Ven,
abgesehen von den Kosten ar die Vorbereitungsarbeiten
im Jahre 1916
Wertterbericht für Donnerstag, 23. Dezember:
Weiterhin unbestöndig, sestweise Mederlchläge: