676 Donaufkreis.
Altars, Tafel XVII, 1. Pressel u. Beyer, Münsterblätter Heft 3 u. 4. Dollinger
Reiseskizzen); Einwölbung 1856 ff., Thurm erhöht 1861, Chor restaurirt 1866—84.
Kath. Kirche z. h. Sebastian, 1866 nach Plan v. Schmidt in Wien erbaut; Malerei
von X. und Joh. B. Kolb; Altäre und Kanzel von Pf. Laib und Bildhauer Mayer
in Saulgau, bemalt v. Traub in Schelklingen; Glasgemälde von Wilhelm (Kirchenschmuck
1869, 4). Große Holzgebäude: das Rathhaus v. 1422, 1883 erneuert; ehm.
Zollhaus, 1598 erneuert, in Privathänden; ehm. Bauhof. 1593 erneuert, jetzt der
Militärmontirungsverwalt. geh. Kameralamtsgebäude, einst helfensteinisches Schloß,
später bis 1695 Wohnung des ulm. Vogts, dann des Visirers. Oberamtsgebäude,
1581 bis 1635 des Pflegers, dann des Obervogts Wohnung. Helferhaus, einst Klause,
18955 bis 1581 und dann wieder 1549—87, wo die Nonnen nach Wiesensteig kamen,
Wohnung von Franziskanerinnen der dritten Regel, später Pfarrhaus. Revieramtsgebäude,
einst als „Steinhaus“ ein wohl 1289 erworbener Theil des Kaisers-=heimer
Hofes, später Stadtschreiberei, bis 1880 Oberamtsgericht. Am alten, 1612
erneuerten Volksschulhaus bei der Kirche bronzene Gedenktafel für das hiesige Wirken
Schubarts von 1763—69 (ogl. Schub. Briefe u. Aufsätze während s. Schulamts in
Geißl. seinen Schulkindern diktirt. Göpp. 1835. J. G. Fischer, St. Anz. 1882, B.B. 16 f.
Gust. Hauffs Schubartbiogr. 1885. Ueber das ältere Geisl. Schulw.: Klemm in N. Bltr.
aus Süddeutschl. 1879, S. 54 ff. 1883, S. 106 ff. Vish. 1884, S. 254 f.). Einen eigenen
Komplex bilden die Spitalgebäude (Ki. zu St. Leonhard abgebrochen). Neu: Pädagogium
mit Turnhalle; Amtsgericht; Bezirkskrankenhaus 1885 — 86. Ueber G., da wo
jetzt ein Pavillon, stand die zumeist auf gewaltigen Felsen erbaute, um 1113 zuerst genannte,
1553 abgetragene B. Helfenstein (= Fels eines Helfant Ulm-Oberschw. Korr.=Bl.
1877, 7; 1876, 66), die eine Wiege dieses ansehnlichen Grasenhauses (Beschr. u.
Abbildg. in Ulm. Verh. N. R. V, 13 ff. Die dort mitgetheilte Gesch. v. 1552 f. auch
Oeff. Bibl. Ms. h. O. 61. VBish. VI, 136. VIII, 53 ff. Weiteres s. Kuchen, Spitzenberg).
Dieser B. gegenüber, den Thurmberg krönend, das Wahrzeichen des G. Thals:
der öde Thurm (der öbd = einsam stehende), eine aus Uebergangs= oder frühgoth. Zeit
stammende Vorwarte von Helfenstein (Ulm. Corr.-Bl. 1877, 75). P. Rorgensteig
1275 Rorgensteige — Steige am Röhricht,, einst eigene Schultheißerei, Stätte des
früher berühmten, jetzt nur als Anstalt für gewöhnl. warme Bäder dienenden Rsthelbade
(Hößlin 1749; Weyermann I,. 230. 925. II, 406. 444); bis gegen 1393 auch
Sitz des Pfarrers für G., mit der 1537 abgebrochenen alten Pfarrki. zu St. Peter u.
Paul; jetzt außer mehreren Mühlen dort der 1608 angelegte Kirchhof und auf demselben
die v. Leins 1879 f. erbaute Straubsche Grabkap. (Archit. Stud. L. 2). Ueber
R. der sagenhafte gewaltige Geißelstein. Stadt und Kirchensatz giengen von Helfenstein
1882 als Pfand, 1896 durch Kauf an Ulm über mit einem großen Theil der
Umgegend, mit Ulm 1802 an Bayern, 1810 an Württ. Eisenbahn von Süßen 1849,
nach Ulm 1850 (Albübergang von Geisl. 1: 45, von Ulm 1:75). Quellwasserversorgung
1879. Geb. sind in G. (vgl. Weyermanns Nachrichten 1798 u. 1829): Andr.
Rempis (Rumpis), 1495 ff. Dr. med. u. Dekan der philos. Fakultät in Tübingen; Jod.
Keßler (Casselins, Casecolus), Humanist, k 1517; Wolfg. Rychart, Arzt, Humanist u.
Förderer der Reformation in Ulm, 3. Febr. 1486, r Ulm 1544 (Keim, Theol. Jahrb.
XII, 307 ff. Dort 323 f. auch der Geisl. Jodocus Hesch. Med. Corr.-Bl. 1880.
S. 285 ff.); Malerfamilie der Hennenbergler) von 1576—1707; Abr. Elias Resch,
Beindreher, 1560—1609; Paulus Burgermeister von Deizisau, Konsulent der Reichsritterschaft
zu Eßlingen, 30. März 1661. k Eßlingen 30. März 1719, und sein Bruder
Johann Stefan, Dr. jur. u. Rathskonsulent in Ulm, 10. Dez. 1663, Ulm 29. Jum
1722 (A. D. B. III, 600); der Medailleur Joh. Martin Bückle, 7. Febr. 1742, in