Kaiser Uapoleon an Jéröme Napoleon, König von
Westfalen, zu Kassel.
Der nachfolgende Brief wurde an alle Rheinbundfürsten geschickt.
Daris, 18. Januar 1813.
Uapoleon zählt seine Streitkräfte auf, die er im März an der
Elbe und Oder versammeln könne. Er habe geglaubt, „seinen Völkern"
keine neuen Anstrengungen mehr zumuten zu müssen. Dann
fährt er fort:
Kber dieser Stand der Dinge hat sich soeben plötzlich verändert
durch den Derrat des Eenerals Norck, der mit dem
20000 Mann starken preußischen Korps unter seinem Befehl
zum Seind übergegangen ist. Hreußen hat mir bei dieser
EGelegenheit über seine Gesinnung die stärksten Versicherungen
gegeben, und ich habe Aunlaß, sie für aufrichtig zu halten;
aber sie können nicht verhindern, daß sein Truppenkorps
nun beim Seinde steht. Die unmittelbaren FLolgen dieses
Verrates sind, daß der König von Neapel [Muratz sich hinter
die Weichsel zurückziehen mußte, und daß meine Derluste sich
um die in den Spitälern des alten Dreußens liegenden Mannschaften
vermehren werden. Eine der entfernteren Folgen
könnte sein, daß der Krieg sich Deutschland nähert. Ich habe
alle gebotenen Maßregeln ergriffen, um die Grenzen des
IRhein-IBundes zu schützen; aber alle verbündeten Staaten
müssen die Uotwendigkeit fühlen, Anstrengungen zu machen,
die den Umständen entsprechen. Sie haben sich nicht nur gegen
den äußeren geind vorzusehen; sie haben einen noch viel
gefährlicheren zu fürchten: den Geist des Kufruhrs und
der Knarchie. Der Kaiser von Rußland hat den Baron
von Stein zum Staatsminister ernannt; er läßt ihn in seinen
geheimsten Rat zu, ihn und alle die Leute, die schon lange
die Gestalt der Dinge in Deutschland zu verändern trachten,
und durch Umsturz und Empörung ans ziel zu gelangen
suchen. Wenn diese Menschen, wie sie denn alle Anstrengungen
dazu machen, im Schoße des [Rhein-[Bundes eine verwandte
Gesinnung unterhalten und ihm ihren GEeist einflößen können,
dann kann Unheil ohne Maß und Sahl über ihn hereinbrechen.
Von der Tatkraft, die die herrscher entfalten werden,
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