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erhob darüber 1756 ein großes Geschrei. Als er aber sah, daß
es ihm nichts half, faßte er den Entschluß sich zu vergleichen. Die
Kaiserin dagegen, um einen Vorwand gegen Preußen zu haben,
beredete den Herzog von Mecklenburg seine Klage bei dem Reichstage
einzubringen.“
Der Bericht scheint uns so gehalten zu sein, daß er zum
rechten Verständnisse nicht eines entgegen gesetzten von der Seite
Mecklenburgs bedarf. Die Lage der Dinge wird klarer, sobald wir
uns die Rollen der beiden Reichsfürsten getauscht denken: den
König Friedrich als Herzog von Mecklenburg, diesen Herzog als
König. Und noch klarer wird uns die Sache durch die eigenen
Worte des Königs an seine Untergebenen. Er selbst nennt die
Werbeexcesse in Mecklenburg gottlos und unverantwortlich. Er
selbst schickt einen der betheiligten Offiziere ohne Weiteres auf drei
Monate nach Spandau. 1)
In Folge eines solchen Verfahrens, das doch nicht bloß gegen
Russen und Mecklenburger angewendet ward, herrschte gegen Friedrich
II. eine allgemeine Misstimmung. Aber wäre daraus ein
Krieg entstanden? ·
Man sagt, die Kaiserin Maria Theresia wollte Schlesien
wieder haben. Sie äußerte sich 1751 zu dem französischen Gesandten
Hautefort: :) „Ich sage nicht, daß ich Schlesien nicht bedauere.
Auch verschweige ich nicht, daß wenn in der Folgezeit
günstige Umstände eintreten, ich vielleicht darauf sinnen würde es
wieder zu erlangen. Aber ich wiederhole Ihnen, für jetzt denke
ich nicht daran.“ Solche Worte scheinen uns durchaus nichts zu
enthalten, was nicht in der Lage der Kaiserin natürlich war, nichts
was nicht jeder andere Mensch in ihrer Lage eben so gedacht und
gesagt haben würde. Die Franzosen nahmen es hin, wie es gesprochen
ward. Zu einem Bündnisse der beiden Mächte zu solchem
1) Preuß: Urkundenbuch V. 71. 85. — 2) Schlosser II. 289.