45.
Frlankfurt] 16. [Dez. 12681).
Geliebte Malle.
Das Armband ist eingegangen, herzlichen Dank für die Besorgung;
ich habe es Johanna gezeigt, unter dem Vorwande,
daß ich es für Prinzeß Carll) aus Sanau nach Berlin zu schicken
bekommen. Sie fand es reizend, auf meine scherzhafte Frage, ob
ich ihr eins danach bestellen solle, machte sie die richtige Bemerkung,
daß man solches Armband nur tragen könne, wenn
man vielen andern Schmuck hätte; es sei zu sehr en prétention.
Ich will es ihr aber doch aufbauen, falls ich es nach Weihnachten
noch gegen andre Sachen umtauschen kann. Muß er
es vor dem Fest wieder im Laden oder definitiv verkauft haben,
so schreibe oder telegraphire 2 Worte, dann schicke ich es. Rann
er es so lange missen, dann will ich nochmals an Johannas Entscheidung
appelliren, wenn sie weiß, daß es ihrs ist. Sie glaubt,
daß es über 500 Ub. kosten müsse. Was würde wohl eine einfache
Schnur von solchen Herlen kosten, wie die 6 an dem Armband?
und was das Urmband ohne Herlen, ohne Lapis Lazluli]?
ich wollte, es wäre ½ so breit, und weder Lapis noch Herle daran.
Leb wohl, mein Serz, und verzeih die Last.
Dein treuer Bruder.
An FSrau von Arnim, geb. von Bismarck Aufgabestempel:
Sochwohlgeboren Frankfurt 18. Dez. 1357.
Ubergangestempel:
Eisenach 19. Dez.
fr. Berlin Ankunftstempel:
Derlängerte Dorotheenstr. 20. / 12. —9 Vm.
1) Die Hrinzessin Rarl war die Mutter der Landgräsin Anna von chessen.
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