thumbs : Reichstag und Heer.

Abgeordn.
Erlllenberger.

Abgeordn.  Kunert.

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Es  galt  hier  Namen  zu  nennen.  Die  Namen  wurden  gegenüber
  der  Aufforderung  des  Kriegsministers  verweigert.  Eine
Rektifizirung  irgend  welcher  Art  durch  den  Präsidenten  oder  das
Haus  fand  nicht  statt.  —

Abgeordneter  Grillenberger  sprach  über  das  Verbot  moncher
Lokale.  Unsere  Ansicht  darüber  ist  schon  oben  gesagt.  Der  Gerechtigkeit
  halber  muß  anerkannt  werden,  daß  uns  Fälle  bekannt
sind,  in  denen  hierin  offenbar  zu  weit  gegangen  worden  ist.  —
Auch  muß  ich  eingestehen,  daß  ich  mit  der  Ausstellung  der  von  den
Arbeitern  in  manchen  Militärhandwerkstätten  verlangten  Reverse,
wonach  dieselben  ihre  Nichtzugehörigkeit  zur  sozialdemokratischen
Partei  erklären,  mich  nicht  befreunden  kann,  ich  halte  dieselben.  auch
für  unwirksam.

Dagegen  ist  die  sofortige  Entlassung  von  Arbeitern  aus
solchen  Werkstätten  gerechtfertigt,  sobald  sie  sozialdemokratische
Gesinnungen  äußern.

Ein  Satz  des  Abgeordneten  verdient  aber  besondere  Beachtung.
  Er  sagte,  man  würde  sich  eines  Tages  mit  der  Berathung
  der  Frage  befassen,  ob  wir  (die  Sozialdemokraten)  uns
im  Falle  eines  Aufstandes  oder  Krieges  weigern  sollten,
zu  marschiren.  „Das  kann  Ihnen  noch  passiren  und  die  Zeit
dürfte,  wenn  Sie  so  fortfahren,  gar  nicht  fern  sein.“

Der  Abgeordnete  nahm  hierbei  Bezug  auf  einen  angeblichen
Vorgang  in  einer  fremden  Armee,  wo  eine  Verbindung  von
Unteroffizieren  und  Soldaten  zum  Zweck  der  Verweigerung  des
Feuerns  im  Falle  eines  Aufstandes,  entdeckt  worden  wäre.

Hier  wurde  also  offen  von  der  Tribüne  des  Reichstages
  die  Meuterei  der  Armee  und  die  Revolution  gepredigt,
  mit  ihr  gedroht.  Und  das  geschieht  mit  Absicht,  um
an  diesen  Gedanken  zu  gewöhnen,  für  ihn  Propaganda  zu  machen.
So  weit  wären  wir  nun  schon  —  zum  Glück  ist  aber  auch  diese
offene  Erklärung  geeignet,  uns  die  Augen  zu  öffnen!

Der  Abgeordnete  Kunert  sprach  von  den  fortgesetzten  Soldatenmißhandlungen,
  über  die  Härte  der  militärischen  Strafen  und  die
Ungerechtigkeit  der  Erkenntnisse  der  Militärgerichte.

Zu  diesem  Behuf  hatte  er  sich  die  Abschriften  einer  Anzahl
kriegsgerichtlicher  Erkenntnisse  —  es  wäre  belehrend,  zu  wissen,  auf
welche  Weise  —  verschafft,  las  dieselben  vor  und  kritisirte  nun
die  dort  rechtskräftig  ergangenen  Urtheile  als  Auswüchse  einer
unerhörten  Tyrannei  gegen  den  Untergebenen  und  ungehörige  Milde
gegen  den  Vorgesetzten.  Hierbei  lassen  wir  dahin  gestellt  sein,  ob