wärtigen, mißbilligte nicht nur in öffentlicher Sitzung des italienischen
Parlamentes auf das schärfste die Publikation Lamarmoras,
sondern vor allem auch, daß sie den Vorwand geliefert hatte,
zu Anschuldigungen gegen eine der italienischen eng befreundete
Regierung, ‚‚die, weil sie vor den klar vor Augen liegenden Tatsachen
in ihr Nichts zusammen fielen, nur auf mißverständlichen
Auffassungen beruhen konnten‘. Diese Erklärung, fügte Visconti-Venosta
hinzu, entspreche nur der Solidarität der beiden
Regierungen gegenüber einer Partei, die überall in Europa
agitiere und deren Agitation vor allem nur zum Grund und zum
Zweck habe, Feindseligkeiten gegen Italien zu schüren. Das
sollten sich auch die römisch-päpstlichen Heißsporne im deutschen
Reichstage gesagt sein lassen!
Und auch Österreich gegenüber war Bismarcks Politik zu
unzweideutig und zu sehr im beiderseitigen Interesse, als daß sie
mit solchen Mitteln erfolgreich bekämpft werden konnte. Immerhin
waren die Wunden des Jahres 1866 in der Hofburg zu Wien
nur zu leicht frisch aufzureißen! Letzten Endes hing die ganze
politische Konstellation ab von der Entwicklung der Dinge in
Frankreich.