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Aum̃mer 51
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Mittwoch, 3. März 10153
Die Verkehrseinschränkungen
in England.
Kopenhagen, 1. März. Die Blätter melden
aus London, daß in der Tat am 1. März
weitere Einschränkungen des Eisenbahmnverlehrs
in England eintreten. (Wegen Kohlenmangels,
da die Arbeiterhände fehlen.) In der Grasschaft
London werden vom 1. März ab 432 Züge
täglich ausfallen. Der Generakbctband der Eisenbahner
beschloß. infolge der Ablehnung der
Forderung nach einer 20 prozentigen Lohnerhöhung
die Vermittlung der Regierung anzurefen
und bei deren Scheitern am 14. März abends
in England und Schottland den Generalstreil zu
proklamieren.
Die ameritanischen Waffenlieferungen.
Zürich, 1. März. Der „Newyork Herald“
meldet: Jufolge des Unterseebrolkrieges in den
englischen Gewässern sind 15 mit Kriegsmaterial
für England befrachtete Dampfer am Auslaufen
verhindert. ().)
Wilsous Vorschlag und die Verbündeten.
Parie, 1. März. Die Presse erklärt. Wil
sons Vorschlag bezüglich des Handelskrieges
könne von England nicht angenommen werden.
Selbst Wilson werde nichts anderes erwartet
haben, als daß die Verbündeten die Blodade
Deutschlands noec, verschärfen müßten, um das
Kriegsende zu beschleunigen. Der „Tempe“ erklärt.
Deutschland und Oesterreick- Ungarn seien
ein ungeheures, befesltigtes Lager. Die Belagerer
Prauchten leine Nücksicht auf die Hinvilbevölterung
nehmen. Das Ziel der Velagsrung
Deutschlands sei eben eine Kapitulation. Keine
Intervention könne die Maßnahmen aufhalten,
welche getrossen würden, um die Vlodade zu
verschärfen und die deutsche Seeräuberei zu beantworten.
Keine Eruägung könne die Verbündeten
veranlassen, die gesetzlichen Waffen
niederzulegen, über die sie verfügten, um eine
Unterwerfung des Gegners zu beichleunigen.
Das „Petit Journal“ sagt: Die Zentralmächte,
welsche den Krieg Entfessellen, wollen ihn verlängern,
indem sie die Verbündelen zu zwingen
suchen, ihnen Lebensmittel und Kampfmittel zu
liefern. Dagegen wollen die Verbündeten die
Gegner vernichten, um den Krieg zu beenden,
indem sie den (Segnern die Zufuhr von Kamofund
Lebensmitteln absperren. Könne man da
noch fragen, auf welcher Seite das öffentliche
Interesse und das Recht liege? (Z.)
vom öfllichen Kriegsschauplatz.
Kowno und Grodno vor der Belagerung.
Kopenhagen, 1. März. Aus dem Felungsgebiet
von Kowno und Grodno wurden
zahlreiche russische Juden ausgewiesen, weil sie
in den amtlichen russischen Listen als „politisch
verdächtig“ bezeichnet waren, trotzdem sie bereits
jahrzehntelang im Feslungsgebiet wohnten.
In den letzten Wochen sind ahlreiche
verkappte Deutsche“ verhaftet worden, die nach
Meinung der russischen Behörden Spionage getrieben
haben. Eine große Anzabl der Verhafleten
wurde nach kurzem Verhör standrechtlich
erschossen. Im Festungsbezirk Kowno narden
weite Waldstrecken niedergelegt, um der Arlillerie
freie# Scußfeld zu gewähren. Sappeure
legten Fratierminen. (.)
Der neue Bankdirektor.
Roman von Reinbold Ortmann.
Nachdruck verboten.)
„Außerdem,“ fuhr Strahlendorf fort, „habe
ich noch eine andere Gefälligleit von Ihnen
zu erbitten. Ich wü insche unierem Verwal.
tungsrat in Hamburg einige vertrauliche Mitteilungen
von höchser Wichtigkelt zu machen,
und es liegt mir außerordeutlich viel daran,
daß der betreifende Brief nicht etwa durch irgendwelche
Zufalligkeiten verloren geht. Da unser
Postdampfer erit übermorgen abgeht, und ich
Jden Antritt meiner Reise nicht bls dahin aufchieben
kann, möchte ich den Brief und die
Schriftstücke, die ihm beigefügt werden sollen,
heute abend in Shre Hände legen. Haben Sie
also die Güte, sich gegen ohen Uhr noch einmal
herzubemüben. Ich , bis dahin alles
aufgearbeitet zu haben, 0n Ver. meiner Abreise
notwendig noch erledigt werden muß.“
„Ich bin selbstverfeändlich Janz zu Ihren
Diensten. Herr Direkror! Was Sie da von mir
verlangen, sind ja keine Gefalligleiten, sondern
Obliegenheiten meiner Stellung die ich ohne
weiteres zu- gersalllen habe.“
„Ich möchte nicht, daß Sie es so auffassen.
sagte Strahlendorf nach einem kurzen Zogern.
„Wenn es sich auch um geschäftliche Angeletzenheiten
handelt, so sind sie doch von einer so
besonderen Art, daß es mir lieb wäre, wenn
ich in Ihnen nicht nur den Kollegen, sondern
auch den Freund sehen dürste. Wir sind uns
während unserer gemeinsamen Tätigkeit perlönlich
nicht so nahe gerückt, als es wohl häue
geschehen sollen, aber Sie dürfen sich versichert
dalten, daß ich Sie steto aufrichtio gelmänt
Grodno.
Zu den Berichten aus dem Großen Hauot.
duartier wird zurzeil Grodno ofl ernähnt. Die
Stadt ist als Hauptstadt des gleichnamigen westrussischen
Gourernements von größter strategischer
Bedeutung; liegt sie r- als wichliger
Eisenbahninotent umit an der Streäe Warschau-Petersburg.
Jeder Neisende, d.r Grodno besucht,
wird sor#rn umer dem Eindru stehen, in
einer echt russiluen S:zadl zu weilen. Denn
trondem ##one menr als 50(130 Einwohner
hat, sind Uil taus meillen Hänser nichts anderes
als swarze olzhutten. Die Verwen-5
Holzes brim Duusdau lag allerdings
das Gouvernemenl Grodno
ist außero. d mo u aldte. die gtonz: Bialovischer
Heid und der lie sihe Groonoer Walo
sind fast ur: richöpflice Holzqueilen. Grodno
ist der Sitz des Go werneurs und gleich zeitig.
eine gut be # (hariisonsflad’#, moher sich
auch erklartl, daß si.“ die Ruisen nall; der ver
nichtenden W ihrer 10. Armee gerade
hier zu neuem Gefechte gesielli hbaben. In der
russisch- polnischen Geschichte hat Grodno wieder.
holt eine Rolle gespielt. Im Jahre 12 11 schwer
heimgesucht durd den Ueberfall der Tataren,
lam GGrodno einige Feill sjräter an die Littauer.
Die Glanzreriode der Stadt jiel in die Jahre
1576 bis 1586, alo? Stlephan Bathori, der nach
seiner Vermählung mit der sjagellonischen Prinzessin
Anng König von Polen geworden war.
hier seine Residenz aufiching. Er hat während
der Zeit seiner Regierung sehr viel für Grodno
getan, dessen Handel mit Geireide und Bauholz
damals den erüen Ausschwung nahm. In
(Hrodno wurden seit dem Eude des 17. Jahr
hunderts die poluischen Rein##lune algele allen;
hier unterschrieben die polnischen Nr dias de
die zmeite Teilung Polens, und hier i. shee S
nislaus August Poniatomsli am 25. No#: inher
1795 die Krone nieder. Seit der zweilen Tei
lung Polens im Grodno in russischen Besitz uber
gegangen, um 1801 Gonvernementsstadt zu
merden. Auch als Industriestadt ist Grodno
von Bedeutung. Es gibt dort in erster Linie Gewehrsabrilen;
daneben versorgt Grodno das
Gonvernement nock mi! Maschinen, Wagen,
Seise und Lichtern. Der lebhaste Verlehr wird
dadurch noch begünftigt, daß ganz in der Nähe
der Stadt die Mineralquellen von Druslieniki
liegen, die jährlich von Tausenden von Badegästen
besucht werden.
Von ben Slerr. Kriegsschauziktzen.
Abermals 2000 Russen in den Karpathen
gesangen.
WIB. Wien, 1. März. Amtlich wird verlautbart:
Erfolgreiche Kämpfe in dem westlichen
Abschnitt der Karpathenfront brachten
mehrere russische Vorstellungen in unseren Besitz.
29 O ffiziere und 2000 Mann wurden hierbei
gesangen und viel Kriegsmaterial erbeutet.
In dem Raume südlich des Dnjesr sind nach
dem Eintressen russischer Verstärlungen erbitterte
Kämpfe im Gange. Alle feindlichen Angriffe,
die auf unsere Stellungen versucht wurden,
scheiterten unter den schwersien Verlusten
des Gegners. Jn Polen und Westgalizien fan—
den auch geslern nur Oeschützlämpfe statt.
Russen in Weiberkitteln.
WITB. Wien, 1. Marz. Amtlich wird vom
Armecoberlommando berichtet: Zur Charakterisierung
der russischen Kampsesweise sei erwähnt,
daß in letzter Zeit russische Soldaien als Frauen
verlleidet von guten Aussichtsposten auf unsere
Truppen seuerten. Diese noch nicht praktizierte
habe. Ich bellagr es. daß wir elnander nicht
besser kennen geleinnk haben. Vicelleicht wäre
mir manche trübe Eriahrung und manchr schwere
Enttäuschung eripart deblieben, wenn ich mich
von Ihrer reiseren Menschenlenntnis in meinen
Privatangelegenhenen ebenso haite beraten
lassen, wie in geschnitlichen Dingen.“
„Sie sind sehr gütig, Herr Direktor! Aber
ich habe keinen Anspruch auf besondere Aner-Tnnung:
denn ich tat niemals mehr als meine
Pflicht.“
„Nun, wir wollen uns jeht nicht mit artigen
Nedensarten ausbalten. mein lieber
Henninger! Ich kann mich in diesem Augenblick
nicht so rückhaltlos aussprechen, als ich
es möchte; heute abend jedoch wond Ihnen
alles klar werden. Es ist möglich, daß Sie nuch
selbst nicht „mehr amresien. Aber Sie werden
in diesem Fall auf meinem Schreibtisch außer
dem bereito erwahmen Briefe uch ein für Sie
beltimuntor Schrifiund, par###en., 5 Ihnen
wunschenswerten Busciarungen giet. Wenn
7“e es gelesen haben, werden Sie erkennen.
von wie großer Bedeutung namentlich die Ratschläge
sind, die ich Ihnen in bezug auf Ihr
serneres Verhalten gegen eine gewisse, mit
unserer Bank bisher engverbundene Persönlichkeit
zu erteilen gedenke. Also pünktlich um zehn
Uhr, nicht wahr?
werde mit dem Glockenschlage zur
Stelle sein.
Smahiinoon reichte dem Prokurlsten die
Hand. „Ich danke Ihnen, denn. ich weiß,
ich die Angelegenheit, die mir so sehr am
Herzen liegt, beinen w piltern Händen
übergeben kaonn, als Ihrigen. Aber ich
möchte Ihnen gern jede kn lüsse Unbequemlichkelt
ersparen. — Sie wissen, daß mein
Verkleidung russischer Armeeangehöriger, die
Weiberkittel benutzen, um den Feind zu täuschen.
ist geriß wenig ruhmvoll. Den Abteilungen
des Feindes, deren Soldaten in Frauenkleidern
kämrfend gesangen genommen wurden, wird
die Anwendung dieser Kriegslist gewi#ß nicht zur
Ehre gereichen. Natũrlich, wird jeder feindliche
Soldat, der in solch unwürdiger Verkleidung
in unsere. Hände fällt, erschossen.
Gegen Serbien und Montenegro.
Mailand, l. März. Die österreichische
Flotte haite in groß ügiger Weise die Abwesen-Deit
der französischen Flotte benutzt, um die
ganze montenegrinische Küfte bis zur albanischen
Grenze zu beschieffen. „Unione“ berichtet: Der
Vorsloß der öslerreichischen Flotte aus Cattaro
gegen die montenegrinische Küsle hat, nach den
Berichten aus dem Lande selbst, eine große moralische
Wirlung aus die montenegrinische Bevollerung
ausgeübt, die zum Teil sehr deprimierend
is#. Die Hoffnungen auf eine wirksaome
Hilfe des Dreiverbandes im Kampfe gegen
Oesterreich sind jetzt nach dem sechsten Kriegsmonat
ohnehin gan;z gesunken, selbst die montenegrinische
Presse ulrrt bereits von den großen
Enttäuschungen, die dem Lande bicher bereitet
worden sind. (J.)
v 5
#r Türkel un Weirricg.
Der türlische Normarsch gegen
Aecegypten.
Amsterdam, 1. Marz. Neuter meldet ofsizirll
aus Kairo: Flieger, die über die Sinaihalbin#el
gesiogen sind, siellten sest, daß eine
lürlische Streitmad! bei el Seli und die Dschebial
Armee bei el Anja und Bersheba stehen.
Die Türlen am Suezkanal.
Turin, 1. März. Die „Stampa“ berichtet
au? Kairo: Tüglich mehren sich die Anzeichen
eines bevorstellenden Angriffes der Türken am
Suezlanal. Kortwährend sinden Angrifse auf
englische Vorposten statt. Nach der „Italia“
sind zwischen dem englischen Oberkommissar Mac
Mackon und dem General Maxwell Streitig
keiten ausgebrochen, die auch darauf zurückgehen
sollen, daß die Türlen während des letzten
Angriffes bei Tussum eine Brücke über den
Suezkanal schlagen konnten. Mac Mackon
wünscht einen General, der sich ausschließlich
mit der Verteidigung des Kanals befaßt, und
sordert Maxwells Rücktritt. (Z.)
Chios abgeschnitten.
Kopenhagen, 1. März. Aus Chios wird
die völlige Eichtelleng der Fahrten der griechi.
schen Schisse genelde. Chios ist infolgedessen
abgeschnitlen. Die 30 000 Köpfe zählende Bevöllerung
lebt infolge des Mangels an Mehl
in Unruhe. Wenn nicht in den nächiten Tagen
die Fahrten wieder beginnen, ist eine Hungers
not unvermeidlich. (3Z.)
Eine abenteuerliche Fahrt tapferer
Deutschen.
Konstantinopel, 1. März. Der Kapi.
län eines deutschen Handelsschiffes, der mit 15
Mann seiner Besatzung das Schiff verließ und
sich von Massaun bis nach Damaskus mutig
durcksch lug, erzählte über die Heldentaten seiner
Leute: Wir erstanden anfangs September ein
Floß, das mit Segeln versehen wurde. Von der
ajrilanischen Kũste aus erreic ten wir das große
„Kcer und landeten Ende Dezember in Djeddech
in Arabien. Dort versahen wir uns mit Wasser
und Munition. Wir erfreuten une der herzlichsien
Teilnahme der vsmanischen Behörden und
Bevölkerung. Dann setzten wir unsere Floßfahrt
fort. Nach secks Mochen trafen wir im
Hafen von Aludja ein. Dort lauerte uns ein
englisches Kriegsschiff auf; wir entwichen ihm
aber dank der englischen Dummheit. Kaum hatte
un" das englische Schiff bemerkt, so steuerte es
mit ganzer Kraft auf uns zu. Es fand aber
das Floß leer vor. Wir halten und ins Wasser
gestuͤrzt und schwammen glücklich ans Land.
In Aludia stellte uns die Bevölkerung Kamele
zur Verfügung, die uns bis El Ala brachten.
dorl aus brachte die mutigen Deutschen
die Eisenbahn nach Damaskus. Sie nahmen
dort mit großer Tapferleit an den Auftlärungsgesechlen
am Suezkanal teil. Jetzt sind
sie nach Konstantinopel untermegs, um sich den
deutschen Behörden zur Verfügung zu siellen.
(3.)
Das deulsche Reichsschuldbuch.
Die Einrichtung des Reiclsschuldbuches ist für
diejenigen bestiumt, die Gelder in Deutscher
Reichsanleihe anlegen wollen, aber nicht geneigt
sind, für die Ausbewahrung von Wertpapieren
und die Einkassierung von Ziusscheinen selbst
Sorge zu tragen. Die Schuldbuckgläubiger erhalten
leine Wertpapiere und keine Zinsscheine,
sondern haben eine verzinsliche Buch forderung
an das Neich. Ihr Reckt beruht lediglich auf
der Einttagung im Schuldbuck, so daß sie gegen
die Gesahr geschützt sind, durch Verlust oder
Vernichtung von Schuldverschreibungen oder
Zinescheinen Schaden zu erleiden. Die Eintragung
in das Reichsschuldbuch ersolgt gebührenfrei.
Die Jiusen erhalten die Vuchgläubiger
jeweils einige Tage vor Fälligleit vhne beson
deren Antrag durch die Post zugesandt. Sie lön--nen
aber auch, salls sie dies vorziehen. und einen
entsprechenden Antrag stellen, die Zinsen bei
den Reichsbankanstallen oder bei öffentlichen
Kassen erheben oder sie ihrer Sparkasse oder
Genossenschaft überweisen oder übersenden las.
sen oder durch Vermittelung eine# Bankhauses
usw. in Empfang nehmen.
Um zur Venutzung de?s Schuldbuches anzuregen,
pflegen bei der Auflegung von Anleiben
den Zeichnern, die die Eintragung ins Schuld
buch beantragen und sich verpflichten, ihre Forderung
während einer gewissen Sperrfrint im
Schuldbuck stehen zu lassen, Vorzugsbedingungen
bewilligt zu werden. Auch bei der jetzt auf:
gelegten Kriegsanleihe wird den Schuldbuchzeichnern,
die sich einer Sperre bis zum 15. April
1916 unterwerfen, eine Preisermäßigung von
20 Mig. (98,30 statt 98,50) für je 100 Mk.
Neunwert gewährt. Für die Schuldbuchzeichner
werden besondere Zeichnungescheine (auf rotem
Papier) ausgegeben, die zugleich die Angaben
enthallen, welche der Zeichner machen muß, da
mit die Eintragung in das Schuldbuck bewialt
werden kann.
Wie schon gesagt, erhält der Schuldbuchzeichner
zunächit weder Wertpapiere noch zinsschein.
Er kam aber später nach Ablauf der Sperrfrist,
wenn er aus irgendeinem (Zrunde Wert
Fapiere zu erhalten wünschl, seine Forderung
im Schuldbuch löschen und sich dafür Anleihe
stücke nebst Zinsscheinen im gleichen Neunbetrag:
ausreichen lassen. Es bedarf dazu nur eines be.
glaubiglen Antrages an die Reichsschuldenver.
waltung und der Entrichtung einer lleinen Gebühr
(75 Pfg. für je 1000 Mk., mindestens
aber ? Mk.). Ee sei indessen darauf bingewiesen.
daß das Schuldbuch seiner ganzen Einrichtung
nach nur fur solche Gläubiger beflimmt ist, die
ihr Geld auf längere Dauer in Deutscher Reick
anleihe anlegen wollen und die Absicht haben,
ihre Forderung bie auf weiteres im Schuldbuch
zu belassen. Solchen Zeichnern kann die Be-
a#rbenss ummer außer dem Jugang vom Hauptkontor
noch einen zwei- men von der Straße her
hat, und ich bitte eir. diesen zu benupen.
Hier ist der Schlüssel r den Fall, daß Sie die
Tür bereits versuertt sinden sollten. Ist es
mir möglich, so werde ich Sie erwarten — sollte
ich aber durch zwingende Umstände daran verhindert
sein, so bilt ie, mir während
meiner Abwesenheit en freundliches Gedenken
zu bewahren
Henninyer, der seinem Vorgesetzten gegenüber
von eiwer merkwürdigen Schweigsamkeit
und Zurückhaltung zu sein schien, beschränkte
sich auch jenzt auf eine stumme Verbeugung.
Sein Gesicht war während der ganzen Dauer
des Gespröches so unbeweglich geblieben wie
das Antlitz einer Puppe, und die seltsame
Ausdrucksweise Srrahlenkorfe die doch sicherlich
jedem anderen Anlaß zur Verwunderung
und zu allerlei bedenklichen Vermutungen gegeben
haben würde, hatte ihn offenbar nicht
im mindesten befremdet. Er nahm nun auch
den dargereichten Schlüssel entgegen, ohne daß
ich auch nur das Ailele Erstaunen in seinen
3%% Lelpiegelt
ocnn dole.. ihn dann verlassen
baue 8 "(&r sich allein und ganz unbeobachtet
wußte, da flammte es in seinen bisher so müden
und gleichgültig blickenden Augen auf, da richtete
er sich aus seiner wochlässigen Haltung straff
empor, und während er sich in allen Gelenken
reckte wie jemand, der eben eine schwere, an-Aitengenee
Arbeit verrichtet hat, vergog er die
Ealen Lippen u einem Lächeln, das sein
Gesicht für eine Sekunde in ein höchst widerwaͤrti
e verwandelte.
den iui’mWiis der argentinischen
117 herab ertönte eben der Schlag der
zehmen Stunde, als Hrumnger punntli.d, wle
er es versprochen hatte, an der kleinen Seitentür
des Banlgebäudes in der Calle San Marlin
erschien. Das Pforichen war verichlossen, und
der Prokurist zogerte eine Weilc, ehe er sich
des milgebrachten Schlüssels bediente.
ann aber, nachdem er einen Blick zu den
erleuchteten Fenstern des ersten Stockwerles
kimorgeworfen. sieß, er ihn mit einem energischen
in das Schioß, indem er vor sich
hinmurmelte: „Und wenn er es getan häute —
was weiler! G wird nicht gleich an dem Anblick
sterben.“
Henninger stieg die schmale Nebentrepce
ndoh durchschritt ein erleuchteles Vorgemach
und klopfte an eine Tür. Von drinnen wurode
ihm keine Antwort zuteil, und es blieb ganz
still, auch als er zum zweiten und dritten Maleepocht
hatte. Es war das Arbeitsgemach des
ankdirektors, das sich vor ihm austat.
Beim ersten Blick hälte der Eintreiende
versucht sein können, zu glauben, daß Paul
Strahlendorf mitten in seiner Arbeit von der
Midigkeit überwältigt worden sei; denn er
lag gleich einem Schlasenden in seinen Schreib-**
rukgelehn. Der Kopf war nach hinten
auf die Lehne gesunken, und das Licht der über
ihm drennenden Gasflamme siel hell auf das
sorblose, dorh vollkommen ruhige Antlih. Aber
es beleuchtete auch den unheimlichen schwarzen
leck an der rechten Schläse und die kleine,
sast kreierunde Wunde, von der sich ein schmaler
Streiien geronnenen Blutes über die Wange
hinabzog —, es glitzerte in den weit geöffneten.
Hone. verglasten Augen, und es ließ den Lauf
es Rovolvers, der heben der schlaff herabhängenden
Hand des Toten auf dem Teppich,
lon. in mattem, metallischem Glanze schimmern.
nüß
wer
Mi
Unt
san
den
So
aur
sale
schizuzi