Nr. 6.
350 II. Buch. Handelsgesellschaften u. stille Gesellschaft. § 109 (Nr. 5—6).
Mitgesellschafter mit der actio 2 Socio, bezw. ob umgekehrt bei Forderungen der
Gesellschaft statt der Gesellschaft ein einzelner Mitgesellschafter in Höhe des eigenen
Interesses den schuldnerischen Gesellschafter belangen kann. Diese Frage wird in
abstracto, wie nach bürgerlichem Recht, so nach Handelsrecht bejaht werden müsssen,
es sei denn, daß der Gesellschaftsvertrag die innere Ausgestaltung so regelt, daß
nur bestimmte Organe dieses Recht geltend machen können (R. G. in J.W. 06
S. 14421). Spricht das H.G.B. davon, daß „die Gesellschaft“ berechtigt oder ver-
pflichtet sei, so folgt daraus nicht, daß dem anspruchsberechtigten Gesellschafter der
andere Weg, aus den internen Beredungen des Gesellschaftsvertrages individualistisch
gegen die Mitgesellschafter vorzugehen. verschlossen ist. So ist ihm zweifellos die
Feststellungsklage gegen jeden Mitgesellschafter hinsichtlich der Existenz der Gesell-
schaft oder gesellschaftlicher Rechte zu gewähren (Behrend § 66 Anm. 20, R.O. H.G.
IX S. 35, vgl. O. L.G. Dresden bei Kaufmann IX S. 104). Er wird feruner die
Leistung der Beiträge und Ersatzsummen an die Gesellschaft verlangen dürfen
(R.G.S. XXXIX S. 169, Recht 08 S. 86 Beil. 2 Nr. 498, Düringer- Hachenburg
IV S. 81, 374), wie umgekehrt die Gestattung von Entnahmen von Geldern gemäß
§5 122 (R.O. H. G. XIX S. 416), und endlich kann, soweit nicht positiv ein anderes
bestimmt ist (z. B. § 113) jeder Gesellschafter den die Gesellschaft schädigenden Ge-
sellschafter in Höhe des eigenen Schadens belangen, was insbesondere dann von
praktischer Wichtigkeit ist, wenn der zu Belangende die alleinige Geschäftsführung
hatte, somit die Erhebung des Prozesses bis zur gerichtlichen Entziehung seiner
Geschäftsführung (§ 117) hinausschieben kann (vgl. R.O. H.G. V Nr. 45, Renaud,
C.G. S. 256, 257). Belangt umgekehrt der gegen die Gesellschaft anspruchs-
berechtigte Gesellschafter einen Mitgesellschafter, so wird dieser ihn ge lich auf den
Gesellschaftsfonds verweisen können (R. O. H. G. XIX S. 416, R. G. 3. XXXIL S. 141.
Bolze XVII Nr. 518), der Kläger könnte nicht mehr erzielen, als Verurteilun
dieses Gesellschafters zur Anerkennung der Zahlung aus der Gesellschaftskasse (vgl.
von Hahn zu Art. 112 8 8). Auch der Nachweis, daß der Gesellschaftsfonds nicht
ausreichend würde nichts nützen, wenn der Gesellscha ter die ihm obliegende
Einlage gemacht hat (B G.B. § 707, R.G.Z. LXXX Nr. 62, Renaud, C.G. a. a. O.,
a. A. Cosack, H.R. 7. Aufl. S. 674 zu V2, Düringer-Hachenburg IV S. 85).
Ist der Beklagte mit der Leistung der Einlage in Verzug, so gehört die Forderung
egen ihn ja zum Bestande des Gesellschaftsvermögens und der andere Gesellschafter
ann duh isllagung der Gesellschaft Vollstreckung in die Forderung erzielen
(6 124 . 2).
4. Unübertragbarkeit der Ansprüche aus dem Gesellschaftsverhältnis. Aufnahme
eines neuen Gesellschafters, Unterbeteiligung eines Dritten. Für die Gesamtheit der
Ansprüche des einzelnen Gesellschafters aus dem Gesellschaftsverhältnis gilt, daß sie
Rechte höchstpersönlicher Art sind, demnach weder im Ganzen noch zu einem Bruchteil
(R.G. in L.3. 09 S. 686) oder in einzelnen Hinsichten (z. B. der Anspruch des ein.
Fenen Gesellschafters gegen den anderen auf Beitragszahlung — K. G. in O.L.G.
spr. XX S. 231 R.G.Z. XXVI S. 436 — oder auf Auskunft und Rechnungs-
legung — R. G. Z. LII S. 35, O. L. G. Braunschweig im Recht 1911 Nr. 2323 —
O.L. G. Rspr. XXIV S. 131 — oder auf Einsicht in die Bücher — vgl. bei § 118
— oder das Kündigungsrecht oder Recht auf Ausschließung eines Mitgesellschafters —
einseitig übertragbar (auch nicht durch letztwillige Verfügung) und nicht verpfändbar
oder pfändbar sind (B.G. B. § 717 Satz 1, Z.P.O. §5 8517). Die in B. G. B. s 717
1) Unterstehen sie, wenn eine Ehefrau Gesellschafterin ist, im gesetzlichen ehe-
lichen Güterecht, (soweit sie zum eingebrachten Gut gehören) der Verwaltung des
Ehemannes? an wird dies, soweit sie vermögensrechtlicher Natur sind, an sich
bejahen müssen. Doch wird die Frage praktisch von geringfügiger Bedeutung sein
(B. G. B. 5 1367). Nicht zum eingebrachten Gut gehört aller Erwerb der Frau als
Gesellschafterin, sei es als Vergütung für Geschcstef#- rung, sei es als Ersatz für
Aufwendungen, sei es kraft Zuwachses aus Gewinnen. Aber auch schon der formelle
Umsatz durch Einbringung der Einlagen schafft Vorbehaltsgut. Denn an Stelle
der „qucad dominium“ inferierten Sachen „erwirbt“ die Frau Anspruch auf den
Wert. Darnach ist die Folgerung unabweisli , daß der Ehemann, der zuläßt, daß
die Ehefrau in eine offene H. G. Sachen des eingebrachten Gutes quoad dominium