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Samstäg, 1. Jannar 1614
ersten Booten die eigene Rettung bewerkstenigt
die ihrem Schutze anvertrauten Passagiere
1n selbst überlassen hatte.
Das Wetter war zur Zeit des Vorfalles gut
und die See ruhig, so daß die Rettungsboote
ohne Gefahr die nächste Küfte hätten erreichen
bönnen, wie denn auch tatsächlich die Rettungsboote
nur bei unsachgemäßem Aussetzen, nicht
aber erst nach dem Streichen im Wasser, zu
Schaden gekommen sind. Der Verlust an Menschenleben
ist leineswegs in erster Linie auf das
Sinlken des Schiffes zurückzuführen, sondern —
und aller Wahrscheinlichkeit nach in viel höherem
Maße — auf das Hinunterwersen der
ersten Boote in voller Fabrt.! owie darauf,
daß die Besatzung nur auf sich bedacht war und
die Passagiere der gekenterten Boote nicht rettete,
wohl auch auf die Geschosse, die das neiehende
Schiff trafen; aber auch der Tod der
Personen, die mit dem Dampfer versanken, ist
vor allem dem pflichtwidrigen Verhalten der
Mannschaft zuzuschreiben.
ie aus dem vorangeführten Sachverhalt
erhellt, geht die sehr geschätzte Note vom 9.
Dezember in mehreren Punkten von unzutreffenden
Voraussetzungen aus. Unrichtig ist die
der Regierung der Vereinigten Staaten zugegangene
Information, daß auf den Dam#-fer
sogleich ein scharfer Schuß abgegeben wurde;
unrichtig ist, daß das Unterseeboot den Dampfer
während der Verfolgung überholt habe;
unrichtig ist, daß zur Ausbootung der Personen
nur eine kurze Frist gewährt wurde;
vielmehr ist gerade der „Ancona“ eine ungewöhnlich
lange Zeit zur Ausschiffung der Passagiere
gelassen worden; unrichtig ist endlicht
daß ausf den Dampfer, nachdem er gestoppt
hatte, noch mehrere Schüsse abgegeben wurden.
Der Sachverhalt läßt weiter erkennen, daß
der Kommandant des Unmeerseebootes dem
Dampfer volle 45 Minuten, also mehr als
binreichend Zeit gelassen hat, um den an Bord
befindlichen Personen Gelegenheit zur Auslootung
zu geben. Sodann bewerkstelligte er,
als die Leute noch immer nicht geborgen waren,
die Torpedierung auf eine solche Art, daß das
Schiff möglichst lange Zeit über dem Wasser
bleiben lonnte, dies in der Absicht, die Ausschiffung
auf den noch vorhandenen Booten zu
ermöglichen. Er hätte, da der Dampfer noch
weitere 45 Minuten über Wasser blieb, diesen
Zweck auch erreicht, wenn die Besatzung der
„Ancona“ die Passagiere nicht in pflichtwidriger
Weise im Stich gelassen hätte.
Bei aller Würdigung dieses auf die Rettung
der Besatzung und der Passagiere hinzielenden
Vorgehens des Kommandanten kam die
k. u. L. Marinebehörde aber zu dem Schluß,
daß er es unterlassen habe, auf die unter den
Passagieren entstandene und das Ausbooten
erschwerende Panik sowie auf den Eeist der
Vorschrift, daß die k. u. k. Seceoffiziere in der
Rot niemandem, auch dem Feinde nicht, ihre
Hilfe versagen sollen, hinreichend Bedacht zu
nehmen. Sohin wurde der Offizier wegen
Uebenschreitang seiner Instruktionen gemäß den
hierfür geltenden Normen bestraft. Die k. u. k.
Regierung steht bei dieser Sachlage nicht an,
bezüglich einer Schadloshaltung der durch die
Versenkung der Prise betroffenen amerikanischen
Bürger die entsprechenden Folgerungen zu ziehen;
sie muß jedoch in dieser Hinsicht folgendes
bemerlen: Die Untersuchung über die Versenlung
der „Ancona“ konnte selbstverständlich
keinen Anhaltspunkt dafür liefern, inwieweit
amerikanischen Bürgern ein Anspruch auf Ersatz
zuzusprechen ist. Für den Schaden, welcher
durch die zweifellos gerechtfertigte Beschießung
des fliehenden Schiffes entstanden ist, kann die
k. u. k. Regierung wohl auch nach der Ansicht
des Washingtoner Kabinetts nicht haflbar gemacht
werden. Ebensowenig dürfte sie für den
Schaden einzustehen haben, welcher vor der
Torpedierung durch fehlerhaftes Ausbooten
oder durch Kentern der ausgesetzten Boote sich
ergab.
Die k. u. k. Regierung muß annehmen, daß
das Walhingtoner Kabinett in der Lage und
gewillt ist, ihr in dieser Hinsicht die erforderlichen
und gewiß nicht unwesentlichen Informationen
zukommen zu lassen. Sollten der Regierung
der Vereinigten Staaten jedoch bei etwaigem
Fehlen entsprechenden Beweiematerials
die näheren Umstände nicht bekannt geworden
sein, unter welchen die amerikanischen
Angehörigen zu Schaden kamen, wäre die k.
u. k. Regierung in der Berücksichtigung des
monschlich tief bedauerlichen Vorfalles und von
dem Wunsche geleitet, der Bunderregierung neuerlich
ihre freundschoftlichen Gesinnungen zu bekunden,
gerne bereit, über diese Lücke der Beweisführung
hinwegzugehen und Ersatz auch auf
jene Schäden zu erstrecken, deren unmittelbare
lraach nicht Estgestent werden konnte.
Indem die k. u. k. Regierung mit den vorstehenden
Auefahrungen die Ungelegenheit der
„Ancona“ wohl als gereinigt ansehen
behält sie sich gleichzeitig hdvor, die schwierigen
oölkerrechtlichen Fragen, die mit dem Unterseebootskrieg
zusammenhängen, in einem späteren
Zeitpuntt aur Erdrterung zu bringen.
ses———.—“sess.
De Atise in England.
London, 30. Dez. Nach der „Westminster
Gazetie“ ist es unwahrscheinlich, daß Henderson
zurücktritt, wohl aber andere Minister. Balsour
ist, wie gemeldet wird, nicht mehr länger
gegen die Dienstpflicht.
Die „Westminster Gazette“ schreibt: Die
Zahl der Unverheirateten, die sich nicht zum
Militärdienst gemeldet haben, lei viel gröher,
als man erwartete. Nur wenige davon seien
nach Ansicht der Regierung unabkömmlich. Es
sei möglich, daß ein oder zwei Minister zurücktreten,
wahrscheinlicher aber sei, daß es Asquith
gelinge, seine Kollegen von der Notwendigleit
der in Aussicht genommenen Maßregel
zu überzeugen. Es werden nicht, wie man
in einigen Kreisen glaube, etwa 200 Mitglieder
des Unterhauses und ein großer Teil der
rkeiterparte! sich den Zwangsmaßregeln wideretzen.
Ueber Lloyd George schreibt die „Westminster
Gazette", daß Asquith sein Versprechen,
die Verheirateten nicht aufzurufen, ehe die Unverheirateten
ihre Pflicht getan haben, halte,
wurde nie bezweifelt. Lloynd George widerfetze
sich mit aller Energie jeder weiteren Verzögerung.
Seine Ueberzeugung, daß ein sofortiges
Kandeln notwendig sei, habe in weitgehendem
Maße beigetragen, daß das Kabinett den Beschluß
faßte, der ohne Zaudern von der Mehrheit
der Minister gebilligt wurde. Lloyd George
wird für seine Fabriken keine gelernten
Arbeiter mehr brauchen, vorausgesetzt, daß er
die Gewerkschaften dazu bringen kann, mehr
ungelernie Arbeitskräfte zuzulassen. Lloyd George
brauche nämlich noch 150 000 Arbeiterinnen.
Der Beschluß des Kabinetts, zum Dienstzwang
überzugehen, wird möglichst schnell durchgeführt
werden, denn man braucht viele Rekruten.
In einem Artikel über den Beschluß der Regierung,
die Dienstpflicht einzuführen, schreibt
die „Westminster Gazette“: Wir betrachten es
als einen besonders großen Vorteil und etwas,
worauf das Land stolz sein kann, daß wir drei
Vierlel unserer großen Armeen, das größte
Freiwilligenheer, das jemals eristierte, ohne
Zmang (2) aufstellten. Es ist gut, daß wir
leine Minute früher zum Zwang übergehen,
als notwendig. Aber kein Anwalt des Freiwilligensystems,
als des normalen für dieses
Land, lann die Augen vor der Tatsache verschließen,
daß der Krieg, in dem wir gezwungen
sind, uns mit den Konfkriptionsarmeen der
größten militärischen Staaten zu messen, uns
zwingen kann, ibre Relrutirungemethode anzunehmen,
ehe der Krieg beendet ist. Das Uebergreisen
des Krieges auf den Balkan und die
Notwendigleit, unser Reich im fernen und nahen
Osten zu verteidigen, ohne unsere Streitlräfte
an der westlichen Front zu schwächen,
eröffnete für uns ein neues Kapitel und machte
die Mufsstellung neuer Streitkräfte notwendig.
(3. Das ist ein sehr weitgehendes Eingeständnis
englischer Schwäche.
Die englische Arbeiterschaft und die
Wehrpflicht.
London, 830. Dez. (Neuter.) Es wurde
eilig eine Versammlung von Arbeiterführern
einlerufen, um die Rekrutierungsfrage zu beprechen.
Das vereinige Arbeiter-Rekrutierungslomitee
hielt heute eine Versammlung ab,
in der, wie verlautet, die rerschiedenen Komiteemitglieder
die Einderufung einer nationalen
Konferenz der Gewerkschaften verlangten, ehe
das Unterhaus zusammentritt. Man sprach auch
die Ansicht aus, daß keine Notwendigleit für
die vom Kabinett angenommene Entscheidung
bestand. Das Kabinett erklärte, daß 60 Prozent
der nicht angeworbenen Männer untauglich
und 20 Prozent bereits anderweitig für
die Regierung beschäftigt seien. Die Arbeitervertreier
unternehmen nichts, bis Henderson
über die Lage Bericht erstattet hat.
n
Ateneiies den aties.
Dieneuen Balkanzüge.
Breslau, 30. Dez. Die königliche Eisenbahndirektion
teilt mit: Der erfte Balkanzug
Verlin= Lonstantinopel verkehrt ab 1. Jaonuar
noch nicht. Der Zeitpunkt, wann die Züge in
Verlehr gesetzt werden, wird jedoch binmen kurzem
bekanntgegeben.
Eine Millionenstrafe für die belgische
Nationalbank.
Brüssel, 30. Dez. Man bestätigt, daß
der Generalgouverneur von Belgien, Generaloberst
v. Bissing, eine Geldstrafe von drei Millionen
Francs über die belgische Nationalbank
verhängte, weil ihr Generalrat sich den finan-7*
en der deutschen Verwaltung
Beschaffung der belgischen Kriegskontribulon
widersetzte. (Z.)
Englische Schiffsverluste.
London, 30. Dez. Die „Times“ meldet
folgende, durch den ien Süweststurm ver-**
Schiffsverluste: Der irische Schooner
ary Jane“, nach einer anderen Version
EW# Ann- sank in der Swansea-Bay.
Wache in Pengange sichtete am Man-—
lagsrüh vier Meilen von der Küste einen unbekannten
Damxfer, welcher plötzlich unterging.
Man glaubt, daß der Fischdampfer, welcher letzte
Woche bei Aberdeen scheiterte, die „Empreß
of Aberdeen“ ist. Ein unbekannter Küsiendampser
scheiterte bei der Einfahrt von Milford-Haven.
Die Besatzung des norwegischen Dampsers
„Flandre“, der bei Whitby gestrandet ist,
landete in Harktlepool. (3.)
Ein Verräter.
Innsbruck, 30. Dez. Wie die hiesigen
Blätter melden, wurde del Bezirksschul-Inspektor
von Tione, Felir Morandi, vom Feldgericht
des Rayonkommandos von Süd--Tirol wegen
Verbrechens des Hochverrats zum Tode verurteilt,
jedoch zu 15 jährigem Kerker begacdigt.
)
In Indien.
Bombay, 30. Dez. (Reuter.) Der indische
Nationalkongreß sprach die Erwartung aus, daß
die Amtsdauer des B#zekönigs Hardinge verlängert
werden möge und daß Indier Offizierspatente
im Heer und in der Flotte erhalten.
. "
Auhland.
Die russischen Massenopfer in Bessarabien.
Czernowitz, 30. Dez. Die Wirkungen der
letzten mißlungenen russischen Angriffe sind jetzt
übersehbar. Vor den österreichischen Drahtverhauen
sind Haufen russischer Leichen bis zur
Höhe des Verhaues. Eine Unzahl Leichen sind
in den Stacheldrähten hängen geblieben. Stellenweise
sind sogar 20 Reihenangriffe gemacht
worden. Die österreichischen M aschlnengemeyr
abteilungen hatten besonders hervorragend zum
Erfolge beigetragen. Zum Angriff angesetzt
waren auf russischer Seite die Mannschaften
mehrerer Reichswehrregimenter, Tscherkessen,
blutjunge % -- neben ii en.
)
Die — in Neiriies.
Der türkische Bericht.
WTB. Konstantinopel, 50. Dez. Das
Hauptquartier teilt mit: An der Irakfront
dauert die Schlacht bei Kut el A#nara mit
längeren Pausen fort. Bei der Einnahme von
Schaik Said erbeuteten wir 450 Kannen Petroleum,
die den Engländern gehörten.
An der Kaukasusfront ereignete sich außer
Patrouillengefechten nichts.
In der Nacht vom 27. zum 28. Dezember
und am 28. Dezember brachte unsere Artillerie
in Erwiderung des Feuers eines feindlichen
Kreuzers und eines Torpedobootes die Geschütze
dieser beiden Kriegsschisfse, welche ein
wirkungsloses Feuer gegen Anaforta und Ari
Burun richteten, zum Schweigen und zwang
ke. saech zu entfernen. Bei Feddul Bahr fand
der Nacht vom 27. zum 28. d. M. ein hefsiges
Kampf mit Bomben “ Lufttorpedos
auf dem rechten und linken Flügel statt. Im
Zentrum Ariillerielampf. Nachmittags beschossen
zmei Kreuzer kurze Zeit den rechten
Flügel, stellten aber infolge Gegenwirkung
unserer Artillerie das Feuer ein und entfernten
sich. Ein Kreuzer wurde von einem Geschoß getroffen.
Vormittags holte unsere Artillerie
einen Zweidecker herunter, welcher Yeni Chehir
und Kunkale überflog. Er siel auf der Höhe
von Tekke Burun ins Meer und wurde auf
Imtros zu abgeschleppt. Unsere anatolischen
Küstenbatterien beschossen wirtungsvoll die Landungsstellen
von Teile Burun, Seddul Bahr
und Umgebung. Am 27. Dezember unternahm
eines unserer Wasserflugzeuge Erkundungsflüge
über Lemnos und Mavro und warf erfolgreich
Bomben auf die Hafenspeicher von
Mudros, wo ein Brand hervorgerusen wurde.
Künchener Neulgkeilen.
München, 30. Dez. Die sozialdemokratische
Rathausfraltion hat folgenden Dringlichkeitsantrag
eingebracht: as Gemeindekollegium
wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen,
sofort zu der Bekanntgabe der Kreieregierung.
von Oberbayern über die Bierpreisregelung
Stellung zu nehmen und 1. zu prüfen, ob der
Gutachter Prof. Dr. Doger. Weihenstephan nicht
als befangen im Sinne des Gesetzes zu betrachten
ist, 2. festzustellen, ob die Gestehungslosten
des hellen Bieres tatsächlich höher sind
wie die des Schankbieres. Iit letzteres nicht
der Fall, so wäre bewiesen, daß eine Preissteigerung
von 4 Mk. per Hektoliter durchaus
ungerechtfertigt ist.
Uowerische Nachrichlen.
eumarkt a. R., 29. Dez. Als eine aus
sechs Köpfen bestehende Bauernfamilie in
Apertsham abends beim Kerzenlicht am Tische
saß, fiel das Licht plötzlich um und entzündete
ein Häufchen Sprengpulver, das man nach dem
Stodsprengen achtlos auf den Tisch gelegt haite.
urch die Explosion wurden alle sechs Perr—————————
Augsburg, 30. Dez. Von einer hochherzigen
Tat aus dem Felde machte Oberbürgermeister
v. Wolfram in der Magistratssi in
Mitteilung. Danach hat das unter dem
mando des Generals v. Faßbender, des früheren
Kommandeurs der Militär-Schießschule und
des 3. Inf.-Regts. stehende 1. bayer. Reserve-Armeekorps
zu Weihnachten unter den wohlhabenderen
Korpsangehörigen eine Geldsammlung
veranstaltet, deren Erträgnis den Kindern
gefallener Korpsangehöriger in der Weise zugute
lommen soll, daß für dielelben Sparbücher
auf je 100 Mk. lautend bei verschiedenen
Sparlassen deponiert wurden. Auf
Augsburg entfielen allein 25 solcher Sparbücher
mit einem Gesamtbetrag von 2500 Mk. In
manche des Ernährers beraubte Familie fielen
mehrere solcher Sparbücher, so daß die Unterstützung
mitunter eine recht nennenswerte ist,
Miesbach, 30. Dez. Traurige Weihnachten
erlebte der zum zweiten Mal verwundete
Reservist Johann Kreitner in Miesbach, der
seit Kriegebeginn im Felde steht; als er auf
Urlaub heimkam, lag seine Mutter in den letzten
Zügen; tags nachher hatte man seine Frau
ins Spital gebracht.
Tegernsee, 30. Dez. In Reitrain bei Tegernsee
reinigte der auf Weihnachtsurlaub dort
besindliche verbeiratete Taglöhner Joseph Brunner
einen Scheibenstutzen, in dem eine Patrone
sleckte. Plöslich krachte ein Schuß und Brunner
sank, in die Brust getroffen, tödlich perletzt
zu Voden.
Bad Reichenhall, 30. Dez. Wie berichtek,
ist am hl. Abend nachmittags halb 2 Uhs
insolge schwerer Betriebsflörung im Saalachkraftwerk
die gesamte Stromlieferung für die
Stadt und die an den elektrischen Ueberlandbezirk
angeschlossene Umgebung einschließlich
Freilassing und Laufen eingestellt worden. Dis
Beschädigungen der Turbinen waren derart, daß
während fünf Tagen Licht und Kraft ausblieb.
Nach einer Unterbrechung von 101 Stunden
ist am Dienstag abend halb 7 Uhr endlich der
Betrieb wieder ausgenommen worden. Verschiedene
Gewerbsbetriebe, wie Mühlen, Brauereien,
Bäclereien, Meygereien usw. mußten die Lieferung
einnellen, auch im Salinenbetrieb machte
sich der Mangel an Licht und elektrischer Kraft
füblbar. Heute mittag von 12 bis halb 2 Uhrn
wurde die Stromlieferung neuerdings eingestellt.
doch ist nun Vorforge getroffen, daß ähnlichs
Zustände für die Zukunft unterbleiben.
ommanales.
Sihfung des MKollegkums der Weneinhe##
Heollmächtigten in Rosenz#e##
(Schluß.)
Der Gemeinde-Etat 1915.
Bis jetzt ist den städt. Kollegien der Gemeinde-Etat
für 1915 noch nicht vorgelegt worden.
In seiner Sigung vom 1. Dez. hat
Kollegium der Gemeindebevollmächtigten auf
dessen Vorlage wegen der vorgeschrittenen Zeit
verzichtet und den Magistrat ersucht, den Voranschlag
für 1914 auch für 1915 gelten zu
lassen. Der Magistrat schloß sich diesem Antlag
an und legte seinen Beschluß jetzt dem
Kollegium vor; wir haben ihn im Wortlaut
früher schon veröffentlicht.
G.-B. Schmidt regte bei dieser Gelegenheit die
rechtreitige Einhebung der Gemeindeumlagen an,
damit die Siadl vor Zinsenveriust verschont
bleibe. Es dürfe sich nicht wiederholen, daß
die Umlagen fur das vierte Quartal erst im
lexten Monat des Jahres eingehoben werden.
G.-B. Dachs dringt darauf, daß der Eta#s
für 1916 nunmehr bald in Vorlage komme.
DZur Deckung aller Bedürfnisse werden die Umlagen
wohl nicht ausreichen. Es sei ausgeschlofsen,
daß man mit den Geldern, die jetzt der
Stadtlasie zusließen, im nächsten Jahre auskomme.
Man werde deshalb wohl an eine Erhöhung
der Umlagen schon im kommenden Jahre
denken müssen, damit die Steuerzahler nicht
plötzlich von einer großen Erhöhung getroffen
würden. Deshalb müsse der neue Voranschlag
rechtzeitig vorgelegt werden.
Der Vorsigende macht darauf aufmerksam,
daß die nächste Sitzung des W
wohl in Zusammenhang mit der Aufstellu
des Elats für 1916 stehe-Dem
Beschluß des Stadtmagistrates wurde
dann zugestimmt.
Das polizeiliche Meldewesen.
Der Stadtmagistrat erliehr neue ortspolizelliche
Vorschriften über das Meldewesen. Das
Kollegium stimmte den neuen Vorschriften erinnerungslos
zu. Sie treten mit dem 1. Januar
1916 in Krast.
Ankauf von Futtermitteln
Der Stadt wurde ein Angebot üben prei#-werten
Ankauf von 200—300 Zentner Malzleime
gemacht. Das Kollegium stimmte diesem
Inlans pon Futtermitteln auf Vorrat bei.
Geheime Sitzung.
In geheimer Siung wurden perschiedemn
Honalfrogen erledigt. — *