Full text : Leitfaden für das Preußische Jäger- und Förster-Examen.

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durch  seine  allmähliche  und  tief  eindringende  Befeuchtung  sehr  günstig
auf  den  Pflanzenwuchs.

Schlägt  sich  der  Wasserdampf  an  bis  unter  den  Gefrierpunkt  er—
kalteten  Gegenständen  —  ohne  erst  flüssig  zu  werden  —  direkt  in  fester
Form  nieder,  so  entsteht  der  „Reif“.  Eine  besonders  schädliche  Art  des
Reifes  ist  der  sog.  Raureif  oder  Duft,  welcher  dadurch  entsteht,  daß
Nebel  sich  auf  meist  unter  Einfluß  von  Ostwind  stark  erkaltete  Kronen
und  Zweige  niederschlägt  und  reifartig  festfriert.  In  größerer  Masse  be—
schwert  er  die  Zweige  und  giebt  Veranlassung  zum  bekannten  Duftbruche.

Schnee  entsteht,  wenn  der  in  der  Luft  befindliche  Wasserdampf
gefriert;  er  wird  dann  so  schwer,  daß  er  (in  sechsseitigen  Krystallen)
auf  die  Erde  zurückfällt.

Der  Schnee  wirkt  als  warme  Bodendecke  günstig,  ebenso  als  Erzeuger
  von  Feuchtigkeit  beim  Schmelzen.  Schädlich  wirkt  er,  namentlich
im  Gebirge  dadurch,  daß  sich  große  Massen  auf  den  Bäumen,  besonders
den  Fichtenbeständen  ablagern  und  dieselben  niederdrücken  (Schneedruck)
oder  niederbrechen  (Schneebruch).  Am  meisten  leiden  darunter  Hänge
und  rothfaule  Bestände.  (Siehe  §  197.)

Die  Entstehung  des  Hagels  ist  noch  nicht  genügend  aufgeklärt.
Glatteis  entsteht,  wenn  nach  Frost  warmer  Regen  oder  Nebel  fällt  und
als  Eiskruste  am  kälteren  Boden  auffriert.

8  108.

Wie  alle  anderen  Körper,  so  übt  auch  die  atmosphärische  Luft
einen  Druck  auf  ihre  Unterlage  aus,  mithin  auf  die  Erdoberfläche  mit
Allem,  was  darauf  befindlich.  Je  nach  der  Windrichtung,  nach  der
Temperatur,  dem  Feuchtigkeitsgehalte  der  Luft,  insbesondere  nach  der
Erhebung  über  die  Meeresfläche  ist  der  Luftdruck  sehr  verschieden  und
wird  durch  ein  Instrument,  das  bekannte  Barometer  gemessen,  welches
uns  den  wechselnden  Druck  der  Luft  durch  das  Steigen  und  Fallen
des  Quecksilbers  in  der  Röhre  anzeigt.  Ein  plötzlich  starkes  Fallen  des
Barometers  zeigt  Sturm  an,  die  Süd-,  die  Südwest-  und  Westwinde
bringen  uns  wärmere  leichte  mit  Wasserdünsten  geschwängerte
Luft,  der  Druck  derselben  läßt  nach,  das  Barometer  fällt,  und  wir  haben
Regenwetter  zu  erwarten;  umgekehrt  bringen  die  Nord-  und  Ostwinde
uns  kältere  schwerere  trockene  Luft  und  schönes  Wetter,  der  Luft—
druck  wird  stärker  und  das  Barometer  steigt.  ·