Metadata : Der Deutsche Reichstag.

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sich  ganz  fest  schließen,  Preußen  an  der  Spitze  und  der  erste  und
mächtigste  Widersacher  des  Reichsministers  würde  der  preußische  Finanzminister
  sein.  Die  Richtigkeit  dieser  Darstellung  habe  sich  bei  der
Schaffung  des  Reichseisenbahnamtes  gezeigt,  dessen  Präsident  schon
nach  zweijährigem  Dienste  den  Reichskanzler  gebeten  habe,  ihm  eine,
wenn  auch  geringer  besoldete.  Stelle  im  preußischen  Staatsdienste  zu
geben.  Er  selbst  habe  den  Haupteinfluß,  welchen  auszuüben  ihm  vergönnt
  sei,  bisher  nicht  in  der  kaiserlichen  Macht,  sondern  in  der  königlich
  preußischen  Macht  gefunden.  Er  habe  einmal  die  Sache  versucht
und  eine  zeitlang  aufgehört,  preußischer  Ministerpräsident  zu  sein,  in
dem  Gedanken,  daß  er  als  Reichskanzler  stark  genug  sei.  Darin  habe
er  sich  vollständig  geirrt.  Nach  einem  Jahre  sei  er  reuevoll  wiedergekommen
  und  habe  gesagt,  entweder  wolle  er  ganz  abgehen  oder  im
preußischen  Ministerium  wieder  das  Präsidium  haben.  Es  habe  etwas
Verführerisches,  sich  ein  Reichsministerium  zu  denken,  das  im  Reiche
inncrhalb  der  Grenzen  und  Kompetenzen,  welche  die  Verfassung  dem
Reiche  zuweise,  dieselbe  Machtvollkommenheit  ausüben  und  dieselbe  Verantwortlichkeit
  dem  Reichstage  gegenüber  tragen  würde,  wie  ein  Ministerium
  im  Einzelstaate  dies  thut  und  trägt;  aber  er  glaube,  daß  der
Reichstag  über  die  Entwickelung,  die  das  nehmen  würde,  sich  täusche.
Die  Mocht  der  Stammeseinheit,  der  Strom  des  Partikularismus  ist
bei  uns  sehr  stark  geblieben;  er  hat  an  Stärke  gewonnen,  seitdem  ruhige
Zeiten  eingetreten  sind.  Ich  kann  sagen,  die  Reichsflut  ist  rückläufig;
wir  gehen  einer  Ebbe  darin  entgegen.  Ich  weiß  nicht,  ob  ich  es  tadeln
soll,  oder  ob  es  ein  gesunder,  naturgemäßer  Entwickelungsgang  ist.  Es
wird  auch  die  Reichsflut  wieder  steigen.  Man  muß  nur  nicht  annehmen,
  daß  in  drei  Jahren,  oder  selbst  in  zehn  Jahren  alle  diese
Sachen  fertig  gemacht  werden  können.  Ueberlassen  Sie  unsern  Kindern
auch  noch  eine  Aufgabe;  sie  könnten  sich  sonst  langweilen  in  der  Welt,
wenn  gar  nichts  mehr  zu  thun  ist.“

Die  Rede  des  Fürsten  Bismarck  vom  10.  März  1877,  hatte  ihre
Bedeutung  nach  zwei  Seiten  hin.  Er  entwarf  die  allgemeinen  Züge
seines  wirtschaftlichen  Programms,  indem  er  erklärte,  er  habe  den  Eindruck,
  daß  der  Arme  unter  dem  Regimente  der  indirekten  Steuern  sich
wohler  fühle,  und  in  diesem  Sinne  wünschte  er  eine  Erhöhung  der
Zölle  und  Steuern  auf  nicht  absolut  notwendige,  auf  entbehrliche
Artikel,  Tabak  und  andere.  „Nun“,  rief  der  Fürst,  nachdem  er  seine
Ansichten  erläutert  hatte,  ich  bin  außer  stande,  die  Friktionen  zu
überwinden,  die  sich  außerhalb  dieses  Hauses  der  Verständigung  über
einen  Entwurf  der  Steuerreform  entgegenstellen.  Sie  unterschätzen