Full text : Leitfaden für das Preußische Jäger- und Förster-Examen.

—  23  —

mit  langen  braunen  Schaftflecken.  Der  lange  Schwanz  mit  5  (4—6)  Bändern.
Füße  gelb.  Augen  röthlich.  Im  Fluge  kennzeichnen  ihn  die  kurzen  stumpfen
Flügel  mit  ihrem  kurzen  schwirrenden  Flügelschlag,  der  lange  Schwanz  und
fast  versteckte  Kopf.  Durch  seine  Frechheit,  Gewandtheit  und  weil  er  alles  zu
bewältigende  Wild  und  Geflügel  im  Fluge  wie  im  Sitzen  schlägt,  noch  gefähr—
licher  als  der  Wanderfalke  für  die  niedere  Jagd  und  allgemein.

2.  Der  Sperber  ist  fast  ebenso  gezeichnet  wie  1,  nur  hat  C  braunrothe
Querzeichnungen  auf  weißem  Grunde;  die  geringere  Größe,  die  dünnen  langen
Läufe  und  der  weiße  Nackenfleck  unterscheiden  ihn  sicher  von  demselben,  ebenso  wie
die  kurzen  Flügel  von  allen  ähnlichen  Vögeln.  Noch  gemeiner  wie  1  und
ebenso  schädlich,  deshalb  unablässig  zu  verfolgen.  Beide  Habichte  sind
Strichvögel.

Kennzeichen  der  Bussarde.

Lauf  hinten  ganz,  vorn  halb
nackt,  Schwanz  mit  12  (10
4.  Schwinge  am  Borsten  bis  14)  Binden  b.  vulgäris  Gemeiner  Bussard.
längsten,  jedoch  im  #Lauf  bis  an  die  Zehen  befiedert,
  nackter  schmaler
Z  .  Längsstreifen  an  der
als  die  8.  und  5,  Hinterseite  b.  lägöpus  Rauhfußbussard.
Mittelzehe  kürzer  Ohne  Borsten  im  Augenkreis!  Schwanz

als  Lauf.  immer  mit  3  breiten  dunklen  Querbinden
(die  dunkle  Schwanzspitze  ungerechnet),  Zügel
und  Läufe  beschuppt  Pérnis  apivörus  Wespenbussard.

1.  Der  gemeine  Bussard  ist  50—55  em  lang  und  nach  seinem  Kleide  kaum
zu  beschreiben,  da  dasselbe  von  weiß  bis  schwarz  mit  allen  möglichen  Abweichungen
wechselt.  Die  halbmondförmigen  Nasenlöcher,  oben  mit  fast  geradem  Rand,  und
die  Borsten  im  Augenwinkel  kennzeichnen  ihn  noch  am  besten.  Das  Auge  ist  nie  gelb.
Im  Fluge  charakterisiren  ihn  der  kurze  Schwanz,  langsamer  Flügelschlag,
vieles  Kreisen  mit  „hiää“-Geschrei.  Sehr  verbreitet.  Da,  wo  er  der  Jagd  nachweisbar
  schädlich  wird,  ist  er  zu  verfolgen,  sonst  als  eifriger  Vertilger  von
Mäusen  2c.  zu  schonen.  Strichvogel.  2.  Der  Rauhfußbussard  ist  nur  vom
Oktober  bis  April  hier  und  —  weil  schneller  und  gewandter  —  wohl  etwas  gefährlicher.
  Außer  den  oben  angegebenen  Kennzeichen  charakterisiren  ihn  noch  das
stets  rothbraune  Auge,  die  stets  dunkle  Färbung  am  Bauche  und  ein  großer
dunkler  Fleck  auf  dem  Unterflügel.  3.  Der  Wespenbussard  ist  nur  Sommergast
  und  der  harmloseste  von  obigen  drei  Bussarden.  Er  stellt  den  Wespen  und
Hummeln  nach,  auch  wohl  kleinen  Vögeln.  Gegen  die  Wespen  schützen  ihn  die
charakteristischen  harten  Kopffedern.  Ziemlich  selten.

nur  wenig  länger  Augenkreis.

 

 

Kennzeichen  der  Weihen.  Circus.

Ebenso  leicht  wie  die  Weihen  an  dem  das  Gesicht  umrahmenden  Federschleier
(eulenartig)  als  Gattung  zu  erkennen  sind,  so  schwer  sind  die  einzelnen  Arten  zu
unterscheiden.