Volltext : Archiv für öffentliches Recht.Sechster Band. (6)

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Schweizerbürger  bloss  der  Heimathschein,  für  die  deutschen  Staatsangehörigen
  ein  Zeugniss  der  Gesandtschaft,  durch  welches  bescheinigt
  wird,  dass  der  Inhaber  die  deutsche  Reichsangehörigkeit
besitzt  und  einen  unbescholtenen  Leumund  geniesst.  Auf  die
niedergelassenen  Deutschen  sind  auch  die  Schlussbestimmungen
des  Art.  45  der  schweizerischen  Bundesverfassung  anwendbar,
welche  lauten:

„Der  niedergelassene  Schweizerbürger  darf  von  Seite  des
die  Niederlassung  gestattenden  Kantons  mit  keiner  Bürgschaft
und  mit  keinen  anderen  besonderen  Lasten  behufs  der  Niederlassung
  belegt  werden.  Ebenso  darf  die  Gemeinde,  in  welcher
er  seinen  Wohnsitz  nimmt,  ihn  nicht  anders  besteuern,  als  den
Ortsbürger.

Ein  Bundesgesetz  wird  das  Maximum  der  für  die
Niederlassungsbewilligung  zu  entrichtenden  Kanzleigebühr  bestimmen.“


Das  vorgesehene  Bundesgesetz  ist  gegenwärtig  noch  dasjenige
vom  10.  Dezember  1849,  wonach  sämmtliche  Kanzleigebühren  für
die  Niederlassung  6  Franken  (neue  Währung)  nicht  übersteigen
dürfen.

Der  Deutsche,  welcher  in  der  Schweiz  Wohnsitz  hat,  bezw.
niedergelassen  ist,  geniesst  sämmtliche  in  der  Bundesverfassung
dem  niedergelassenen  Schweizerbürger  gewährten  Rechte.  Es
kommen  hiebei  in  Ansehung  Art.  46,  49  letzter  Absatz  und  Art.  59
der  Bundesverfassung.

recht  noch  den  sog.  „Aufenthalt“.  Nach  Art.  47  der  Bundesverfassung  soll
der  Unterschied  zwischen  Niedergelassenen  und  Aufenthaltern  durch  ein
Bundesgesetz  festgesetzt  werden.  Da  das  Bundesgesetz  noch  nicht  erlassen
ist,  so  wird  dieser  Unterschied  noch  durch  das  kantonale  Recht  umgrenzt.
Nach  Entscheiden  des  Bundesrathes  dürfen  jedoch  die  Aufenthalter  (abgesehen
von  den  politischen  Rechten)  nicht  ungünstiger  behandelt  werden  als  Niedergelassene,
  so  dass  diese  Unterscheidung  zwischen  Niederlassung  und  Aufenthalt
  den  Deutschen  gegenüber  keine  Bedeutung  hat.  Vgl.  SCHOLLENBERGER,
Die  schweizerische  Freizügigkeit,  S.  40—4.