Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

jahr  käme,  was  könnten  wir  dagegen  ktun?  Da
sal  es  vor  dem  Kriege  manch-  Gargescheite,
die  meinten:  Daß  in  unserer  Jeit  noch  eine
Zungersnot  kommen  kann,  ist  nusgeschlossen.
Wars  in  dem  einen  Land  nicht  produzier!  wird.
dar  bringt  der  Verlehr  mit  anderen  Ländern
berein.  Nun  ist  durgh  den  Krieg  dieser  Ver
lehr  rielfach  ganz  lahm  gelegt  worden?  Wa
bilst  da  alle  Gesckeitheit,  all#  Or  aanisation
Was  hilft  die  mit  vollen  Vacken  gepriese  no
Tecknik,  so  für  alles  Ersatzslofse  wein?  Was
bilft  aun  die  gam  unüberlegt:  Androhung  der
Revolution,  wenn  nichn-r  mehr  Getreide  und
Brot  geliesert  wird?  Oe.sweaen  wächei  kein
Oalm  mehr  auf  orrriinske  Boden,  und
lann  auch  saft  nichts  vom  Aurland  besogen
werden.  Schnell  sertig  il  dic  Jugenod  mit  dem
Wort.  sagt  der  Dichter.  Erwachsene.  müssen
vorsichtiger  mit  ihrer  Kritil  sein.  (R.  Grzb.).

—  r**

 

Schandwei
Mühl  dors.  6.  Juli.  Die  D  Dienstmagd  Ma
ria  Blatiner  aus  Kiebing.  zurzeit  in  Ampfing,.
hat  sich  mit  einem  Russen  Eingelassen  und  stand
dieserhalb  jet  vor  dem  Schöfsengericht.  Sie
sicht  demnac.  it  ihrer  Nederkunft  emgegen  und
murde  zu  fünf  Monaten  Gesänanis  verurteill.
Auck,  die  Klara  Steffel  aus  Leldenstein  hing
sich  an  einen  Russen  und  sollie  sich  verantwor
uun.  Da  aber  eine  gemeindeamtliche  Beicheini
aung  vorlag,  Uonack  sie  ale  Fol#e  dieses  iträf
lichen  Verhallises  vor  ihrer  Entbindung  licht.
wurde  die  Verhandlung  gegen  sie  ausgesegt.
Der  Gerick  8  vor#itzende  nannte  es  einen  Sauflatl,
  daß  deulscke  Mädchen  sich  den  feindlich'n
Kriegsgesang  enen  Lingeben.  und  meinte,  die.
ser  Sanstall  lönne  nur  durcl  nre#ge  Strafen
ausgemistet  werden.
Eine  Rote  Kreu:

Vor.

Sweser
als  Tmuaglerin.
Mittenwald.  6.  Juli.  Von  der  öflerrei-.
chischen  Finanzwache  wurde  die  im  Reserrespital
in  Seefeld  als  Rote  Krem  Schwester  tälige
Oberteumantswitwe  Elise  Outer.  die  den  Gren.
s#ern  schon  öfters  wegen  ihrer  unnatürlichen  Beleiktleit
  ausgesalten  war,  ungehalten.  Bei  icrer
  Untersfucung  fand  man  über  drei  Kilo
Jigaretten  und  eine  grofere  Meng:  Zigarren.
Die  Smurgierin  wurde  zu  1159  Kronen  ver
urteilt.
(Gaileumord  dorsuttk.
Augesburn,.  6.  Juli.  Während  der  Taglöhner
  Horber  roen  (Sotten  zu  hei  Mill.  Reur  idih
letzten  Winter  im  Gefängnis  war,  sing  deisen
Klau  mit  dem  Scuhmacher  u.  Händler  Jo  l  Pls
Hefele  von  Donanal###  eim  ein  Lieber  verdalluis
au.  Letzierer  lien  jick  von  der  Fran  üb:  egreden.
den  Mann,  sobtd  er  frei  werde,  3  #eschie#n#n.
um  nahm  ven  ihr  10  Marl  an,  um.  dafür  einen
  Revolrer  zu  erwerben.  Am  15  .März  gab
peseie  auf  Horber  fünf  Schüsse  ab.  verlente
ihn  aber  damit  nur  unbedentend.  Wegm  Mordrersucks:
  und  Anit-  istung  dazu  wurden  Lesele  zu
Fier  Jahren,  die  Horber  zu  dreieinhaib  Jahren
iucktlraus  und  beide  zu  sunf  Jahren  Ebrrerlun
cructeiit.
Jun  Dode  Verurteilt.
Linz  a.  Donau.  .  Juli.  Var  dem  hieĩigen
usnahme?  erig  ete  halte  sich  d  e  52  Jahre  aite
Zieinarbeitersfrau  Therese  Buc  mayer  don
20  wert  iberg.  wegen  Gatienmordes  zu  verantworten.
  Sie  erschlug  ihren  70  Jahre  alte:
Mann  in  der  Holzieze  mit  einem  Beil-  *“
der  Tat  schleppte  sie  die  Leiche  zu  einer  Lehmaube
  und  warf  sie  dort  hinab,  um  den  Anschein
eines  Unglüä##falies  zu  erwmecken  Das  Weib.
melches  itets  mit  ihrem  Manne  in  Unfricden
lebte,  wurde  zum  Tode  verurteift.

Elwas  über  Pilze.

Wilh.  Rosenheim.)

 

Von  Zwack,
6.
Fur  unsere  Ernährung  dienübar  machen,  müssen

  wir  besondere  folche  Pilze,  an  denen  die

Natur  ein  Massenangebot  macht.  Viele  müssen

da  umlernen.  Gar  mienen  wird  manche:  n  Pil;

etwas  abzubitien  haben,  wenn  er  ihn  nur  einmal
  gekostet  hat.  Allerdings  gegen  Vorurleil:
ist  schwer  aufzukommen.  Der  „Nurtteinpil

·  wird  nicht  gelten  lasse  n  wollen,  daß

„man“  auch  etwas  alleer  es  eĩsen  könne.  Aber

den  Unbefangenen  sei  es  verraten,  ein  „gemischtes

  Pilzgerich!“  in  besser.  Wie  wir  vom

Kommunalrerbano,  wenn  auck  ucht  wunschlos,

nehmen,  was  er  hergibt,  so  müssen  wir  von

der  Natur  nehmen,  was  vorhanoen  ist.  tein
bilze  sind  in  bunserer  näheren  Umgebung  selten.
  Dafür  aber  gibt  es  in  reichlicher  Menge
in  unserer  lehmigen  Gegend  unter  dichtem
jungen  Nodelgehölz,  besonders  auf  moosigem
Boden  einen  der  wertvollsten  und  wohlschmelkendsten
  Pilse,  der  so  wenig  Beachtung  findet,
nämlich  den  echten  oder  Fichtenreizker.  Er  ist
leicht  zu  erkennen  an  seiner  orangegelben  Milch
die  sonst  kein  Schwamm  hat.  Sein  Fleisch  ist
von  der  Farbe  der  gelben  Rüben.  ergleiche
das  über  den  Gistreizker  Gesagie!)  Dieser  lastige
  Pilz  ist  unmittelbar  vor  dem  Zerschneiden
zu  waschen.  Wem  der  elwas  scharfe,  an  Papri-=lagewürztes
  erinnernde  Geschmac  nicht  zusagt,
  mag  ihn  ganz  kurze  Zeit  in  kochendem

Wa###r  brühen,  bevor  er  ihn  zubereitet.  Er

vibi  ciue  Jel#  Aule  Suppe,  gignet  sich  zum  bra-#

  L  aufo  eind  ringlichite  auf,

 

ten  lann  als  Salat  gegessen,  oder  in  Essig
eingelegt  werden.  Sein  Massenauftreten  läßt
itm  geeignet  erscheinen  zur  Herstellung  von
Pilzertrall,  der  zur  Nerbesserung  der  Suppe
dient.  (Siehe  Pilpnerkölatt  der  Bayer.  Lebensmistelsteile,
  lostenlos  vom  Verlag  „Nalur  und
Kultur“".  München,  Herzogstraße  5.)

Ein  weiterer,  sehr  häufig  vorkommender,
sast  unbeachteter  Pilz  ist  der  Hallimasch.  Er
Ledeiht  an  Baumwurzeln  und  alten  Stöden
herdenweise.  hat  dünnfleischigen  mit  dunlleren
Falern  *  HOm  von  honiggelber  bis  brauer
  Farde,  der  beim  jungen  Pilz  mit  weißer
Haui  verichioffen  ist,  uund  weiße  bis  broune,
nie  grünliche  Blätier.  Das  Fleisch  ist  bräun-.
lich  weis-,  der  Stiel  ranichh  braun.  Er  riecht
angenehm,  elwas  süßlich.  und  schmes  It  säuerlich.
Von  ihm  ist  nur  der  Jut  mit  dem  weichen
Teil  des  Stiels  obe  rhalb  dem  flodigen  Ring
zu  verwerten.  Er  wächst  ab  Seplember.  Sein
ungenies  barer  Vetter,  der  sparrige  Schuppen—
pilz,  ist  jtrohgelb  bis  gelb  braun  am  Hut  und
Tliel.  die  beide  mit  sparrigen,  abstehenden
Schunpen  bedeit  sind,  hat  gelbes  Fleisch,
geilliäh  grüne  Blätter  und  unangenehmen,  moderigen
  Geruck.

Und  nock  eine  ganze  Gruppe  von  Pigzen,  die
auf  unsere  Kriegspeiselarte  gehören,  muß  erwähnt
  werden.  V#  sind  die  so  häusig  in  unseren
  Nadel  und  Lanbwäldern  und  auf  moorigen
  Wiefenhrund  wachsenee#n  Staubpilze  oder
Vorim.  „Vergleiche  die  Ausführmnen  über
den  einzigen  WMiftpilz  ur  iter  renielben,  den  Kar—
losselbor  ist  ader  Harthoriit!

Wenn  mir  zu  den  hier  Zmaritgängigen“
Schwämmen  nach  Pilze  der  hier  nicht  behandelten
  Art,  nämlich  Fichrenreizker,  Hallimaich
und  Vor  istr  nehmen,  so  wird  der  Ga  au  in
den  Wald  lohnender,  die  Erute  gröser  und
aunuier  Kriegespeiseze  enel  abwedslungsreicher  sein.

Nur  sei  nochmals  einoringlichst  gewarn!,  ror
Olerläcichleit  bei  der  Pilzprüsung.  Achtet
#euge  auf  die  chara#  #teristischen  Merkmale  der
Speisepilie!  Sind  sie  nicht  deutlich  erlenabar,
so  lasset  die  Hände  daron.  Im  Jweifelesalle
2  Kenner!  6#

hm  Abbau  des  Feemdeno  klehrs.

Traunstein,  7.  Juli.  Das  Beztrisamt
Düamlein  lehnt  die  Gesuche  um  Zulassung  von
Fremden  in  der  Umgebens  ab,  wegen  der  Er
nahrungeschmicrigleilen!  Das  Bezirisam  sag:
.  Der  öremdenmuzus  mus  mit  ollen
Milteln  eingeschrinil  weren  #2
alb  werden  Gesuchr  um  die  Erlaubis  zur
#  mietung  in  P#louthamen  aus  ealiensn  ]
aknlehm.  Aber  auch  die  Einmietung  in  Gast
häuieln  und  Fremoenheimen  muß  wderraien

 

ottlich:

 

         

 

 

werden.  Ce  isi  nicht  moglich,  den  Wirke
remdein:  *-  besondere  Zuweilu

Wiehl,  GFSleisch,  Rurier,  Fiern,  Suppen  Eüunla
gen  usfm.  zu  geben;  die  Selbsteindeäung  ist  den

Wirten  verboten,  jo  daß  v##aussichtlich  schon
in  lürzester  zelt  die  Wirte  auch  selchen  Gäslen
iinnigen  mürien,  die  schon  einige  Zeit  bei  ihnen
#u  ohne  n.  Bei  dieser  Sachlage  ist  en  nicht  von
Bedeutung.  wenn  einzelne  Aufchuthaltis  gesuche
belenen.  baf  der  Sommergaßt  oder  seine  Famil
  nuch  äril;  ichem  Zeugnie  der  Erholung  br.
I.  *  Zeugnis  lann  niemas  den  ##

2  da  gerade  im  Bezirt  Trannnein

Aufeklen  aenommen  werden  mun.  Es  aibt
iber  in  Banern  noch  eine  ganze  Reihe  von  Be-„ien,
  deren  Ernährungsverhällnisse  besser  sind,
ici  es,  weil  sie  als  Kutorte  be  esondere  Juteilungen
erhallen  oder  weil  die  vorjährige  Erule
nser  war.  Das  Stüät  Brot,  das  cin  Sommetfrischler
  in  Marquartstein  verzehr#  wird  dem
A#rveiter  zn  Trostoerg  sehlen.  Ich  sordere  desdie
  VBevollerung
Verhäjtnisse  auszutlären  und  dafür
daß  niemand  an  Sommerfrischler
vrermietet.  Es  ist  eine  Pfli  ichtwibrigleit  und
eine  Gewissenlosigleit,  wenn  in  einer  Gemeinde
sogar  Bezirt!s-Broltmarken  abgegeben  werden.“

Der  Weltkrieg.
W—

WIB.  Großes  Sauptquartier,
Juli.

Westlicher  Kriegsschauplas.
Front  dee  General-Feldmarschalls
Kronprinzen  Rupprecht  v.  Boyern

Gute  Beobachtungsmöglichleit  steigerte  gestern
den  Artilleriekampf  in  einigen  Abschnitten  der
slandrischen  und  Artois-Front  zu  erheblicher
Stärke.

 

 

 

lel  diese
eu  sorgen,

 

den

1

Front  Deutscher  Kronprinz.

Das  durchmeg  lebhafte  Feuer  verdichtete  sich,
besonders  bei  Cerny,  am  Aisne-Marne-Kanal
und  in  der  westlichen  Champagne.  Nach  schlagartig
  einsetzender  Arlilleriewirlung  griffen  die
Franzosen  mit  starken  Krästen  vom  Cornillet  bio
zum  Hochberg  F  Süpbstlich  von  Naurdby
umutde  der  Angriff  ourch  Feuer  und  im  Nah.
lampf  durch  Gardetruppen  abgewiesen.  Am
Hochberg  wurde  der  Gegner,  der  in  Teile  des
vordersten  Grabens  eingedrungen  war,  durch

#frastwollen  Gegenstoß  eines  haun  erschen  Aegi--

  Franlreichs  ist,  daß.

 

mentes  vertrieben,  Hier  stürmien  die  Franzosen
  einent  vor  und  brachen  nochmals  ein.  Wieder
  murden  sie  durch  Gegenangrisse  und  in  erbitterten
  Kämpfen  Mann  gegen  Mann  zurückgeworsen.
  Crkundungsvorstöse  am  Brimont  und
bei  Cernan.,en#  Dormoie  brachten  und  eine  größe--re
  Zahl  von  Gesangenen  ein.
es  Herzogs  Albrecht

Frontde  *#%  *7  onlalrech  temvberg.

Bei  vie  sach  auslebenren  Feuer  leine  gröhß  -
ren  Gefechltshandiungen.

Die  Fliegertätigkeit.

Bei  Tag  und  bei  Nach!  war  die  Fliegertä
tigleil  sehr  rege.  Acht  seindliche  Flugzeuge  u.
ein  Fesselballon  wurden  abgeschossen.

Oestlicher  Kriegsschauplaonz.
Hrerevruphe  de-  1½  mn  Lropold
von  Baye

Heeresgruppe  Vo  Ermolli.

Die  Schlacht  in  Ollgalizien  hat  gestern  zu
einer  äußerĩt  biutigen  Niederlage  der  Russen
heführi.  Nach  mehrstündigem  slartem  Zerstsrungsfeuer
  setzte  am  srühen  Morgen  der  russische
Angriff  zuischen  Coniuchn  und  Lamrylowsce  en.

Peit  immer  neu  ins  Finer  geworsenen,  tief  gealiederten
  Kräften  stürmien  die  rüssischen  9:
essionen  gegen  unsere  Front.  Bis  zum  Mittag
wiederlolte  der  Feind  seine  Angrifse.  Sie  sind
sämtlich  unter  den  schwerilen  Verlusten  zusam.
mengebrochen.  Auch  de  Verwendung  von  Panzertraftwagen
  blieb  für  die  Russen  nutzlos,  kie
wurden  zerschofsen.  Gegen  die  zurückflutenden
Masen  griffen  unstre  Jaad#assein  aus  der  Luft
ein.  Bereilgesteltt:  Kavatlerie  wurde  durch
Fernsener  zeritreul.

Sxäter  griff  der  Feind  in  teine  Opfer  schenendem
  Sturm  weiter  nordlich  bie  zur  Bahn
Zloczow.  Tarnopol  und  wischen  Bmiow  und
Zwuceyn  an.  Auch  Bhier  kam  er  nirgende  vorwäris.
  Ueberall  wurde  er  geworfen.  «

Bei  Stanisiaus  und  an  einigen  Stellen  im
Karpathenvorland  sind  ebenfalls  starle  rus
sische  Angrifie  gescheilert.

Erbeutete  Befehle  in  französischer  Sprache
zeigen,  ron  wem  das  russische  Heer  zum  An.
gilif  getrieben  wurde,  der  ihm  keinerlei  Erfolg
Gz-cht,  dagigen  blutige  Opfer  gely#iet  hat.

Nl  iinische,  Padisch:,  thüringische,  sächsische  und
öienreich  ungarische  Trupven  teilen  sich  in  die
Ehre  der  Schlacht.
grunpe  des

Eriheriog  Jose

In  den  Karpalhen  vieifach  rege  Gefechtstätig
leit.  An  mehreren  Slellen  wurden  Vorslöße  der
Russen  zurütgewiesen.

Bei  der  Heeresgrupve  den  (eneralfeldmarschatter
  v.  Malensen  und  an  der  Mrahonnae
From  itr  die  r  unverändert.

ODer  erste  Generalquortiermeister
Ludendorff.
·  "  *r

Weitere  U  Boot  Erfolge.

Wi'r.  Berlin,  Juli.  Neuc  U.  Boot.  Erfolge
  vor  und  im  englischen  Kanal  und  in  deir
Nordsee:  6  Dampfer,  4  Segler,  11  Fischer,
fahrzeuge.  Die  Ladungen  der  versenkten  Fahrzeuge
  bestanden,  soweit  seitgestellt  werden  lonnt:,
  aus  Kohlen,  Weizen,  Lebenemitkeln,  Oel
und  Grubenholz.

Herres
uh.

Die  französischen  Verlustc.

Verlin,  7.  Juli.  Die  spanische  Zeitung
„Accon““  dringt,  wie  „Aftondlade:“  meldet

„Ausliärung  darüber,  warum  Frankreich  zürzlich
die  span:sche  und  Schweizer  Grenze  sperrte.  Sie
schreibt:  Die  Nachiichten  aus  Frantreich  lautet
auf  erordentlich  ernst.  Die  öffemliche  Memung
die  letzte  Offensive

Tß  französischen  Heeres  ein  großes  Unglück  für
Telka  war,  da  sie  den  Franzosen  unerhörte
Verluste  zugefügt  hat.  Tausende  und  Aber
tausende  Verwundete  mufnen  aus  der  Front
getragen  werden.

Die  Veriluste  der  sranzösischen  Regimenter  waren
  so  sürchterlich,  daß  französische  Kolonialtruppen
  sich  weigerten,  den  Kampf  fortzusetzen
und  uu  Menge  deserlierten.  Es  kam  soweil,  daß

die  französische  Hreresleitung  reguläre  Truppen
heranziehen  mußte,  um  die  französischen  Kolonialtruppen
  am  Desertieren  zu  hindern.  Die  aus
Südfranzosen  bestehenden  Dioisionen  in  Mar.
seille.  Lovon,  Bordeaur  und  anderen  Städten
unternahmen  groß:  Friedenslundgebungen.  Die
Regimenter  forderten,  daß  die  Regierung  sofort
Friedensunkerhandlungen  eluleite.

Das  waren  die  Nachrichten,  deren  Verbreitung
die  sran#ösische  Regierung  so  lange  wie  moͤg  ·
lich  verhindern  wollte,  und  das  ist  der  wahre
Orund,  warum  die  spanische  und  Schweizer
Ereme  gespverrt  wurde.

Genf,  7.  Juli.  In  der  letzten  geheimen
Sihung  der  fronzösiscen  Lamwer  wachte  auf

eine  Interpelkation  in  Angekegenhelt  der  j
fuen  frangösischeen  Operationen  Paimtewe
Mikteflung,  daß  die  französische  Armer  in
ketzten  Monaten  an  Menschenmaterial  ungeh
Verluste  erkitten  hat.  Die  radilalen  Bli
fordern  den  Kriegeminister  auf,  seine  E
rungen  in  ösfenklicher  Sitzung  zu  wiederhe
damit  Frankreich  über  seine  Verkuste  orien
r

ei.

6  Die  amerikanische  Luftflott
Washington,  7.  Jußbl.  Reuter.)
Kriegsdepartement  legte  dem  Militärauss
kes  Repräsentantenhauses  ein  Gesetz  zum  i
dau  der  Luftflotte  vor.  Es  sieht  die  sofor
Erbauung  von  22  625  Aeroplauen  vo#r,  fün
639  Millionen  Doltar  gefordert  werden.

Die  russischen  Ofsensiokräft
„ürich,  7.  Juli.  „Corriere  della  S"
meldel,  das,  das  militärische  Aufgebot  der
sen  zum  JZuete  der  seindlichen  Frontdurd
chung  auf  38  Divisionen  zu  beziffern  sei.  e
meldet  die  „Agence  Havas",  daß  die  Einh,
von  vier  russischen  Armeen  bei  der  Offei
in  Galizien  zusammenwirkten.
Gegen  die  Neutralen.
Rotterdam,  7.  Juli.  Im  Unterhaus
llärte  Lord  Nobert  Cecil  auf  eine  Anfrage,
die  englische  Regierung  beabsichtigt,  von  je
neutralen  Land  einen  entspreckenden  Schade
satz  zu  erzwingen,  von  dem  bewiesen  wekönne,
  daß  es  die  Abfahrt  von  Schiffen
seinen  Häfen  zugelassen  hab.,  die  in  außer
des  Kriegsgebietes  gelegenen  Seemegen  M
lecten,  wodurck  Schisse  und  Ladungen  v#
ren  gingen.

Lette  Nachuc#en

Reichstag  u.  Regierung.

Berlin,  7.  Juli.  Das  „Berliner
blat!“  schreibt:  In  politütken  Kreisen  we
die  geltrigen  Vorgänge  im  Psenum  und
AUusschuß  des  Reickstaqs  lebhafl  und  ½
ohne  Erregung  besprochen.  Der  offipelle
richt  über  die  Verhandlungen  des  Hauot,
schusses  läst  sreilich  laum  rermuten,  dai
dort  zu  einer  längeren  Auseinanderseung
schen  einem  betannten  führenden  Zentrum
oeordneten  und  der  von  Staatssekretär
Helfserich  verlretenen  Negierung  gekommen
Anerdinos  soll  nicht  die  gekamte  jentru
fraktion  hinter  den  Aussälrungen  siehen.

 

ron  dem  betreffenden  Algeordneten  gem
murden,  aber  doch  siqer  de#  überwiege
MMehrheit.  Wie  bekannt,  rertritt  ein  kle

Teil  der  Fraktion  den  alldeutsch  annerion
schen  Slandpunkt,  während  die  übrigen  Mir
der  einen  Vertändigungsfrieden  fordern.  5
dauf  in  diesem  Zusammenhang  darauf
merllam  machen.  daß  einer  der  Wortführer
ser  Richtung  ein  Zentrumeabgrordneter  il,
durch  seine  sozjale  Stillung  und  weitgeher
gesellschaftlicken  Beziehungen  einen  besond
Einfluß  über  die  Grenzen  Deutschlands  hin
besitzt.

Die  „Vossische  Zeitun“  schreibt  unter
Iicbersdrrift:  „Systemmecksel?“"  u.  a.:  2
den  leitenden  Männern  der  Reichsregierum
es  lein  Geheimnis  mehr,  daß  die  Spanwuns
nerhalb  der  politischen  Interessenkreise  i#
höchilen  Grad  erreicht  hat.  Als  der  Stell
treter  des  Reichskanzlers  Dr.  Helfferich
Zujammentritt  einzeme  Führer  der  Par#l
zu  sich  bat,  sckeint  er  noch  im  Glauben  gen
zu  sein,  der  Reichstag  werde  auch  diesmal
der  cinstimmig  die  geforderten  15  Millia
bewisligen  und  sich  Vann  möglichst  schnell
Hause  schicken  lassen.  Auf  leinen  Fall  geh
an,  wenn  man  zu  der  Erlenntnis  kommt,
dieses  System  verfehrt  ist,  sich  einzureden,
man  dies  mit  der  Aendermg  einzelner  St
setretäre  oder  Minister  bessern  kann.  Ist
Syftem  falich,  so  muß  es  sallen.  Die  „Ber
Morgenpot“  ertlär!:  In  Reichstagskee
fingen  gestern  unbestätigte  Gerüchte  umt,

ein  umfangreicher  Personenwecksek  in  den
tenden  Stellen  im  Reiche  und  in  Preuten  be
siehe.

%  Stb.  v.  I  tispe.  v.  Kolberm
Naffee  mit  Küchen,  ————
-  Sumpmshmaey  Mem-Mit

462  Bet  Le

m“.  ———

x  ed  für  Somtan  den  8.  Juli  11

 

  
   

 

——.  ———————.