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sich Zeiten und Menschen einander gleich, daß der nämliche
Kaiser, welcher nicht Worte der Verehrung genug finden
konnte, seine Synode anzureden, in der That selbst oft durch
die gewaltthätigsten Mitrel derselben gewisse Emscheidungen
aufdrang, und ihre Schlässe, wenn sie nicht schon vorher
von seinem Cabinet aus diktirt wurden, erst nach eigener
Untersuchung annahm. Der gesunde Menschenverstand läßt
sich selten durch Theorien so übertäuben, daß er nicht, wenn's
zum Handeln kommt, mehr sich selbst, als allen gelernten
Meinungen folgte, und diese Theorien verlieren um so eher
ihre Wirksamkeit, wenn sie Ehrgeitz und Herrschsucht der
Menschen gegen sich haben 0).
g. 15.
Bei einer so gebildeten Verfassung, als zu den Zeiten
des chalcedonischen Conciliums die Verfassung der chriflichen
Kirche war, müssen endlich geschriebene Gesetze erisiirt haben,
und bei einem so reichen Vorrath von Aktenstücken, als man
besonders von eben diesem Concilium har, müssen sich nun
endlich auch gewisse Nachrichten finden lassen, was für Kirchengesetze
damals gangbar gewesen seyen, wie sie aufbewabrt
worden, wie die Sammlungen beschaffen gewesen, in welche
man sie eintrug. Schon aus dem Biherigen erbellt, daß
das, was als Kirchengesetz galt, meistens Synodalschlüsse
seyn werden: aber welcher Synoden Schlüsse waren es, die
nach und nach den Vorzug einer allgemeinen Gültigkeit erhielten,
und wie haben sie ihn erhalten? War man nicht
*) Als eine vierte Folgerung könnte noch entwickelt werden,
daß die Gesetze sich nach und nach mehr mit Dingen beschäftigten,
welche der Aufnahme der bischöflichen Macht nützten und
den Weg bahnten, diese gesetzgebende Gewalt auch im Politischen
geltend zu machen.