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—
M#i#lss-ag.
Tagblatt
Nummer 284
Waffenstillstand an der rumäni
Kath.: Damasus
Dienstag, 11. Dezember 1917
Prot.: Damasus Da 63. Jahrgang
chen Front.
Friedensneigungen in Italien und Rumänien. — Die Ki iegserklaͤrung Afes an Osterreich-Ungarn. — Rußland erklärt
den Staatsbankrott. — Versenkung eines amert
Kaum hat Wilson nach seiner unverschämten
erpresserischen Drohung gegen Oesterreich-Ungarn
den Mund zugemacht, da wird i W auch
schon von unseren Verbündeten die Quittung
überreicht: die österreichischungarische Staatsleitung
erklärte. daß sie es in dem Augenblicke.
in welchemgpie Ostlront frei wird, für ihre erste
Bündnispflicht erachtete, den Deutschen örterreichischungarische
Truppen für die Wehfront
zur Verfügung zu stellen. Der frühere
ungarische Minnstesden Graf Tisza, er-Uärte,
Straßburg sei ebenso wichtig wie Triest,
und Oesterreichs Minister des çeußern Graf
Czernin bekrä Hi das, indem er sagte: „wenn
mich jemand fragt, ob wir für Elsaß-Lothringen
kämpfen werden, antworte ich mit
einem entschiedenen Joa.“
Unsere Verbündeten dürfen sicher sein, daß
die freudige Zustimmung, welche diese Erklärungen
in der Sitzung der ungarischen Dolegation
weckte, im ganzen deutschen Volke lebhaften
Widerhall findet. Wenn auch nirgends ein
Zweifel darüber bestand. daß die Waffenbrüderschaft,
welch: Deutsche, Oesterreicher und Ungarn
auf dem Scklacktfeide mit ihrem Blute besiegelt
haben, unlösbar ist. so wird doch gerade in
diesem Augenblicke eine solche erneute und Kierliczee
Bekundung der Zusammengehörigkeit sihon
allein deswegen begrüßt werden dürfen, weil
zumeist politische Wirlungen davon zu
erwarten sind. Gerade in lebter Zeit waren betrieksame
Kräfte am Werk, welche Absplitterungsversuche
in den ölterreichisch- ungarischen
Landen unternahmen, und welche insbesondere
darauf ausgingen, das Mißtrauen der Ungarn
gegen Deutschland wackzurufen. Es ist nicht ohne
Bedeutung. Daß nunmehr gerade von Ungarn
aus diesen Machenschoften, hinter denen die
Agenten der Entente und namentlich Amerikas
stehen, die ihnen gebührende Quittung erteilt
wird. Die Ungarn sind eine ritterliche Nation,
der Tree kein leerer Wahn ist. Unsere Bundes--genossen
haben überdies in diesem Kriege die
Erfal rung gemacht, daß die Denutschen ohne
zu zaudern ihre besten Kräfte auf den Schlackhtfeldern
in Rußland, Serlien und Rumänien
zum Schutze der ösßterreichisch- ungarischen Monarchie
einsetten. Zerade in den letzten Tagen
haben deutsche Srreilkräfte Schulter an Schulter
mit ihren Bundesgenossen die Isonzoschranken
zerschmettern und das schwarzgelbe
Banner in die Gefilde Jtaliens tragen helfen.
Wenn nun jetzt in absehdarer Zeit öfterreichischungarische
Truppen im Westen zum Kampfe
gegen Engländer und Franzöfen eintreten, so
liegt in einem solchen Beginnen nichts anderes
als das Bekenntnis zur Einheitsfront, die bei
uns in der Tat ariyh ist. Ebenso wie wir
in Serbien, Rumänien, Rußland und Italien
für die Sicherheit der gemeinsamen Interessen
und der Zukunft unserer Reiche kämpften, ebenso
verteidigen Oesterreicher und Ungarn an der
Westgrenze den Bestand ihrer eigenen Reiche.
Dieses Gefühl der Gemeinsamkeit und Zusammengehörigleit
ist zu fest im Verlaufe von dreieinhalb
Kriegsjahren in den Herzen der Völker
der Dfttelmächte verankert worden, als daß es
den pillmpen Täuschungs- und Eiressiungesner
növern eines Wilson gelingen würde, es zu
erschüttern.
—
De Lage in Rußland.
Rußlande Staatsobankrott.
Haag, 8. 12. Die „Dailn Neus“ meldet
aus Petersburg: Die „Prawda“
alle Anleihen, die Rußland im Auslande abgeschlossen
hat, auch die der Banken und Clenbalnen,
für die die alte Regierung Bürgschaft geleistet
halte, für ungültig ertlärt werden
und daß die Bezahlung der Jinsen und die Ablösung
des Kapitals eingestellt werden. Der Petersburger
Vertreter des „Daily Tei legraph“
Beileckung der Fahne der Revolution nicht zulassen.
Derartige Handlungen müssen auf das
Sitengjte verurteilt werden. Seid der errun—
genen Freiheit würdig! Befleckt nicht die Macht
leilt mil, daß grasmutig als
Nac; dem Falle des
der Kampf für den Frieden neue Krast.
Repolutirn und die
(ros fürstin
meldet „daß diese Belanmmackun) bereits amtlich
bekanntgemacht u orden sei. Reuter bilätigt
diese Meldungen.
Die Umstände, unter denen der Slaal?-bankrott
gerade jetzt proklamiert wird. lassen
die Maßnalme aus dem Rahmen eines bloß
wirtschaftlichen Vorganges weit heraustreten
und geben ihr den Charatter eines politischen
Ereignisses allerersten Ranges. Wrr siehen vor
einer finanziellen Demobilitierung. die sich direkt
gegen die Ententeslanten richtet und sie
nicht weniger hart trifft als die Auflofun) von
Truppenverbänden an der rusi#ischen Front. D'e
durch die Einstellung der militurischn Operationen
Degen die Mirrchs e rens io
stark geloderten Beziehungen Rußlando? ##u seinen
Alliierten werden nun auch von innen heraus
zerrissen. Am meislen wird Fuutrer dadurck
In Mitleidenschaft gezogen, das Diol
der russischen Kriensfülrung zum nottanz grasttlen
Teil getragen Bat. Man schätt die russischen
Anleihen, die in Frankreich untergebracht sind,
auf 20 Milliarden rcs. Dazu treten aber noch
die während der bisherigen Kriegsz eit ausgefallenen
Zinsen, welche von Frankreich den Gläuligern
gezallt worden #Und. Diese Zinsen dürften
noch weitere 5 Milliarden Frcs. ausmacken.
England hat ungesähr 12 Milliarden Frcs. zu
zu fordern. Was die Vereinigten Staaten und
Japan Rußland geliehen haben, daruber fehlen
die zuverlässigen Angaben, doch dürften die
Beträge in Amerila ziemlich bedeutend sein.
Krulenlos Tätigkeit.
Haparanda, 5. 12. (Berspätet eingetrofsen.)
„Pramda“ meldet vom 4. Dezember.
Von Krnplenko traf soigendes Telegramm ein:
Das Hauplquartier ist aulgelöst worden.
Morgen reise ich von Mohilew ab und trete
mein Amt an.
Peteroburg, d. 12. (Verspälel eingetraffen.)
Oberbesellehaber Krolenko hat über die
Aushebung des gegenrevolutionären Hauptquartiers
folgende Kundgebung an die Mannschaften
und Seeleute gerichtel:
Witebsk, 20. 11. Ich ben an der Spitze der
revolutionären Truppen in Mohilew eingerückt.
Das von allen Seiten umzingelte Hauptquarlier
hat sich ohne Kampf ergeben. Das letzte Hindernis
zur Erreichung des Friedens ist gefalten.
Ich kann die traurige Tatsache der Ermordung
des früheren Oberbefehlshabers Duchonin nicht
stilischweigend übergehen. Der Haß d:s Volles
hat über die Stränge geschlagen. Troß aller
Versuche, Duchonin zu rekten, wurde er aus
dem Wagen gerissen und getötet. Die Flucht
des Generals Korilow am Vorabend des
Falles des Hauptquartiers war die Ursache der
Ausschreitungen. Kameraden! Ich kann die
des revoluticnären Volles das kühn im Kampfe.
Sieger sein muß. Kameraden!
Hauptquartiers gewinnt
Freiheit ruft Euch auf zur
Einigleit und Manneszuckt.
Tatsana
nicht entflolhen.
12. Eine Petersburger
daß die Meldungen von der
"
Stockholim, 6.
Depeid berichtel.
Flucht der Großfürftin Taljana frei erfunden
sind. e Groffürstin befindet sich wie bisnmenommen
halen.
llekezeugung gewonnen, daß es
leben befindet.
her in einem Kloster bei Toboisl, mo
lewacht wird.
sie itre ng
—.—
Der Woffenseillslaud mil Rußland.
Berlin, 9. 12. Die „Nationalzeitung“ berichtei
von der rufsischen Grenze: „Pramd)“
meldet aus dem russischen Hauptquart#er, daß
die er ingele It n Wununullsahd1nrl«1dltnjut
ltslncmh befrie digenden Verlauf
Die Delegierten haben die
den Zentralmächten
ernstlich um den Abschlus ded Friedens
in tun ilsl. Im Aussck. uß des Arbe ster-Winierfeldzug
an der Oufrom sei
Unmöglichteit gen orden.
Peute zur
Stegemann über die Wirlungen des
Wassenstillstandes im Olen n.
Im „Vund“ schreibt Stegemann über den
russischen Waffenstillstand und seine Folgen:
Schon der Umstand, daß die krieger'schen Handlungen
von der Düna bis zur Donau eingesiellt
werden, ist geeignet, die allgemeine Krü#is
zu erleichtern, in der sich das russische Wirtschafts-Zal#eiche
Zuge, die Munition
heranschafften, werden zu anderer Verwendung
frei, auch in der Ansammiung von Erhaltung "(2-mitteln
der Truppen an der weitgestrecklen, peripherisch
verlaufenden Front wird gespart werden.
H daß das Verlehrsleben allmählich in
andere val ney geleult werden kann. Kehren gar
äine Reĩde von Jahrestlassen in das bürgerlich
Leben zurück, so wird Rußland in die Lage versebt,
den darniederliegenden Landbau wieder
aufznehmen und die natürlichen Hilfskräfte
seines Bodens allgemeinen Zwecken dienstbar
zu machen vorausgesetzt, daß die politlschen
Leidensch, aften die Benbllerung nicht vollends
in den Bürgerkrieg treiben. Die volige Erslarrung
der russischen Front beginnt also einer
Auflockerung derseiben Plan zu machen, und
die ganze Entwicklung drückt militärisch und politisch
so sckhwer auf den Kriegswillen des Verbandes,
daß dieser nur durch schärfüe Anspor-
und
Koten Soldatenrat:s erllärte ein Mitglied. ein vierier
Ablen
nung seiner Völler und rücksichtslose Ausonützun
des Zwanges zum Handeln in die Lage verseyt
werden kann, den Krieg mit we itgeste dten Zielen
fortzusehzen. Auf der andern Seite macht der
von NRußland ausgehende Einfluß sich auch zweisellos
in Mitteleuropa geitend, indem er dem
bestimmte Möglichkei ten zeigt, die geeignet sind,
diesem Friedenswillen einen greisbaren Inhalt
bu geben und die politische Orientierung zu erleichtern.
anischen Zerstörers.
Amerikas Kriegserkärung en
Oesterresch- Unget n.
Wadhington, 7. C1. Icaht Der
Senat hat die Kriegsentichlici ug e
aen Oenerreich- Ungarn *
men einstimmig angenommen.
sentantenhaus hai die GCmnchiien
Stimmen gegen diejen ge dis Fent
don gebilligt. Vrasidem Wison hat
Kriegoerllärung an Oene rr n geitern
unterzeichnet.
7 «-kapu
mil
In diesem Alt zeg# sich wi der de ga- ?
dLoppelz# gigkeit des Pras. denten der Voereinig
* Staaten. Noch vor ein gen Tagen hatte re#r
in seiner Botschaft an den Kongreß erllärt, da
das amerikanische: Volk mit EerreithUngarn
kleine Feindschaft habe. Dabei halle er den Veriuch
unternommen, die Donaumonarchte dent
Vund der Mütelmäckte ab: rünnig zu mas-en.
liud nun folgt schon ein pa###Tage füaier die
Kriegserllärung. Hofft Herr Willon auf diee
Weise Ocerreich- Ungarn bvon Dertic land lor
reisen zu lönnen. so 1 n ««.1.«rrPk-1-q«:-histällnkskhs
« Rede Craaf- #
Ge tmin wird ihm 5
Der# ölerr. Stüat:
schch Verleidigunge
reichllgarn sei.
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wissen. Die Weigscirlern i B «
C·Erzb..’«..
tu unkrcm Ocuhkslxxgehnqu
Flachc «-Um
den Frieden.
aigoeverschiiedeulcilen im
lalienischen Kaiein
Lugano, 9 12. Aus Pom verlautet. non
der Pineieirat einen i. Umischen Verl
Knommen hab. Ucber die Moglicil enen
siegreichen Forisexung des Krieges bestehen Meinungsverschiedenheiten,
da die Unterüützungen
seitens der Alliierten nicht schneil genng cintrefsen.
Die Kreise, die für einen VerLändiaungefriedenu
eintrelen. iien angerlich
Oberwasser.
Mein
geui
De Reicgslage.
WIB. Großes Hauptquartier, den
5. 12. Amtlich. (Dral.1b.,
Westlicher Kriegsschauplag.
Heeresgruppe des Kronzrinzen
Rupprecht von Bayern.
Auf den flandrischen Schlachtseldern
zwischen Westroosebele u. Becelacre somie
nördlich von Warneton lag am Nachmitlag lebhates
Feuer. Südlich von der Scarve hie. die
erbohte Artillerietätigkeit an. Iu Handgrangtenlämpfen
drängten wir die Vnglander bel
derscits von Graincourt um einige Hundert Meter
zurück. Melrrfache Versuche des Feinder.
dort vorhandenen Willen zur Verständigung
6
nördlich von La Fiosguerieres Boden 31 gewinnen,
scheiterten. Aus den Gefechten der beiden
le#ten Tage wurden 53 Gefangene, darunter
5 Osfiziere, eingebracht. 2 Gesckhüte und 15
Maschinengewehre erbeutet.