„Wir deutschen, in der Mitte Europas gelegen, müssen mehr
zusammenhalten als andere Rationen. Wir müssen eins sein,
wenn wir nicht verlorca sein wollen. Wie daben keinen natür-
lichen Schutz und müssen Rücken an Rücken Kehen, wenn nicht
alle Opfer der Vergangenheit für uns verloren sein sollen.
Bismarck.
Vorwork.
ir Deutschen schmeichelten uns vor dem Weltkrieg, Herren-
menschen und ein Herrenvolk zu sein. Wir waren alles
andere als das. Unser weltbürgerlicher Hang hinderte uns, die
Psychologie der Welt zu erkennen oder wenigstens genügend laut
und nachhaltig darauf hinzuweisen, daß sie trotz aller geschickten
propagandistischen Verschleierungskünste in Wahrheit allein auf
den Gedanken eingestellt ist, daß im Bölkerleben Macht Recht be-
deutet und daß das eigene Volk alles ist. Viele Umstände leisteten
unserer Veranlagung verhängnisvollen Vorschub und trübten
unseren Blick. Wir lernten sachlich statt persönlich denken, wir
waren Schwarmgeister statt Menschen der rauhen Wirklichkeit.
Somit war es eine Titanentat der Hohenzollern gewesen, aus
unserem Menschenschlage seit dem Dreißigjährigen Kriege ein Volk
heranzubilden, das, wenigstens in einem Bruchteil, so wie es diese
Erde erfordert, den Willen zum Leben erhielt und in seiner Gesamt-
heit zu einer Herrenstellung gelangte, die ihm die Möglichkeit bot,
sein Geschick in eigener fester Hand zu halten. Aus einem Objekt der
Geschichte hatten sie das deutsche Volk zu einem Subjekt der Ge-
schichte gemacht. Eine Großtat dieses Fürstengeschlechtes stellt es
dar, daß es uns damit gleichzeitig, in übereinstimmung mit unserer
germanischen Herkunft, eine besondere Lebensauffassung gab, die
sich in dem Worte „Preußentum“ zusammenfassen läßt.
Das wurde in der Gründung des Norddeutschen Bundes und
des Deutschen Reiches Gemeingut aller deutschen Stämme. Die klare
Erkenntnis aber von diesem großen Geschehen und den sich hieraus
ergebenden Pflichten ging wohl einzelnen Kreisen, nicht dem ganzen
Volke in Fleisch und Blut über, und sein Wesen sollte sich so schnell