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Die Käsefabrikation bildet in manchen Gegenden den
Kern des landwirtschaftlichen Betriebes. Zur Käsebereitung
wird Milch von Kühen, Schafen und Ziegen verwendet. Die
Behandlung beruht bei der Herstellung auf der Abscheidung
des sogenannten Bruches (Quarks) von dem Wasser der Milch,
den Molken oder Schotten (Abzeug). Zu diesem Zwecke wird
die Milch entweder künstlich durch Lab aus Kälbermagen oder
durch Sauerzusatz zum Gerinnen gebracht. Ersteres Verfahren
liefert die sogenannten Süfzmilch- oder Labkäse, letzteres
die Sauermilchkäse. Nach dem Gerinnen wird der Käse
gepreßst und geformt.
Die Unterschiede der Käsesorten sind eben sowohl in den
Bereitungsmethoden, wie durch die Qualität der dazu verwendeten
Milch begründet. Bei Verarbeitung von unabgerahmter
Milch erhält man fetten Käse, zu halbfettem wird die Milch
halb abgerahmt, mageren Käse bereitet man aus stärker entrahmter
Milch. Die meisten Sauermilchkäse sind aus sehr magerer
Milch hergestellt.
Nach dem Ausscheiden des Bruches bleibt in der Molke
noch ein Eiweißstoff zurück, welcher durch Erhitzen zum Gerinnen
gebracht und unter dem Namen Zieger gleichfalls auf
Milchprodukte verarbeitet wird.
Aus dem Rückstande der Milchflüssigkeit (den Molken) wird
entweder Molkenessig oder durch Verdampfung Milchzucker bereitet;
beides sind Nebenprodukte der Käsefabrikation. Meist
aber dienen die Molken zur Schweinemast.
Der Eintritt der Reife des Käses ist von der Temperatur
in den Kellerräumen und von dem Grade der Pressung abhängig.
Bei Weichkäsen kennzeichnet sich die Reife durch die Umwandlung
des weißen Teiges in eine gelbliche, durchscheinende, feste
oder weiche, speckige Masse.
Die Sauermilchkäse lassen sich ohne Ausnahme nicht lange
aufbewahren; mit der fortschreitenden Reife zerflieften sie zu
einer gallertartigen Masse, welche zuletzt vollständig in Fäulnis
übergeht und üblen Geruch verbreitet.
Alle Käse, bei deren Herstellung eine höhere Erwärmung
des Bruches, ein sogenanntes „Nachwärmen“ oder Brennen stattgefunden
hat, lassen sich unter günstigen Umständen jahrelang
aufbewahren. 4
Die beste Sorte Käse kommt als Emmentaler (Kanton Bern)
in den Handel. Ferner erzeugt die Schweiz eine große Menge
trefficher Ziegenkäse. Der Schabzieger ist ein Kräuterkäse
aus Zieger mit Zusatz von Steinkleepulver (Melilotus coerulea);
er heißt deshalb auch „Grüner Käse“; seine Fabrikation
ist besonders im Kanton Glarus häufig zu finden.
Nach Aufsberg und „Lesebuch von Kuhr u. Löser“.