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Bedürfnisse der Berufe seiner Landeskinder und in alle Zweige des
Staatslebens erworben. Als Prinz Ludwig ist er 1866 in der Schlacht
bei Helmstädt in der Feuerlinie gestanden und schwer verwundet
worden. Als Vater einer Familie, in der deutscher Familiensinn
herrscht, hat er Elternglück und Elternleid erfahren. Er kennt die
Sorgen des Landwirts und des Fabrikherrn, des Handwerkers und
des Kaufmanns, des Soldaten und des Beamten, des Unternehmers
und des Arbeiters. Erfüllt von tiefem Gottvertrauen, hat er stets die
Lebensregel befolgt: Bete und arbeite! Er bewegt sich gern
unter dem Bolke und erfreut durch seine schlichte Freundlichkeit hoch
und nieder. In allen Gegenden Bayerns hat König Ludwig in ungezählten
Versammlungen zur Besserung des Erwerbs und Verkehrs
Rat erteilt und viele Feste durch seine Anwesenheit ausgezeichnet.
Ein halbes Jahrhundert ist er Mitglied der Kammer der Neichsräte
gewesen und hat in dieser langen Zeit an allen wichtigeren Aufgaben
des Staates in hervorragender Weise mitgearbeitet. Besonders nahe
aber steht der König der bäuerlichen Bevölkerung Bayerns. Hat
er doch als Gutsbesitzer die Leiden und Freuden des Landmanns
selbst im reichlichsten Maße kennen gelernt. Unablässig für den
Fortschritt dieses wichtigsten aller Berufe tätig, hat er Mustergültiges
in Biehzucht und Bodenbearbeitung auf seinen Gütern
geschaffen. Wenn ein jeder Landwirt so treu im Kleinen ist, wie
König Ludwig treu im Großen, so kann der bayerischen Landwirtschaft
eine glückliche Zukunft prophezeit werden. In fast allen seinen
Reden, die er öffentlich gehalten hat, gibt die Liebe zur Landwirtschaft
als Erhalterin der heimischen Scholle den Grundton an. Für alles,
was den Landmann interessiert, hat er ein warmes Herz. Diele
Jahre war er Ehrenpräsident des Landwirtschaftlichen Dereins in
Bayern, dessen Allerhöchster Protektor er jetzt ist, und hat nach Möglichkeit
an allen Sitzungen desselben teilgenommen, oft das Wort
ergreifend, ratend und helfend, wo es möglich war. So können wir
denn sagen, König Ludwig kennt Bayerns Land und Volk. Die
Bayern kennen ihren Landesherrn und vertrauen auf dessen feste,
umsichtige und gerechte Regierung. Sie empfinden, daß er ein Herz
für sein Volk hat und erwidern sein landesväterliches Wohlwollen
mit aufrichtiger Zuneigung. »
Möge Ludwig III. sein Herrscheramt lange ausüben und
die Hoffnungen, mit denen Bayerns Volk ihn begrüßt hat, nicht nur
erfüllen, sondern übertreffen! Möge es Ludwig beschieden sein nach
vielen Jahren segensreicher Regierung sagen zu können: „Ich habe
vom ersten Tage Meiner Herrschaft an das Bertrauen und die Liebe
Meines Volkes genossen. Das hat Mich beglücht. Mit jedem Jahre
hat sich Mir dieses Herrscherglüch noch gemehrt. Der König der
Könige hat Meine Regierung mit reichstem Segen erfüllt."
Gott schütze unseren König Ludwig III. Nach verschiedenen Quellen.