Full text : Lesebuch für Landwirtschaftliche Winterschulen und ähnliche Anstalten im Königreich Bayern.

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wird.  Durch  Kochen  und  Braten  sowie  durch  starke  Räucherung  des  Fleisches
werden  die  Trichinen  getötet.  Noch  besser  schützt  die  mikroskopische  Fleischbeschau,
  die  der  Staat  jetzt  gesetzlich  angeordnet  hat.

Den  Trichinen  gleichen  in  vieler  Beziehung  die  Finnen,  die  bekanntermaßen
  bei  Schweinen  nicht  selten  sind.  Die  Finnen  sitzen  auch  im  Fleische;
—  sie  kommen  häufig  in
großer  Zahl  vor;  sie
haben  nie  Eier  und  erzeugen
  nie  Junge,  gerade
  so  wie  die  Muskeltrichinen.
  Die  Finnen
  sind  aber  ungleich
größer.  Während  die
Trichinen,  auch  wenn
man  die  Kapsel  zu  dem
Tiere  rechnet,  höchstens
einen  kleinen  weißen
Punkt  oder  einen  feinen
  Strich  darstellen,
-  so  erreichen  die  Finnen
—  die  Größe  einer  Erbse,
Dne  n  —  zuweilen  die  einer

ildung  41.  «  "
Kopf  des  Vandwurn  von  gunn  Ksche  oder

der  Schweinefinne.  .  .
(Bedeutend  vergrößert.)  wechselung  beider  ist

daher  nicht  möglich.

Schon  die  besseren  Untersucher  des  vorigen
Jahrhunderts  hatten  bemerkt,  daß  der  Finnenwurm
  eine  große  Übereinstimmung  des  Baues
mit  dem  Kopfe  eines  Bandwurmes  besitze,
und  sie  hatten  daher  beide,  den  Finnenwurm
und  den  Bandwurm,  zu  einem  und  demselben
Geschlechte  gerechnet.  Indes  betrachteten  sie
doch  beide  als  getrennte  Arten  derselben  Gattung,
  die  nebeneinander  beständen,  wie  etwa
Esel  und  Pferd,  Hund  und  Wolf,  ohne  jemals
ineinander  über=  oder  auseinander  hervorzugehen.
  die  weitergehende-  Forichung  sen
neueren  Zeit  führte  zu  dem  Ergebnisse,  da  .-der
  Finnenwurm  des  Fleisches,  wenn  er  von  F“–*Z2  an  d  wurm.
einem  Tiere  oder  Menschen  gegessen  wird,  sich
im  Darme  desselben  in  einen  Bandwurm  verwandelt  oder  vielmehr  zu
einem  Bandwurme  entwickelt,  daß  also  derselbe  Wurm  eine  Zeitlang  in
dem  Finnenzustande  lebt  um  später  in  den  Bandwurmzustand  überzugehen.

Schwieriger  war  die  Frage,  wie  der  Wurm  in  den  Finnenzustand
und  in  das  Fleisch  gelangt.  In  dem  Bandwurmzustande  erzeugt  er  an

  

 

 

 

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