Vorwortst.
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Das vorliegende Lesebuch, welches vornehmlich zum Gebrauche im
deutschen Unterricht für die Landwirtschaftlichen Winterschulen
im Königreich Bayern bearbeitet worden ist, verdankt seine Entstehung
einem in Fachkreisen schon längst gefühlten Bedürfnis. Die Bearbeitung
dieses Buches erfolgte unter eingehendster Berücksichtigung des im K.
Staatsministerium des Innern für Kirchen= und Schulangelegenheiten
am 11. und 12. Dezember 1899 ausgearbeiteten Normallehrplanes für die
Landwirts chaftlichen Winterschulen und unter Würdigung der Wünsche,
welche die berufenen Vertreter des landwirtschaftlichen Standes in betreff
der Weiterentwicklung des landwirtschaftlichen Unterrichtswesens am deutlichsten
in den Verhandlungen des Bayerischen Landwirtschaftsrates vom
23. November 1899 zum Ausdruck gebracht haben.
Die Landwirtschaftlichen Winterschulen sind Fachschulen, die den
Söhnen von Landwirten eine landwirtschaftlich-fachliche Ausbildung gewähren
und zugleich Gelegenheit bieten sollen, die in der Volksschule erworbenen
Kenntnisse in den Elementarfächern zu ergänzen und zu erweitern.
Sie müssen daher noch mehr als die Volksschulen den altbewährten Grundsatz:
„non scholae, sed vitae discimus“ beachten. Die Fachschule hat also
die Aufgabe ihre Schüler in das praktische Leben einzuführen; sie hat aber
auch die weitere, nicht weniger wichtige Aufgabe das Gemüt der Schüler
zu veredeln und ihren Charakter zu bilden. Von diesen Gesichtspunkten
ausgehend, wurde die Auswahl der Lesestücke in den ersten Abschnitten getroffen.
Um aber auch der Allgemeinbildung des Landwirts genügend
Rechnung zu tragen, sind außerdem Lesestücke geographischen und geschichtlichen
Inhalts mit besonderer Berücksichtigung der bayerischen Verhältnisse
sowie solche aus der Natur und über die Gesundheitspflege beigegeben
worden. Lesestücke, welche den Schülern schon von der Volksschule her
bekannt sind, wurden in das Lesebuch nicht aufgenommen und bei Auswahl