Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

fanterie-Reginient  in  St.  Avold  steht,  wird
das  Violin.  Konzert  von  WMendelssohn,  wohl
eines  der  schönsten  der  gesamten  Wiolin-Literatur,
  spielen  und  außerdem  mit  drei  Herren
der  Kapelle  das  Streichquartett  pon  Beethoven
  op.  18  E-moll  zum  Vortrag  bringen.
Wie  immer,  stellt  auch  diesmal  Herr  Oberleutnant
  v.  Bomhard  seine  Kunst  in  den  Dienst
der  guten  Sache.  In  „Wotans  Abschied“  aus
„Walküre“  werden  seine  glänzenden  Stimmmittel
  prächtig  zur  Geltung  kommen.  Hervorzuheben
  sind  noch  die  Rezitationen  des  Herrn
Leutnants  Putscher,  der  außerdem  einen  Prolog,
verfaßt  von  Herrn  Oberregierungerat  Koch,
sprechen  wird.  Allgemeines  Interesse  werden
auch  die  Lichtbilder  über  das  Kriegsgebiet  auf
dem  Ballan,  vorgeführt  von  Herrn  Seiffert,
Vorstand  der  hiesigen  Reichsbanknebenstelle,  erwecken.
  Die  Begleitung  der  Solostücke  ruht
ebenfallo  in  bewährten  Händen.  Endlich  sei
nochmals  auf  den  mit  der  Veranstaltung  verbundenen
  Elückshafen  hingewiesen,  der  dank  des
vielbewährten  Opfersinnes  der  Rosenheimer
Bevölkerung  bisher  von  verschiedenen  Seiten
mit  schönen  Spenden  bedacht  wurde.  hrlich,
ein  vielseitiges  und  reichhaltiges  Programm,
das  allen  Geschmacksrichtungen  und  Wünschen
Rechnung  zu  tragen  sucht  und  dem  in  Anbetracht
des  edlen  Zweckes  ein  poller  Erfolg  beschieden
sein  möge!  Es  sei  nochmals  darauf  aufmerlsam
  gemacht,  daß  die  Veranstaltung  öffentlich
und  für  jedermann  zugänglich  ist.  Siehe  Inserat!
Jugendabteilung  des  Katholischen
  Frauenbundes.  Allüberall  fordert
die  gegenmärtige  ernste  Zeit  ein  wackeres  Zusammenhdalten.
  Und  sie  findetl's  auch.  Dies
zeigte  die  gestrige  Versammlung  der  Jugendabteilung
  des  Kaith.  Frauenbundes,  die  gerade
  diesmal  sehr  gut  besucht  wmar.  Die  Vorsteherin,
  Frl.  Kögerl,  begrüßte  in  herzlicher
Weise  die  anwesenden  Mitglieder  und  stellte
drei  Neueingetretene  der  übrigen  Versammlung
ror.  Sie  drüdte  ihre  Freude  darüber  aus,
daß  auch  einige  Gründungsmitglieder,  die  bis
jetzt  dem  Bunde  treu  geblieben  sind,  anwesend
waren.  Die  Vorsteherin  hatte  die  Vorträge  über
Hauefrauenfragen,  welche  im  Arbeitermuseum
in  München  abgehalten  wurden,  besucht  und  gab
darüber  einen  ausführlichen  Bericht.  Sie  sprach
in  interessanter  Weise  über  die  gegenwärtige
Lage  in  unserer  Nahrungsmittelversorgung,  über
Einzelhaushalt  und  Vollshaushalt,  über  die
Dienstbotenfrage  und  das  weibliche  Dienstjahr.
Auch  erwähnte  sie  die  Gründung  einer  Hausfrauenabteilung
  im  Kath.  Frauenbund.  An
diesen  Bericht  schloß  sich  die  „Literarische  Rundschau".
  Es  wurde  auf  rinen  neueren  Schriftsteller,
  Dr.  Dörfler,  aufmerksam  gemacht,  dessen
Werle  sich  durch  liebevolle  Kleinmalerei  und
esochologische  Tiefe  auszeichnen.  Sie  wurden
der  Jugend  aufs  wärmste  empfohlen.  Die  Vorsteherin
  gab  bekannt,  daß  die  nächste  Versammlung
  am  5.  April  stattfinden  wird.  Möchten
wiederum  zahlreiche  Mitglieder  erscheinen!

Betrügereien  in  einer  Mühle.  In
der  Mühle  von  Frau  Anna  Hell  in  Oberwöhrn,
Gemeinde  Hochstätt,  wurde  von  vielen  Bauern
mehr  Getreide  vermahlen,  als  erlaubt  war.  Die
Mühle  wurde  vom  Kgl.  Bezirksamt  Rosenheim
geschlossen  und  die  Sache  dem  Staatsanwalt
übergeben.  Die  Frau  hat  die  Betrügereien  in
raffinierter  Weise  vorgenommen,  indem  sie  ein
doppelltes  Mahlbuch  führte.  Die  Kontrolle
wurde  dadurch  zwar  erschwert,  doch  konnte  der
Schu  indel  nicht  unenrdeckt  bleiben.

Einen  Tausendmarkschein  fand  gestern
  eine  Arbeiterin  nächst  der  Klosterkirche.
Sie  vermutete  richtig,  daß  ihn  eine  zuvor  in
die  Kirche  eingetretene  Bäuerin  verloren  habe
und  gab  ihn  der  Frau,  welche  den  Verlust  noch
gar  nicht  mahrgenommen  hatte,  zurück.  Viel
schmupiger  jedoch,  als  der  dem  Kote  entrissene
Tausender  mar  das  Benehmen  der  Verliererin,
dem  sie  überreichte  der  ehrlichen  Finderin  ganze
50  Pfg.  als  Finderlohn.

Unsere  Militärkapelle  ist  auch  zu
einem  Wohltätigkeitskonzert  in  Wasserburg  gewonnen
  worden.  Veranstaltet  wird  es  vom
Veteranen=  und  Kriegerverein  Wasserburg,  dem
die  musikalische  Aufführung  durch  das  Entgegenkommen
  seines  Ehrenmitgliedes,  des  Bataillonskommandeurs
  Herrn  Moajors  Frhrn.  v.
Hohenhausen,  ermöglicht  wird.  Das  Konzert
ist  für  die  zweite  Hälfte  des  Monats  März
geplant  und  soll  zugunsten  der  örtlichen  Angehörigenfürsorge
  in  Wasserburg  abgehalten
werden.

Hohe  Viehpreise.  Aus  Oberaudorf  wird
uns  mitgeteilt,  daß  Herr  Hohenadel  fünf  Käl.
berkühe  um  6500  Mk.  verkaufen  konnte.  Die
Tiere  gingen  in  den  Besitz  eines  anderen  Händlers
  über.

Die  „amtliche  Grußänderung"“  in
Oesterreich.  Einen  sehr  empfehlenswerten
Schritt  zur  Nachahmung  hat  das  österreichische
Ministerium  des  Innern  unternommeh,  indem  es
den  Salutiervereinsgedanken  des  verstorbenen
Grafen  Harrach  wieder  aufnahm  und  zum
Besten  der  Kriegshilfe  ein  amtliches  Zeichen
ausgibt,  das  den  Besitzer  vom  Gruß  des  Hutmehmens

  ann  gegenüber  enthebt  und

um  militärischen  Gruß  brrechtgt  Es  trifft
4  gut,  dah  der  „Allgemeine  Verein  für  deutchen
  GEnuhß“  in  Barm#

dt  ganz  dieseiben  Be-#Weisgrunde
  für  seine  Bestrebungen  ins  Feld

 

 

—2
—

 

 

 

führt  wie  das  österreichische  Minislerium.  Wäre
so  etwas  nicht  auch  in  Bayern  möglich?  Von
Tausenden  und  Abertausenden  würde  diese  Antegung
  freudigst  begrüßt  und  gerne  unterstützt.

Ein  neues  Kriegsgebot.  Unter  dem
Titel  „Ein  neues  Kriegogebot“  wird  zurzeit
in  den  Zeugenzimmern,  den  Gängen  und  Trepvenhäusern
  der  pfälzischen  Gerichtsgebäude  solgende
  Mahnung  aufgehängt:  1.  Hüte  dich  vor
Prozessen,  du  kenust  vielleicht  den  Anfang,  aber
nicht  das  Ende.  2.  Geh  nicht  um  jeder  Kleinigleit
  zum  Gericht,  du  sparst  viel  Zeit,  Geld  und
Derdruß.  3.  Hast  du  einen  rechtlichen  Streit,  so
pFrüfe,  ob  nicht  auch  beim  Gegner  ein  gut  Teil
Recht  ist.  4.  Versuche  vor  einem  Prozeß  zuerst
eine  gütliche  Schlichtung  und  laß  auch  den  Gegner
  zu  Wort  kommen,  dann  llärt  sich  vieles  auf.
5.  Unternehme  nichts,  was  deinem  Gegner  nur
schaden  kann,  dir  aber  nichts  nützt.  6.  Sage
deinem  Gegner  nie,  er  hätte  gelogen.  7.  Sage
deinem  Gegner  nie,  er  hätte  betrogen.  8.  Höre
auf  den  Nichter,  wenn  er  zum  Vergleich  rät,  er
meint  es  gut  mit  dir.  9.  Mache  deine  Verträge
stets  schriftlich  und  lese  erst  genau  durch,  was
du  unterschreibst,  dann  vermeidest  du  Unklarheit
und  hasft  Beweise.  Nur  was  du  beweisen  kannst,
gilt  vor  Gericht.  10.  Treibe  den  Gegner  nicht
zum  Aeuhersten,  du  weißt  nicht,  ob  bu  nicht
einmal  seiner  bedarsst.

Der  Weltkrieg.

Der  amtliche  Ssterrelchische  Bericht.
WIWien,  2.  März.  Amtlich  wird  verlautbart:

Nirgends  besondere  Ereignisse.
von  Hofer,  Feldmarschallentnant.

Die  Bedeutung  der  Schlacht
von  Verdun.
Budapest,  2.  März.  Der  Bukarester  „Alitorul“
  sagt  in  Besprechung  der  Kämpfe  bei
Verdun:  Diese  Schlacht,  die  blutiger  als  alle
seit  Beginn  des  Krieges  ist,  ist  darum  bemerkenswert,
  weil  deren  Front  lkaum  40  Kilomeler
ist.  Deutsche  und  Franzosen  kämpfen  hier  mit
ihren  besten  Kräften  und  ausgezeichnetem  Material.
  Dieser  Kampf  bedeutet  keinen  Versuch,
sondern  das  Bestreben,  eine  endgültige,  wenn
möglich  entscheidende  Situation  zu  schaffen.
Wenn  die  deutsche  Offensioe  hier  gelingt,  wird
der  ganze  rechte  Flügel  der  französischen  Armee
vernichtet  und  den  Deutschen  öffnet  sich  die  Aussicht
  auf  mehrere  andere  Siege.  Bei  Verdun
wird  der  Trumpf  des  jetzigen  Krieges  ausgespielt
  und  es  bleibt  abzuwarten,  auf  wessen
Seite  der  moralische  und  materielle  Erfolg  sein
wird.  (Z.)
Die  französischen  Verluste
bei  Verdun.
Amsterdam,  2.  März.  Man  berichtet  aus
London,  daß  nach  den  dort  eingetroffenen  zuverlässigen
  Meldungen  aus  Paris  die  franz.
Verluste  bei  Verdun  bis  zum  28.  Februar  duf
63000  Mamn  geschätzt  werden.  (3.)
Vor  Verdun.
EGenf,  2.  März.  Der  Kritiker  der  „Debats“
macht  die  äuhersten  Anstrengungen,  für  die  französische
  Saumseligkeit  während  des  deutschen

 

Gewaltmarsches  durch  das  Woevoregebiet  Argumente

  zu  finden.  Er  muh  aber  zugestehen,

Manheulles  auch  anderen  Pariser  Kritikern
als  ernstes  Anzeichen  erscheint.  Ueber  Humberts
  Absichten  an  der  Verduner  Nordfront  gestattet
  die  Joffre--Note  nur  Vermutungen.  Die
Hauptstellung  Humberts  dürfte  sich,  wie  die
Joffre-Note  erlemen  läßt,  derzeit  in  Kanonenschußweite
  südlich  des  von  den  Deutschen
im  ganzen  Umfange  besetzten  Samogneut-Celändes
  befinden.  Im  übrigen  trösten  sich  die  Organe
  Briands  damit,  daß  die  beiden  Verdun
südlich  und  füdöstlich  deckenden  modernen  Forts
noch  standhalten.  Darum  bestehe  auch  auf  dieser
  Seite  keine  unmiltelbare  Gefahr  für  die
Zentralstellung.  (3Z.)

Französische  Beklemmungen.

Pa  ris,  2.  März.  Die  Lage  an  den  neuen
Angriffofronten  beunruhigt  die  Mililärkritiker
der  Pariser  Zeilungen,  die  eindringlich  davor
warnen,  aus  der  scheinbaren  Ruhe  voreilige
Schlüsse  zu  ziehen.  Die  Lage  ist  befriedigend,
schreibt  der  „Temps“,  aber  sie  bleibt  nichtsdestoweniger
  sehr  ernst.  Unser  starker  Gegner  unternahm
  nicht  mit  einem  solchen  Aufwand  eine
so  bedeutende  Aufgabe,  um  nach  einem  kleinen
Mißerfolge  zu  verzichten.  Die  neuen  Angriffe
im  Woevre  veraulassen  den  Senator  Humbert,
im  „Journal“  zu  dem  Ausruf:  Es  ist  wieder
einmal  zu  früh,  die  Schlappe  unserer  Feinde
zu  verkünden  und  von  seinen  Mißerfolgen  zu
sprechen!  Ganz  im  Gegenteil  würde  ich  eher
zu  der  Annahme  neigen,  daß  die  Schlacht  von
Verdun  erst  recht  eigentlich  beginnt.  (JZ.)

Die  Einstellung  des  französischen
Bahnverkehrs.

Zürich,  2.  März.  Die  Einstellung  des
französischen  Eisenbahnverlehrs  auf  Anordnung
der  Militärlehörde  erstreckt  sich  nicht  nur  auf
die  Oflkahn,  sondern  auch  auf  die  Mittelmeerbahn.
  Auf  den  Eisenbahnlinien  des  Ostens
sind  nach  dem  „Temps“  47  Züge  aufgehoben.

(J.)

Der  U.  Bootkrieg.

Berlin,  2.  März.  Im  Anschluß  an  die
geslern  gemeldete  Versenkung  der  beiden  französischen
  Hilfskreuzer  auf  der  Höhe  von  Le
Haore  bringen  verschiedene  Blätter  eine  Nachricht
  aus  Paris,  wonach  ein  französischer  Minensucher
  vor  Le  Havre  torpediert  worden  sei.
In  der  „Germania“  heißt  es:  Die  neuen  Erfolge
  unserer  Unterseeloote  verdienen  auch  deshalb
  unterstrichen  zu  werden,  weil  sie  die  Kraft
des  Unternehmungsgeistes,  der  in  unserer  Marine
  herrscht,  in  ihrem  unverminderten  Elanze
zeigen.  Verschiedene  Blätter  nehmen  Veran.
lassung,  in  letzter  Stunde  zu  betonen,  daß
Deutschland  vor  der  unaufschiebbaren  Entscheidung
  stehe.  Die  „Tägliche  Rundschau“  schreibt:
Wir  besitzen  heute  keine  andere  Wasfe,  um
England  auf  den  Leib  rücken  zu  können,  als  die
Unterseebootswasse.  Wir  müssen  ihre  volle
Schärfe  heute  treffen  lassen,  wenn  sie  ihre  Wirkung
  tun  soll.  Schon  streckt  England  seine  gierigen
  Fänge  nach  den  deutschen  Schiffen  in  den
portugiesischen  Häfen  aus,  schon  hören  wir,  wie
es  in  Südamerika  einen  ähnlichen  Schiffsraub
zu  unternehmen  versucht.  (3.)

In  Bessarabien.

Budapest,  1.  März.  Der  Bukorester  „WMinerva“
  wird  aus  y  gemeldet,  daß  die
Russen  eine  neue  n  vorbereiten.  Aus

dem  Inmern  des  Lan
Truppen,  besonders  Artillerie,  nach

Bächerschan.

Velhagen  &  Klasings  Monats.
befte  bringen  in  ihrem  Märzhefte  wieder  eine
große  Fülle  gehaltvoller  und  anziehender  Beiträge.
  Mit  belaglichem  Schmunzeln  liest  man
besonders  die  durch  köstlichen  Humor  gewürzten
Erinnerungen  des  seinsinnigen  Italienlenners
Hand  Barth  an  das  Leben  und  Treklben  in
„Spionopolis“,  wie  er  es  neunt,  an  das  lleine
Schweizerstädtchen  dicht  an  der  italienischen
Grenze,  das  von  italienischen  und  französischen
Spionen  geradezu  wimmelt.  Noch  einen  Aufsatz
  enthält  dos  Märzheft,  der  allgemeine  Afmerlsamleit
  verdient.  Es  ist  die  Schilderung  des
vierzehnten  Kriegsschauplatzes,  auf  dem  unsere
lapseren  Truppen  jetzt  kämpfen,  von  Albanien,
aus  der  Feder  der  Freiin  Amelie  von  Godin-Die
  Dame  hat  viele  Jahre  in  Albanien  gelebt.
Sie  spricht  die  Landessprache  wie  ihre  Muttersprache
  und  kennt  Land  und  Leute  durch  vielt
Wanderungen  ganz  genau.  Die  weiteren  Aufsätze
  des  Heftes  wollen  wir  nur  kurz  erwähnen.
Da  ist  eine  reich  illustrierte  Abhandlung  über
den  Maler  Eduard  Thöny,  weiter  eine  anschauliche
  Schilderung  der  Gewinnung  des  Eisene:
„Vom  Eisenerz  zur  Stahlschiene“  und  eim
gründliche  Athandlung  über  das  mitieleuropräische
  Wirtschaftsproblem.  Auherdem  enthöäll
das  Hrft,  wie  ja  stets,  eine  Anzahl  gchalkvoller
  Romane  und  Erzählungen.

 

Maeliberichle.

München.  1.  März.  Der  Münchener  Schiacht,
viehmarkt  am  Dienslag,  den  29.  Februar,  hatt
ein  Gesamtangebot  von  2321  Schlachttieren,  und
zwar:  35  Ochsen,  135  Bullen,  297  Kühe,  65
Jungrinder,  994  Kälber,  437  Schweine,  144
Schafe  und  95  Lämmer,  sowie  Spanferkel.  Der
Großviehmartt  hatte  um  308  Seück  schwächen
Zusfuhr  als  vorigen  Dienstag,  obgleich  die  am
Freilag  negen  Neuausbruches  der  Maul=  und
Klauenseuche  über  den  Viehhof  verhäng
Sxerre  wieder  aufgehoben  ist.  Das  Handelsgeschäft
  gestallete  sich  ein  as  schleppend.  Im  allge
meinen  war  die  Lage  ziemlich  unverändert  geblieben.
  In  der  Hauptsache  galten  der  Zentnet
Lebendgewicht:  Ochsen  90-  108  Mk.,  Bullen
78.  95  M.,  Kühe  somie  Kalbinnen  60—100  M.
und  Jungvieh  60  77  M.  Der  Kälbermart
hatte  um  nahezu  411)0  Stück  schwächere  Zufuhr
als  vorigen  Dienstag.  Bei  sehr  keshakte  Nach
frage  und  weiter  anziehenden  Gei  en  war  der
vorhandene  Vorrat  schon  kurze  Zeit  nach  Martt
begiun  bis  auf  das  letzte  Stück  ausverkauft.
In  der  Hauptsache  galten  lebende  Tiere
96  108  M.,  geschlachtete  116—126  M.  der
Zentuer.  Der  Schweinemarkt  war  wieder  unge
nügend  beschickt.  Bei  sehr  lebhafter  Kauflust  wat
auch  hier  der  Vorrat  zu  den  nach  Gewichtsklassen
gesetzlich  festgelegten  Höchstpreisen  schnell  geräumt.
  Es  galten  lebende  Tiere  78—129  M,
geschlachtete  111—162  M.  der  Zentner.  Der
Schafmarkt  hatte  ebenfalls  schwaches  Angebol.
Nachfrage  auch  hier  eh  lebhaft,  so  dab  teoß
neuerlich  anziehender  Preise  der  vorhandene
Vorrat  schon  geraume  Zeit  por  Marktschut
ausverkauft  war.  Es  galten  geschlachtete  Tien
110—145  M.  der  Zentner.

 

—s.—

Binweis.

D  tigen  Nu  res  Blat,K.  liest
die  —  derr  2  —8—
München  bei,  worauf  wir  unsere  geeltrten  Lesebesonders
  aufmerksam  machen.  2

—

Wetterbericht  für  Freitag,  den  3.  März:
Weiterhin  unbeständio,  Negen  und  Snessell- 



 

daß  das  Erscheinen  der  Kronprinzen-Armee  bei

gebracht.  (3.)