fanterie-Reginient in St. Avold steht, wird
das Violin. Konzert von WMendelssohn, wohl
eines der schönsten der gesamten Wiolin-Literatur,
spielen und außerdem mit drei Herren
der Kapelle das Streichquartett pon Beethoven
op. 18 E-moll zum Vortrag bringen.
Wie immer, stellt auch diesmal Herr Oberleutnant
v. Bomhard seine Kunst in den Dienst
der guten Sache. In „Wotans Abschied“ aus
„Walküre“ werden seine glänzenden Stimmmittel
prächtig zur Geltung kommen. Hervorzuheben
sind noch die Rezitationen des Herrn
Leutnants Putscher, der außerdem einen Prolog,
verfaßt von Herrn Oberregierungerat Koch,
sprechen wird. Allgemeines Interesse werden
auch die Lichtbilder über das Kriegsgebiet auf
dem Ballan, vorgeführt von Herrn Seiffert,
Vorstand der hiesigen Reichsbanknebenstelle, erwecken.
Die Begleitung der Solostücke ruht
ebenfallo in bewährten Händen. Endlich sei
nochmals auf den mit der Veranstaltung verbundenen
Elückshafen hingewiesen, der dank des
vielbewährten Opfersinnes der Rosenheimer
Bevölkerung bisher von verschiedenen Seiten
mit schönen Spenden bedacht wurde. hrlich,
ein vielseitiges und reichhaltiges Programm,
das allen Geschmacksrichtungen und Wünschen
Rechnung zu tragen sucht und dem in Anbetracht
des edlen Zweckes ein poller Erfolg beschieden
sein möge! Es sei nochmals darauf aufmerlsam
gemacht, daß die Veranstaltung öffentlich
und für jedermann zugänglich ist. Siehe Inserat!
Jugendabteilung des Katholischen
Frauenbundes. Allüberall fordert
die gegenmärtige ernste Zeit ein wackeres Zusammenhdalten.
Und sie findetl's auch. Dies
zeigte die gestrige Versammlung der Jugendabteilung
des Kaith. Frauenbundes, die gerade
diesmal sehr gut besucht wmar. Die Vorsteherin,
Frl. Kögerl, begrüßte in herzlicher
Weise die anwesenden Mitglieder und stellte
drei Neueingetretene der übrigen Versammlung
ror. Sie drüdte ihre Freude darüber aus,
daß auch einige Gründungsmitglieder, die bis
jetzt dem Bunde treu geblieben sind, anwesend
waren. Die Vorsteherin hatte die Vorträge über
Hauefrauenfragen, welche im Arbeitermuseum
in München abgehalten wurden, besucht und gab
darüber einen ausführlichen Bericht. Sie sprach
in interessanter Weise über die gegenwärtige
Lage in unserer Nahrungsmittelversorgung, über
Einzelhaushalt und Vollshaushalt, über die
Dienstbotenfrage und das weibliche Dienstjahr.
Auch erwähnte sie die Gründung einer Hausfrauenabteilung
im Kath. Frauenbund. An
diesen Bericht schloß sich die „Literarische Rundschau".
Es wurde auf rinen neueren Schriftsteller,
Dr. Dörfler, aufmerksam gemacht, dessen
Werle sich durch liebevolle Kleinmalerei und
esochologische Tiefe auszeichnen. Sie wurden
der Jugend aufs wärmste empfohlen. Die Vorsteherin
gab bekannt, daß die nächste Versammlung
am 5. April stattfinden wird. Möchten
wiederum zahlreiche Mitglieder erscheinen!
Betrügereien in einer Mühle. In
der Mühle von Frau Anna Hell in Oberwöhrn,
Gemeinde Hochstätt, wurde von vielen Bauern
mehr Getreide vermahlen, als erlaubt war. Die
Mühle wurde vom Kgl. Bezirksamt Rosenheim
geschlossen und die Sache dem Staatsanwalt
übergeben. Die Frau hat die Betrügereien in
raffinierter Weise vorgenommen, indem sie ein
doppelltes Mahlbuch führte. Die Kontrolle
wurde dadurch zwar erschwert, doch konnte der
Schu indel nicht unenrdeckt bleiben.
Einen Tausendmarkschein fand gestern
eine Arbeiterin nächst der Klosterkirche.
Sie vermutete richtig, daß ihn eine zuvor in
die Kirche eingetretene Bäuerin verloren habe
und gab ihn der Frau, welche den Verlust noch
gar nicht mahrgenommen hatte, zurück. Viel
schmupiger jedoch, als der dem Kote entrissene
Tausender mar das Benehmen der Verliererin,
dem sie überreichte der ehrlichen Finderin ganze
50 Pfg. als Finderlohn.
Unsere Militärkapelle ist auch zu
einem Wohltätigkeitskonzert in Wasserburg gewonnen
worden. Veranstaltet wird es vom
Veteranen= und Kriegerverein Wasserburg, dem
die musikalische Aufführung durch das Entgegenkommen
seines Ehrenmitgliedes, des Bataillonskommandeurs
Herrn Moajors Frhrn. v.
Hohenhausen, ermöglicht wird. Das Konzert
ist für die zweite Hälfte des Monats März
geplant und soll zugunsten der örtlichen Angehörigenfürsorge
in Wasserburg abgehalten
werden.
Hohe Viehpreise. Aus Oberaudorf wird
uns mitgeteilt, daß Herr Hohenadel fünf Käl.
berkühe um 6500 Mk. verkaufen konnte. Die
Tiere gingen in den Besitz eines anderen Händlers
über.
Die „amtliche Grußänderung"“ in
Oesterreich. Einen sehr empfehlenswerten
Schritt zur Nachahmung hat das österreichische
Ministerium des Innern unternommeh, indem es
den Salutiervereinsgedanken des verstorbenen
Grafen Harrach wieder aufnahm und zum
Besten der Kriegshilfe ein amtliches Zeichen
ausgibt, das den Besitzer vom Gruß des Hutmehmens
ann gegenüber enthebt und
um militärischen Gruß brrechtgt Es trifft
4 gut, dah der „Allgemeine Verein für deutchen
GEnuhß“ in Barm#
dt ganz dieseiben Be-#Weisgrunde
für seine Bestrebungen ins Feld
—2
—
führt wie das österreichische Minislerium. Wäre
so etwas nicht auch in Bayern möglich? Von
Tausenden und Abertausenden würde diese Antegung
freudigst begrüßt und gerne unterstützt.
Ein neues Kriegsgebot. Unter dem
Titel „Ein neues Kriegogebot“ wird zurzeit
in den Zeugenzimmern, den Gängen und Trepvenhäusern
der pfälzischen Gerichtsgebäude solgende
Mahnung aufgehängt: 1. Hüte dich vor
Prozessen, du kenust vielleicht den Anfang, aber
nicht das Ende. 2. Geh nicht um jeder Kleinigleit
zum Gericht, du sparst viel Zeit, Geld und
Derdruß. 3. Hast du einen rechtlichen Streit, so
pFrüfe, ob nicht auch beim Gegner ein gut Teil
Recht ist. 4. Versuche vor einem Prozeß zuerst
eine gütliche Schlichtung und laß auch den Gegner
zu Wort kommen, dann llärt sich vieles auf.
5. Unternehme nichts, was deinem Gegner nur
schaden kann, dir aber nichts nützt. 6. Sage
deinem Gegner nie, er hätte gelogen. 7. Sage
deinem Gegner nie, er hätte betrogen. 8. Höre
auf den Nichter, wenn er zum Vergleich rät, er
meint es gut mit dir. 9. Mache deine Verträge
stets schriftlich und lese erst genau durch, was
du unterschreibst, dann vermeidest du Unklarheit
und hasft Beweise. Nur was du beweisen kannst,
gilt vor Gericht. 10. Treibe den Gegner nicht
zum Aeuhersten, du weißt nicht, ob bu nicht
einmal seiner bedarsst.
Der Weltkrieg.
Der amtliche Ssterrelchische Bericht.
WIWien, 2. März. Amtlich wird verlautbart:
Nirgends besondere Ereignisse.
von Hofer, Feldmarschallentnant.
Die Bedeutung der Schlacht
von Verdun.
Budapest, 2. März. Der Bukarester „Alitorul“
sagt in Besprechung der Kämpfe bei
Verdun: Diese Schlacht, die blutiger als alle
seit Beginn des Krieges ist, ist darum bemerkenswert,
weil deren Front lkaum 40 Kilomeler
ist. Deutsche und Franzosen kämpfen hier mit
ihren besten Kräften und ausgezeichnetem Material.
Dieser Kampf bedeutet keinen Versuch,
sondern das Bestreben, eine endgültige, wenn
möglich entscheidende Situation zu schaffen.
Wenn die deutsche Offensioe hier gelingt, wird
der ganze rechte Flügel der französischen Armee
vernichtet und den Deutschen öffnet sich die Aussicht
auf mehrere andere Siege. Bei Verdun
wird der Trumpf des jetzigen Krieges ausgespielt
und es bleibt abzuwarten, auf wessen
Seite der moralische und materielle Erfolg sein
wird. (Z.)
Die französischen Verluste
bei Verdun.
Amsterdam, 2. März. Man berichtet aus
London, daß nach den dort eingetroffenen zuverlässigen
Meldungen aus Paris die franz.
Verluste bei Verdun bis zum 28. Februar duf
63000 Mamn geschätzt werden. (3.)
Vor Verdun.
EGenf, 2. März. Der Kritiker der „Debats“
macht die äuhersten Anstrengungen, für die französische
Saumseligkeit während des deutschen
Gewaltmarsches durch das Woevoregebiet Argumente
zu finden. Er muh aber zugestehen,
Manheulles auch anderen Pariser Kritikern
als ernstes Anzeichen erscheint. Ueber Humberts
Absichten an der Verduner Nordfront gestattet
die Joffre--Note nur Vermutungen. Die
Hauptstellung Humberts dürfte sich, wie die
Joffre-Note erlemen läßt, derzeit in Kanonenschußweite
südlich des von den Deutschen
im ganzen Umfange besetzten Samogneut-Celändes
befinden. Im übrigen trösten sich die Organe
Briands damit, daß die beiden Verdun
südlich und füdöstlich deckenden modernen Forts
noch standhalten. Darum bestehe auch auf dieser
Seite keine unmiltelbare Gefahr für die
Zentralstellung. (3Z.)
Französische Beklemmungen.
Pa ris, 2. März. Die Lage an den neuen
Angriffofronten beunruhigt die Mililärkritiker
der Pariser Zeilungen, die eindringlich davor
warnen, aus der scheinbaren Ruhe voreilige
Schlüsse zu ziehen. Die Lage ist befriedigend,
schreibt der „Temps“, aber sie bleibt nichtsdestoweniger
sehr ernst. Unser starker Gegner unternahm
nicht mit einem solchen Aufwand eine
so bedeutende Aufgabe, um nach einem kleinen
Mißerfolge zu verzichten. Die neuen Angriffe
im Woevre veraulassen den Senator Humbert,
im „Journal“ zu dem Ausruf: Es ist wieder
einmal zu früh, die Schlappe unserer Feinde
zu verkünden und von seinen Mißerfolgen zu
sprechen! Ganz im Gegenteil würde ich eher
zu der Annahme neigen, daß die Schlacht von
Verdun erst recht eigentlich beginnt. (JZ.)
Die Einstellung des französischen
Bahnverkehrs.
Zürich, 2. März. Die Einstellung des
französischen Eisenbahnverlehrs auf Anordnung
der Militärlehörde erstreckt sich nicht nur auf
die Oflkahn, sondern auch auf die Mittelmeerbahn.
Auf den Eisenbahnlinien des Ostens
sind nach dem „Temps“ 47 Züge aufgehoben.
(J.)
Der U. Bootkrieg.
Berlin, 2. März. Im Anschluß an die
geslern gemeldete Versenkung der beiden französischen
Hilfskreuzer auf der Höhe von Le
Haore bringen verschiedene Blätter eine Nachricht
aus Paris, wonach ein französischer Minensucher
vor Le Havre torpediert worden sei.
In der „Germania“ heißt es: Die neuen Erfolge
unserer Unterseeloote verdienen auch deshalb
unterstrichen zu werden, weil sie die Kraft
des Unternehmungsgeistes, der in unserer Marine
herrscht, in ihrem unverminderten Elanze
zeigen. Verschiedene Blätter nehmen Veran.
lassung, in letzter Stunde zu betonen, daß
Deutschland vor der unaufschiebbaren Entscheidung
stehe. Die „Tägliche Rundschau“ schreibt:
Wir besitzen heute keine andere Wasfe, um
England auf den Leib rücken zu können, als die
Unterseebootswasse. Wir müssen ihre volle
Schärfe heute treffen lassen, wenn sie ihre Wirkung
tun soll. Schon streckt England seine gierigen
Fänge nach den deutschen Schiffen in den
portugiesischen Häfen aus, schon hören wir, wie
es in Südamerika einen ähnlichen Schiffsraub
zu unternehmen versucht. (3.)
In Bessarabien.
Budapest, 1. März. Der Bukorester „WMinerva“
wird aus y gemeldet, daß die
Russen eine neue n vorbereiten. Aus
dem Inmern des Lan
Truppen, besonders Artillerie, nach
Bächerschan.
Velhagen & Klasings Monats.
befte bringen in ihrem Märzhefte wieder eine
große Fülle gehaltvoller und anziehender Beiträge.
Mit belaglichem Schmunzeln liest man
besonders die durch köstlichen Humor gewürzten
Erinnerungen des seinsinnigen Italienlenners
Hand Barth an das Leben und Treklben in
„Spionopolis“, wie er es neunt, an das lleine
Schweizerstädtchen dicht an der italienischen
Grenze, das von italienischen und französischen
Spionen geradezu wimmelt. Noch einen Aufsatz
enthält dos Märzheft, der allgemeine Afmerlsamleit
verdient. Es ist die Schilderung des
vierzehnten Kriegsschauplatzes, auf dem unsere
lapseren Truppen jetzt kämpfen, von Albanien,
aus der Feder der Freiin Amelie von Godin-Die
Dame hat viele Jahre in Albanien gelebt.
Sie spricht die Landessprache wie ihre Muttersprache
und kennt Land und Leute durch vielt
Wanderungen ganz genau. Die weiteren Aufsätze
des Heftes wollen wir nur kurz erwähnen.
Da ist eine reich illustrierte Abhandlung über
den Maler Eduard Thöny, weiter eine anschauliche
Schilderung der Gewinnung des Eisene:
„Vom Eisenerz zur Stahlschiene“ und eim
gründliche Athandlung über das mitieleuropräische
Wirtschaftsproblem. Auherdem enthöäll
das Hrft, wie ja stets, eine Anzahl gchalkvoller
Romane und Erzählungen.
Maeliberichle.
München. 1. März. Der Münchener Schiacht,
viehmarkt am Dienslag, den 29. Februar, hatt
ein Gesamtangebot von 2321 Schlachttieren, und
zwar: 35 Ochsen, 135 Bullen, 297 Kühe, 65
Jungrinder, 994 Kälber, 437 Schweine, 144
Schafe und 95 Lämmer, sowie Spanferkel. Der
Großviehmartt hatte um 308 Seück schwächen
Zusfuhr als vorigen Dienstag, obgleich die am
Freilag negen Neuausbruches der Maul= und
Klauenseuche über den Viehhof verhäng
Sxerre wieder aufgehoben ist. Das Handelsgeschäft
gestallete sich ein as schleppend. Im allge
meinen war die Lage ziemlich unverändert geblieben.
In der Hauptsache galten der Zentnet
Lebendgewicht: Ochsen 90- 108 Mk., Bullen
78. 95 M., Kühe somie Kalbinnen 60—100 M.
und Jungvieh 60 77 M. Der Kälbermart
hatte um nahezu 411)0 Stück schwächere Zufuhr
als vorigen Dienstag. Bei sehr keshakte Nach
frage und weiter anziehenden Gei en war der
vorhandene Vorrat schon kurze Zeit nach Martt
begiun bis auf das letzte Stück ausverkauft.
In der Hauptsache galten lebende Tiere
96 108 M., geschlachtete 116—126 M. der
Zentuer. Der Schweinemarkt war wieder unge
nügend beschickt. Bei sehr lebhafter Kauflust wat
auch hier der Vorrat zu den nach Gewichtsklassen
gesetzlich festgelegten Höchstpreisen schnell geräumt.
Es galten lebende Tiere 78—129 M,
geschlachtete 111—162 M. der Zentner. Der
Schafmarkt hatte ebenfalls schwaches Angebol.
Nachfrage auch hier eh lebhaft, so dab teoß
neuerlich anziehender Preise der vorhandene
Vorrat schon geraume Zeit por Marktschut
ausverkauft war. Es galten geschlachtete Tien
110—145 M. der Zentner.
—s.—
Binweis.
D tigen Nu res Blat,K. liest
die — derr 2 —8—
München bei, worauf wir unsere geeltrten Lesebesonders
aufmerksam machen. 2
—
Wetterbericht für Freitag, den 3. März:
Weiterhin unbeständio, Negen und Snessell-
daß das Erscheinen der Kronprinzen-Armee bei
gebracht. (3.)