Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

I  Summer  155

Steinberg  des  Königs  aus  dem  fabelhaft  alien
Jahrgang  1540.  Die  Teilnehmer,  uneer  ihnen
die  bekannten  „Zungenpröbler“  Thomas  Koh,
ler  und  Wilhelm  Weißer,  urteilten  uber  Beschafsenheit
  und  Erhaltung  der  Kosiproben.  Die
Königsweine  von  1728,  1631  und  1540  wanren
wider  Erwarten  nicht  „hochfarbig“,  auch  war
die  Säure  nicht  aufgezehrt.  Ein  Behugen  jur
die  Zunge  tonmten  sie  durch  ihr  kanoni.
sches  Alter  nicht  mehr  hervorrufen.  Für  den
Weinlenner,  wie  Geschichtsfreund,  war  oiese
eigenartige  Probe,  die  ähnlich  wohl  niemals
stattgefunden  haben  mag,  ein  denklürdiges  Ereignis,
  denn  als?  Zzum  Schluß  ei  ul  ber  Deioeheimer
  Kränzler  als  „Ausschwenler“  zeschäukt
wurde,  hatten  die  Teilnehmer  „Kinder“  aus  fünf
Jahrhunderten  gelosilet.

Sweibrücken,  3.  Juli.  Ueber  eine  jiensa.
tionelle  Wendung  in  der  Mordassäre  Löwenthal
  wußten  Zweibrücker  Blätter  zu  berichten.
Nach  dieser  Deutung  soll  die  Mordaffäre  nichts
weiter  als  ein  Gaunertrick  sein.  Es  war  von
einem  gefässchten  Scheck  die  Rede,  der  abzehob##en
worden  sei  und  es  wurde  die  hiermutung  ausgelprochen,
  daß  Löwenihal,  um  sich  der  Militurpflicht
  zu  entziehen,  in?  Ausland  geflüchiel,  aiso
gar  nicht  ermordelt  worden  sei.  Ganz  abgesehen
dovon.  dann  Löwenthal  gar  teine  Verankassung
hotte,  zu  em'lichen,  weil  er  nur  arbeitsverwendungsfähig
  warr,  entspricht  auch  die  Meldung  von
dem  gefälschten  Scheck  gar  nicht  den  Tatsachen.
Die  42  On0  Mart  hatte  sich  Löwenthal  von  seinen
  Angebörigen  telegraphisch  überweisen  lassen.
Da  der  ganze  Betrag  nicht  der  Postlasse  ent.
nommen  werden  lonnte,  stilite  das  Postamt  einen
Sched  aus,  der  im  Hotel,  in  dem  Löwenthal
wohnte.  abgegeben  und  von  der  Inhaberin  des
Hote.s  persönlich  Löwenthal  übergeben  wurde.
Am  gleichen  Tag,  am  2.  Juni,  noch  hob  Löwen.
thai  das  Geld  bei  der  K.  Filialbant  ab.  Daraus
geht  hervor,  daß  es  mit  der  sensationellen  Wendun
  nichte  i#t,  fur  die  auch  sonst  durd  die  Untersuchun
  nicht  die  ge  eringsten  (Hrunolagen  erbracht
find;  es  sieht  vielmehr  seil,  daß  Löwenthal  das
Opler  eines  Verbrechens  geworden  iit,  wenn  es
auch  noch  nicht  gelang.  die  Mordafsäre  auf.
zuklären.  Mit  jedem  Tag  wiro  die  Hoffnung,
die  Leiche  zu  funden,  geringer  und  die  Spuren
verwischen  sichi  immer  mehr.  Die  beiden  unter  dem
dringenden  Verdacht  der  Täterschaft  Verhaitelen,
  Vater  und  Sohn  Gebhard  leugnen  immer
noch  hartnädig.

Bewerisches  Oberlans.
Micsbach,  8.  Juli.  Das  katholische  Pfair.
amt  Miesbach  hal  ein  neues  Stlolgebuhrenre
gulativ.  aufgestellt,  melches  gegenüber  dem  bis.
berigen  längit  veralteten  und  unzeitgemäß  gewordenen
  Niegujativ  Crhöhungen  von  30  Prezem
  vorsieht.  Der  Magistrat  erhob  dagegen
keine  Einwendunge
arrischzell,  9  Jull.  Altbürgermesster  Og.
Acher  seierte  heule  seinen  66.  Geburtslag.
Wahrend  seines  eifrigen  Wirkens  als  Bürgermeistet
  hat  er  sich  um  die  Gemeinde  und  das
Zeller  Tal  grofe  Verdienst:  erworben.  Vor  alm
  arbeitete  er  unermüdlich  für  o#e  Wildbachverbauung
  im  zelier  Tal  und  für  den  Bannbau.
  Steter  Dank  ist  ihm  im  ganzen  Lande  sicher.


wWasserburg,  3.  Juli.  Eine  wertvolle  Lr#rchenfigur
  wurde  aus  der  Kirch:  in  Attel,  Bll.
Wasserburg.  gestohlen.  Es  handelt  sich  um  eine
hboligeschnitzte  Muttergotleotigur  aus.  der  Rak?-lozeit,
  die  50  60  Zim.  hoch  ist.  Die  Figur
tragt  einen  Mamel  und  irägt  in  der  linlen  Hand
ein  zepter.  stützt  den  rechten  Fuß  auf  einen
Drachen  und  den  linlen  auf  der  Mondsichel  auf.
Der  Dieb  hat  an  Stelle  der  gestohlenen  Figur,

"  bie  4000  Marl  werr  ist.,  eine  andere  Multergotessigur
  b  ngesielil,  werhalb  der  Diebstahl  erst
W  einiger  Zeit  bemerkt  wurde.

Mühldorf,  8.  Juli.  Verhaftet  wurde  die
21  jährige  ledige  Kellmerin  Elise  Thalmeier  in
Sapnannslirchen.  Sie  ist  eines  Verbrechens  der
Kindsabtreibung  beschuldigt  und  scheim  mit  einer
Münchener  Engelmacherin  in  Verbindung  geslanden
  zu  haben.  Die  Gendarmerie  fand  das
Kind.  das  nach  der  Geburt  gelebt  hat,  in  der
Abortgrube.

Altötting,  8.  Juli.  Ein  schweres  Unglüc
sorderte  in  Alzgern  drei  Menschenleben.  Die
Muhlenbesitzersehefrtau  Magd.  Schmid  wollte
mit  ihren  zwei  jüngeren  Töchtern  von  vier  u.
zehn  Jahren,  von  denen  die  letztere  am  Samstag
  in  Neuötting  gefirmt  werden  sollte,  mit
der  Fähre  über  den  Inn.  Ein  kriegsgesangener

ranzose  leulte  das  Fahrzeug.  Inmitten  des

Skusses  kippte  plößzlich  das  Fahrzeu  um.  Die
reißenden  Wellen  verschlangen  die  Ueberfahrenden;
  die  Frau  mit  ihren  zwei  Tochtern  ertrank,
der  triegegefangene  Franzose  konnte  sich  durch
Schwimmen  ans  Ufer  retten.  Die  Firmpati:  i.
die  am  Peracher  Ufer  die  Ankunft  der  Familie
Schmid  erwartete,  mufste  das  entsetzliche  Unmück
  mit  anschen.  Der  Ehemann  der,  xnerunni

  ch  Landshut  einberufen.  2  Sohne
lehen  um  aunsch,  n  use  ist  nur  noch  eine  19-sährige
  Tochter.  Wie  ein  kriegsgesangener  Franzose
  zum  Fährmann  besteklt  wurde,  ist  nicht  ohne
Mesteres  zu  verstehen.

 

 

Kufstein,  8.  Jusi.  Durch  Sianhalterriver.
ordnung  wird  die  Verabreichung  von  Fleischmeil
  ##  11  U#  Kbh

 

P

üd)  in  Gastwirtschaften  sowie  die  Abgabe  von
mehr  als  einem  Fleischgericht  an  jeden  Gasl  bei
einer  Mallzeit  verboten.

—————

Rosenheim,  9.  Juli.

Auszeichnungen  im  Felde.  Der  Vabnwärterssohn
  Engelbert  Pawaacher  aus  Hol  k.rchin,
  der  bis  zum  Kriegsausbrud,  etli  che  Jahre
Bauernlnecht  in  Sonnenltiten  aus  dem  Zamer--berg
  war,  ist  mit  dem  Eisernen  Kreuz2  Klcise
ausgezeichnet  worden  jer  rückte  im  Novembe:
vorigen  Jahres  ins  Felo  und  sieht  im  Ins.-r.  b-Reg.
  Der  Unteroffizjer  Hans  Bauer  in  esn#m
Res.-  Ins.-Reg.,  der  schon  1915  das  Militäroer
dieustireuz  3.  Kl.  mit  der  Krone  und  mit
Schwertern  erhielt,  und  sein  Bruder,  der
Pionier  Freitz  Bauer,  wurden  m.t  dem  Eiter###n
Kreu=  2.  Klaise  ausgezeichnet;  sie  sind  Söhne  der
Schleiners  Fritz  Bauer  in  Prien.

Diözesannachrid,ien.  Anweisung  erhiellen:
  der  Kgadjutor  in  Prien  Pr.  J#1.  Hohner
  al:  2.  Kooperater  in  Ebersberg;  der  Mus-Uilispriesier
  in  Prien  Korbinian  Wildenrolber
als  Koadjutor  daselbst;  am  28.  Juni  der  Kooperat###
  in  Prien  Pr.  Max  Hertle  als  3.  Ko#-peratot
  an  der  Domlirche  in  München;  der
Kooperater  in  Buchbach  Pr.  Joseph  Aicher  #1
Kooperator  in  Prien;  der  Pfarruvikar  in  Prulltina
  Pr.  Georg  Elbl  als  Kooperator  in  Buchbach;
  der  Aushilfepriester  i  in  Surberg  Pr.  Joh.
Schwar;z  als  Koadjutor  in  Oberauoorf  Gogdin
tor  Pr.  Joh.  Bapt.  Greimel  rückt  auf  die  K
neraturslelle  vor,  nachdem  Ko#perator  r.  .
hann  Ev.  Meier  auf  Aen  ue  woi-·
den);  der  Missorius  in  Zangberg  Pr.  Joseph
Schneeweis  als  Koadjutor  in  Prbiire

Die  Bayerische  Handelsbank  Filial-Rosenheim
  gibt  im  Anzeigenteil  belannt,  daß  vie
noch  nich!  ausgehändigten  Stücke  der  5.  Krieg:

auleihe  gegen  Vorzeigung  der  Rechnung  in
Empfang  genommen  merden  tönnen.  Valdige
Abhehung  ist  erwünscht.

 

GGlodenabschied.  Mit  der  Abnahme  der
Glecken  der  ltath.  Sladipfarrlirche  wird  em
Mittwoch  be  Anunen.  Infelg:  dessen  smd#  am

Dienslag.  abends  Uhr.
dacht  mit  vGleenpredbigs-  slail.  Dem
läuien  geh:n  an  diesem  Tage  noch  ein  **:
flundiger  Abschiedegelänte  voraus.  Das  loaigoi
sche  Rosenieeim  wird  an  beeser  geschichtlichen  Absiedseler
  secherlich  zahlreich  teienehmen.

Eine  der  älteisten  Glocen  der  Dis
zese  hängt  im  Kirchlein  zu  Füritati.  Sie  Ird  #
am  Halte  in  Majusseln  eine  J  Varift.  welche  in
deulscher  Ueberĩetzung  lautet:  „O  König  der
Heirlichleil,  loamm  mit  dem  Frieden!“  Diese  1.
schrift  enhaf:  die  Buchflaben,  welcke  die  -
zahl  1272  zusammenzählen  laisen.  Ein  Fachmann.
  der  lürilich  die  Glocke  besichtiate.  balrjedoch
  das  Alier  der  Glocke  um  fait  100  Jahre
zu  hoch,  hie  Abiirfte  um  1350  gegossen  worden
sein.

Lhüberlauf  auf  dem  Ailtualiem
marki  Der  Polizeiwache  wurde  von  einer
Bäiucrin,  die  den  Vitstualienmarkt  regelmät
mi  Ornt  *  schit,  die  Mitleilung  gemachl,  daß
anu  dem  Land  in  der  Umgebung  der  St####
sich  Obslauflauser  bemerlbar  machen,  die  den
Vauern  vormachen,  das  sie  an  sonfst  niema:?

Obsl  verlaufen  dürfen,  als  an  die  Aufkäuf'r  u.
raß  es  verboten  ist,  in  die  Stadt,  insbe  sondere
auf  den  hie#tigen  Viktualienmarkt,  Obst  zum?
lauf  bereinzubringen.  Auf  Aufrage  hat  das  h'e
sige  Bezirl  Sami  dem  Siadimagsstral  mitgeieilt,
dan  ein  berarliges  Verbot  nicht  erlassen  i###  und
die  Lanobevolkerung  Obit  anilandslos  in  d.  n
hicsigen  Stadtbezirk  und  auf  den  hiefigen  Viltualicnmarkt
  zum  Verkaufe  bringen  lann.

Preistreibereien  sollen  auf  dem  J#
bennisbeetenmarkt  verscht  werden.  Wenigstens
wird  von  verschiedener  Seite  bei  uns  Klage  darüber
  gejführ!.  Es  wurden  uns  oabei  Preise  genannt.
  die  70  Pfg.  für  das  Pfund  übecsleigen.
Das  Bezirlsamt  Rosenheim  hat  den  Kleinhan.
delspreis  auf  34  Pfg.  festgesetzt.  Die  Beröffenlichung
  der  Höchslpreise  für  Gemüse  und  Ohst
für  die  Stadt  Rosenheim  steht  unmittelbar  bevor.
  Dadurch  ist  dann  den  Preistreihereien  ein
Ricgel  vorgeschoben.

Gemüselonserven.  Eine  Bekanntmachung
  im  Reichskanzler  verbietet,  wie  uns
ein  eigener  Drahtbericht  meldet,  die  gewerbsmäßige
  Verarbeitung  reiser  Erdsen  zu  Gemüselomerven,
  sowie  die  gewerbsmäßige  Heritellung
von  Gemüsekonserven  mit  Fektzusatz.

Ein  Brotersatzmittel?  Wie  öfslerreichische
  Blätier  melden,  hat  der  Villenbesitzer
Pugl  in  Gösting  ein  Mischmittel  erfunden,  das

eeignet  erscheint,  eine  durchgreifende  Reaem

  in  der  Broterzeugung  zu  ermöglichen.  Die
kur  Verfügung  stehende  Substanz,  die  lich  leicht
wermahben  läßt,  pringt  eine  so  wesemliche  En.
sparnio  an  Mehl,  daß  das  heutige  Bronneh#l
nur  bis  zur  Hälfte  verwendet  zu  werden  braucht.
Der  neue  Zusatz,  ein  Naturprodukt,  ist  nicht  nur
scmashaft,  sondern  enthäst  auch  bedeuie  nden
Nährwert  und  wirtt  gesundheilfördernd.  Durch
die  Mischung  soll  Gewähr  dafür  geboten  sein,
daß  wir  über  zwei  Jahre  mit  Brot  versehen
werden  können.  Wir  wollen  lieber  noch  ab- 



Ver- 


 

 

waiten,  wie  dieses  Ersatzmittel  sich  bewähren
Ki#d.

.—  —  4  ·

Nosenhemer  Anzeiger

Der  zweite  Julisonntag  brachte  tags.
über  schwüles,  trübes  Wetier,  das  abende  in
(bewilter  und  ergiebigem  Regen  seine  Fortset
zunn  hatte.  Von  6  Uhr  ab  regnete  #  in  3  #
men  Ern#in  ipater  Nacht  ließ  der  Rig###mider
nach.

Die  Ernte  ist  im  Inntal  in  vollem  Cu#n

ge.  Auf  den  Verahohen  beim  Kloner  An  end
bei  Wasserburg  wurde  mi  dem  Kor#hn  b.-aunnen.
  Der  Körnerertrag  versprich!  „u  zu

wüutden.

Cinbruch.  An  der  Nacht  vom  7.  auf  6.
Juli.  zwischen  12  und  1  Uhr.  versuchten  mei
W'anne  bei  Bälcereibesitzer  Thamner  in  kter
Münchenerilrafe  einzumeigen  und  hallen  bere'1:
ein  Feniler  ausgehoben.  Die  Diebe  wurden
bemertl.  mit  einem  Hund.  verfolgl.  urd  von  hm
veimunch  mehrmals  gebissen.  Se  ließen  ei  ##cn
grönen  Rutsack,  1  Paar  Schnurschuh:  und  einen
Schuh  zurück.

Feldfrevel.  In  der  Nacht  zum  8.  Juli
würden  einem  Vahnbedienileten,  wohihast  Jür—
jtätt  32.  mehrere  Aartoifelnote  aus  qerttfen.  Die
Täütein  sollen  Soldaten  sein,  die  ven  der  Sanierungsanstalt
  über  die  Wiesen  in  der  Richtung
gegen  den  Ziegelftadel  gehen.

Ein  Fahrraddieb.  Ein  Dienstlnecht  von
Bernau  wurde  wegen  Fahrraddiebstahls  seil  enommen


 

musik  und  Thealer.

Operetten  Gaitspiel.  Bis  zu  Rriegsbeginn
  waren  wir  mel’rere  Jahre  in  der  ange
nelmen  Lage.  ein  elwa  einmonatliches  Operetten
Gaitspiel  in  unserem  Thealer  zu  sehen.  Es  war
das  Landshuter  Operetien-Ensemble,  das  uns
damals  alljährlich  besuchte,  Gutcs  bot  u.  schöne
Erfolge  erzielte.  Der  Krieg  hat  dies  geändert;
EEELLIIIEIIE;iII»EDDII
spiel  Verstellungen.  auf  gediegen?  Operetten
mußten  wir  aber  in  der  Hauprfache  ver  ichlen.
lUmsso  erfreulicher  il  es,  daß  jen  wieder  ein  An
fong  gemacht  wurde.  Die  Landohnter  ÖOper
eile.  die  uns  vor  wenigen  Wochen  in  so  ge
failiger  Auffulrung  dar  „Dreinaderlhaus“  ver
mitteine,  iam  mit  Dr.  Ouedtienseldt  setzt  wieder
zu  une,  um  uns  mit  der  böstlichnen.  werivolluen
und  zugiräftionen  ailer  Ovperetten,  der  „Flederninu“
  von  Sitrank,  iu  erfreuen.  Keine  ikrer
jungeren  chweilern  lann  sich  beiüglich  der  Er
folges  auch  nur  annähernd  mit  ihr  mes'en.  Das
fer  gut  besuchte.  j##  aus##erlaute  Oaus  und
die  in  ihm  herrichende  Beisallelun  ederen  ouch
diesmal  wieder  eine  deutliche  und  die  Wakrheit
dieies  Ureils  heflntigende  Spralhe.  Je  lüch:iger
die  Kräfte,  die  minrmirten,  umio  besser  lann  das

Publilum  wahrnehmen,  welche  Perlen  Stirauß
4½  dem  Schane  seiner  Erfindungstraft  gerade
in  der  „Fledermaus’  hervorgenoll  hut.  Das

Landshuter  Gaitspiel  bo:  uns  eine  voliwertige
Vortktellung.  die  allgem.  Anerker  unnng  verdienl.
Den  Eisennein  spielte  Dfreiter  #  Quedienfeldt
mil  Meülerschafi,  wie  u#r  fie  schon  von  seinen
Schuberi  im  „Dreimaderthaus'“  leunen.  I
schaufrielerischer  Hinischt  konm:  man  sich  einen
liebenswurdigeren  Schwerenoier  und  alie  Si
lnationen  beberrschenden  Lebemann  laum  mun

schen.  Daneben  iragt  eine  llangvolle  Stimme

—

und  musikalische  Sicherhei:  seine  Rolle.  Eine
auegezeichnete  Rosalinde  war  Marth.:  Oil.  Si#
wusiie  sowohl  durch  gute  schauspielerische  RNusgeistallung

  der  Partie  als  auch  durch  deren  brach
lige  musikaliiche  Ausführung  das  Interesse  fur

sie  zu  erwecken  und  zu  erhalten.  Ibr  gesanpliches
Können  irat  besonders  in  dem  sechnische  Schwir

rigkeiten  enthaltenden  Czarzdas  im  zweiten  Akt
heroor,  der  ihr  Beifall  auf  offener  Bühne  ein
brachte.  Als  Adele  lernten  wird  Elsbell  Tannen
berg  kennen.  Fur  die  Rolle  der  „Krone  aller
Stubenmadchen“  beijint  sie  eine  frisch  und  ange.
nelm  kungende  Slimme,  gefällige  Spiel  und
eines,  wus  das  Fledermaus  Stubenmadchen  vor
allem  braucht:  Lemperament,  das  ihr  namentlich
bei  der  Talentprobe  im  3.  Akl  sohr  zu  itatten  kam.
Sie  gab  sich  immer  „voller  Lebenslun“,  wie  es
die  dem  „Koönig  aller  Weine“  huldigende  Opite.
verlangt.  Der  Gefängnisdirekior  war  mit  Georg
Brandl  ebenfalls  vorzüglich  besetzt.  Er  füllte
seinen  Platz  volllommen  aus  und  brachte  namentlich
  seine  groste  Szene  im  dritten  All  zu  überaus
erheiternder  Wirtung.  Lob  verdiente  wuich  auch
Elobeth  Gugel  als  Prinz  Orlofstn.  Die  Rolle
des  Frosch  verleitet  leicht  zu  Uebertreibungen:
Fritz  Schober  vermittelte  sie  uns  in  satten  Farben,
  er  verstand  es,  die  Lacher  immer  auf  seine
Seite  zu  bringen,  und  das  genügl.  Fred  Herbert
(Alfred)  Bätie  mit  weniger  Geste  mehr  geboten.
Richard  Hori#  (Falke)  und  Gusitav  Melch
(Blind)  stellten  sich  gul  in  das  Gesamtspiel  und
lrugen  zum  Gelingen  des  Ganzen  redlich  bei.
Dr.  Ouedtenseldt  hat  die  Opereite  vorzüglich
in  Szene  gesetzt,  Kapellmeister  Kurt  Grebe  blieb
der  musikalischen  Leilung  nichts  schuldig  und  das
Orchester,  zu  dem  noch  Kräfte  unserer  Militär.
kapelle  zählten,  verhalsen  der  prickelnden  Mulik
von  Strauß  zu  voller  Wirkung.  Es  soll  uns
freuen,  die  Landshuter  Operette  noch  öfters
kier  zu  hören.  Wie  wir  erfahren,  finde  ein  zweites
  Gastspiel  bereits  am  sommenden  Freilag
slal!l;  es  wird  uns  die  neue  Opereite  „Kriegsmädel“
  bringen.  Sicherlich  wird  auch  diese  Vor.
stellung  wieder  allgemein  Anklang  finden.

A.  H.  R.

 

 

Dienstag,  10.  Juli  1917
AILI

kr.  A.  Am  Abend  des  7.  Januar  1917  er.
luhr  wahrend  des  Gesechtes  bei  P.  Ersatzreser
bil!  und  Kranlsentroger  der  3.  Kompagnie  eines
Jnsanterie  Regimentes  Peter  Eisenberger,  Forslarbeiler
  von  Eitenhaufen,  B.  A.  Traunstein,
cin  vor  der  Front  der  Nachbartruppe  liegender
Schwerverwumeter  laeune  wegen  flarken  Raschi
neigeuchr  und  Infanleriefeners  nicht  geborgen
  merden,  und  #mmachle  sich  ohne  janges  Be
sinnen  mil  einem  Kameraden  aus,  um  Rettung
zu  bringen.  SObmohi  die  Russen  u  mand

hellen  Winternacht  bei  dem  geringieen  Gerdusch,
da-.  der  Inarrende  Schnee  verurfachte,  zu  schichen
begannen,  duro)watete  Cüenberger  mei  Bächt
unv  erreichte  alucklich  den  Aerleyten.  Äuf  da'-#rrabredete
  zeichen  folzie  auch  sein  Gesjährte:
mu  veteinten  Kräften  gelonz  es  beiden,  den  drei
such  verwundeten  und  in  der  ütengen  Källe
schmeriler  Lebenegesahr  auegesehlen  Kameraden
iu  Sicherheil  zu  bringen,  ohmohl  eie  Nu#en  sie
hem  Ucherschreiten  eine  Hanges  lur  vo  vor  der
eidenen  Siellung  noch  mi:  miutendem  Feuer  uher
schulteten.  Ert  lurz  morr  mil  dem  iiernen
Ktenz  ausge  geichnet,  erbienn  Eisenherger  Lie  Sil,
heine  Medailte.

Der  Weltkrieg.

[###tbe  |1
Beim  Reichskaniler.

Beriin.  J.  Juli.  Der  Reichskanzler  hai  nach
der,  „Vossischen  Zeiiung“  geflern  cinige  führende
Abgeordneie  und  am  späten  Abend  den  Vorsit
zenden  des  Haushallsaueschusses.  Dr.  Spalm,
bel  sich  gesehen.  Am  ipaten  Abend  hat  das
preusiische  St#aatminiterium  eine  Sisung  abge-#allien.


Erzberger  dei  Kaiser  Karl.

r*--  Ab#gcordielter  Erzber  zer
weille  vor  einigen  Tagpen  in  Wien  und  wurde
wie  verlaulet,  ven  Kaiser  Karl  in  Audienz  emp
sangen.

 

en,  #.

Juli.5

Neuce  !  Vool-Erfolgc.
ihrn.  Beri:#.  (.  Juli  Durch  die  TLaiigleit
unierer  U  Booire  wurden  m  Sperrgediet  um
Cnglaud  w'iederu#  2  5/1/2„  Br.  N.  Tonnen  ver
bischl,.  Unter  den  veriumtien  Echiffen  befenden
sich  D  Dampter.  e  in  (Kelcitmgen  führe  4

von  ilnen  wurden  ur  ein  und  demselben  Ge.

leilug  keraugeschonen.

Der  Vertei:  elricg.

(MAnnnn

 

Reich.  115
in

Stullzar:i,  9  Juli.  Der  #  #;.

abgcordnete  Hillenbrandt  ertaide  ün  einet

   

sprach  daß  de  Boa  im  Hau#

Reichetager#um  erten  m“2“29  -
mkhrltmiuvdicJänfoiiusisrcssEinsichtextscsi«"L-ern-D.91.1s1g.-tl’ic«q«·
  truu  E
dieic  Mebhrheit  de

J
Iain  r  r

 

(0  n  innn–4
z=  wedenuiigen  Erllarunn  üer  einen  icandigungsfrieten
  zwingen  wol.e  Das,  de  Reg#:-runz

  sich  jent  deren  finden  werdc.  bezweltie  er
nicht.  Er  wisse,  warum  er  es  nicht  deweisle.
Nor  groien  rrlaitien
Koln.  9.  Juli.  Die  ..  Koin.  Boillek  E

richic!:  Die  d.e#malig:  agung  des  l  rilir
wirr  nach  den  Auesprachen  im  Dauprhallzaus#-schun
  und  den  Fraklionen  viel  eich  den  Annß
zu  Ereignissen  von  historischer  Bedeutung  geb.n.
War  dert  aurgeiirrochen.  ####l#um  und  besch!  #-sen
  worden  in,  find  nur  Auestahlungen  ron
Entwicklungen,  deren  Ende  nicht  abzuschen  #n,
wenn  nicht  rechtzeit  qg  mit  starler  Hand  in  die
Creigni  ie  eingegrifsen.  dem  Voll  längst  er##nttete
  Zugestandnisse  gemachl,  nad,  außen  hin  eber
mit  Zielbewuftsein  und  mehr  Geschich  als  bishrt
die  Möglichleit  cines  baldigen  Friedensschiu'se
ausgenüm  würde.

Der  Fliegerangriff  auf  London.

London,  9.  Juli.  (Reuter).  Der  Lislengriss
  auf  London  war  der  großte,  der  bisher
stallgefunden  balte.  Die  seindlichen  Flugzeuge
näherlen  sich  langsam  wie  in  einem  feierlichen
Aufzug  und  bewegien  sich  spmmetrisch  fort.  Sie
schienen  den  Hagel  von  (Granaten,  die  um  sie
herum  platzten,  zu  verachten.  Sie  flogen  in  geschlossenen
  Gliedern  und  sehr  niedrig.  Nur  die
Flugzeuge  in  der  Mitte  warfen  Bomben  ab,  die
an  der  Außenseile  dienten  zur  Deckung.  Der
Feind  biieb  12  15  Minuten  über  der  City.  Er
legte  oußerordentliche  Kühnheit  an  den  Tag,
denn  bei  dem  niedrigen  Flug  war  er  in  großer
Gefahr.

 

 

Wetierbericht  für  Dienstag,  den  10.  Juli  1917:
Gewitterliche  Begoôlkung,  lokale  Hewitter
g..  [  –pen  4  ..-  —  4

aci