525 buttericht Champagner. Butzenscheibe — Chor. 526
Buttericht, jetzt butterig, wie Butter, Butter ent- 2) dicke, knotige Masse irgend einer Art; am Obst der
altend; botterichte, butterige birnen, mit butter= gebliebene dürre Nest der Blüte, und das Kernhaus:
dbnlichem Fleisch. — buttern, Butter machen; auch zu ssenteso putz am obs Dies.; sprichwörtlich: sie merkter
Butter werden: die sahne will nicht buttern; über= den rechten butzen nicht B. d. Liebe 182·; wie sie wolt
tragen zubuttern, in gewöhnlicher Rede, sein Verdienst putzen und atiel anzeigen, so hebt sich ein grosz gezusetzen.
Büttner, m. Handwerker, der Bütten macht oder
bindet, mbd. butentere.
Butz, Butze, m. 1) Poltergeist, vermummte Schreckgestalt,
mhd. botze. wohl wegen der gedrungenen Gestalt
so genannt, es erscheint als hochd. Form zu dem niederd.
Adj. buti stumpf, kurz, dick, was wieder mit dem Verbum
altengl. betan, mhd. högen zusammenschlagen, schütternd
stoßen (vgl. unter ambos:) zusammenhängt; danach ausgestopfte
Larde, Vogelscheuche: einen rechten bozen oder
mumanz in birsengarten Reinhold Neime dich 115;
auch als dutzemann, butzenmann; er dient wol in die
fasthacht, da die welt botzemenner macht Nigrin
Nasenesel D 25; butzenantlitz, ein falsch angesicht,
larva Henisch; veitzdänzige butzenandlitz Garg. 531.
schrei 227b; Eiterstock eines Geschwürs, verdickte Flüssigteit
in Nase oder Augen: mueus, puctus butz, putz in
der nasen Dief.; heraus mit dem butzen! Garg. 186;
eigennutz ein döser butz 511; die Schnuppe am Licht;
beim Glasbläser die verdickte Stelle, wo die Pfeise an
der Glasscheibe gesessen hat; bergmännisch Plur. butzen
wvereinzelt austretende Erze im Gestein; u. a. — Dazu:
Butzeuscheibe, k. Glasscheibe alter Art mit einem Butzen
in der Mitte; but beibenfenster, Fenster mit solchen
Butzenscheiben versehen, jetzt bei der Einrichtung der
Zimmer nach der Weise des 16. Ih. wieder aufgekommen;
spottend neunt man buezenscheibenlyrik Erzengnisse heutiger
lurischer Dichter mit gesucht altertümelnden Sprachund
Versformen.
Bux, s. buchs.
C.
C, 1) Bezeichnung zweier verschiedenen Laute in fremden
Wörtern; nach neuerer Schreibung in solchen, die F
in unserer Spr. eingebürgert sind, meist durch k oder 2
ersctzt; in deutschen Wörtern als Glied der Verbindung
sch, sowie in- und auslautend in ch und ck. Uber
die Bezeichnung ABC, abecs vgl. dort und unter A.
Nach einer dem lat. C ähnlichen Zeichnung auf den
Flügeln heißen einige Schmetterlings = Arten C-falter.
2) mnsitalisch, seit 11. JIh., der dritte Ton unserer Grundscala,
vgl. a und b.
Ceder, f. ausländische Fichtengatung= ahd. cedarpoum,
mhd. céder und zeder, aus der Bibel bekannt geworden;
die ältere Spr., und noch Luther, braucht
das Wort als Masc., nach griech.-lat. cedrus: er wird
wachecu wie ein ceder auf Libanon Pf. 92, 13; einen
ccdern, der gepflanzet und der vom regen erwachsen ist
Jes. 41, 14; erst in neuerer Spr., z. B. bei Frisch, als
Fem. (nach tanne. lichte, kiefer); vom schlanken wuchs
der ceder Schiller Künstl. Erdenw. — tedern, aus
Cedernholz gemacht: cederner surg, eedernes kistchen. —
Cedernbaum, m.: cedernbewme zur wand 2. Sam. 5, 11.
— Cedernholz, v. Holz vom Cedernbaum: sol nemen
das ecdernholz 3. Mos. 11, 51.
Ceremonie, k. lie = in der Aussprache = ##: der
Plur. ceremonien oder ceremonien) Form seierlicher Höflichkeit,
ans dem lat. caerimonia, ursprünglich als Kirchenwort:
ceremonie heiszen änszerliche gebehrde, die man
in den kirchen zu gottes dienst ubet, als mit neigen,
bucken, kleidungen, singen, rünchen, fahnen und kreuz
tragen Hutten 5, 159; später auf die Gcebräuche bei
fürstlichen feierlichen Handlungen: die ccremonien bei
der krbnung, beim empfang, und diese seierlichen Handlungen
selbst übertragen: die cercmonie der krönung,
taute (Adelunglt; schließlich auch Wort des gemeinen
Lebens,— Höfslichkeitssorm: wir wollen keine ceremonien
muchen; ohne ceremonien! — Ceremonienmeister, w. an
Fürsstenhöfen solcher Beamter, der das Ceremonienwesen
zu regeln hat.
Chamuagner, m. (mit franz. Aussprache) schänmender
Wem aus der Champagne; Schaumwen überhaupt;
als Adj. aufgefaßt: ich will Champagner wein Goethe
aust I. — champagnern, in Champagner zechen.
Charakter, m. Kennzeichnung, in verschiedener Ausbildung
des Begriffs; schon im Mhd. ins Deutsche gedrungen
als karakter, karakte, krakter, selbst in der
griech.-lat. Pluralsorm: der schreip cin karactéres gute
Frau 2137; in der Bed. 3 volksmäßig geworden, mit
dem Plur. charaktere in gebildeter, charakter in nicht
sorgfältiger Rede. 1) Nächster Begriff (dem griech, charakter
eingeritztes oder geprägtes Zeichen gemäß), schon
im Mhd. Schriftzeichen, namentlich zu Zauber und Segen
gebrauchtes: und loszt (läßt) sich segen in den dot mit
kracter Brant Narrensch. 38, 35; mit caracter, sägen,
treumerbuch 65, 17; daher noch: seltsame charaktere
auf einem stein, einer münze u. a. 2) das Wesen
eines Dinges bestimmendes Merlmal, Kennzeichen: der
charakter einer gegend, eines gebirges; in dem beschriebenen
charakter von Seldwyla Keller Seldw.
1, 6; einer bandlung, denkweise; ein maler musz eine
(jede sache ihrem charakter gemiüsz behandeln Abellung;
Angabe solcher Zeichen, Schilderung: machen
Sie mir doch einen klcinen charakter von ibr Gellert
Betschw. 1, 1 (vorher die beste beschreibung von ihr
machen); in Zeugnissen, Prüfungen — Grad: er bekam
im examen den ersten charakter. 3) Gemütöart,
die einen Menschen von anderen unterscheidet: er hat
einen guten, bösen, offenen, heimtückischen charakter;
Plur. die charaktere (um Voll die charakter) sind verschieden;
auszeichnend: der mann gefullt mir, er hat
charakter; Person mit Hervorhebung ihrer Gemütsart:
er ist ein guter, böser charakter; es bildet sich ein
charakter in dem strom der welt Goethe Tasso 1, 2.
1) zumal in der Beamtenspr., Kennzcichnung in gesellschaftlicher
Stellung, Rang: namen, heimath, charakter
Lessing Minna 2,2; er erbielt den charakter als geheimer
rat; keinen charakter haben, ranglos sein;
Person einer gewissen Stellung: bier bin ich ein öftentlicher
charakter Immermann Münchh. 1, 189.
Chor, m., n. Gefang, Sänger und Ort der Sänger.
Kirchenwort aus lat. chorus, griech. chorés, im Möbd.