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Kaiserliche Gesundheitsamt betheiligten elf Staaten entfällt sogar eine noch größere Differenz,
ein Mehr von 8158 Todesfällen, da zufällig gerade außerhalb dieser elf Staaten — z. B.
in den mecklenburgischen Landen und im Großherzogthum Oldenburg — die Gesammtzahl
der Todesfälle etwas geringer als die des Vorjahres war.
Der gedachte Schluß, daß im Berichtsjahre 1895 die Sterblichkeitsverhältnisse ungünstigere
gewesen seien, erweist sich indessen für den überwiegend größten Theil der Bevölkerung
dieser elf Staaten als irrig. Ein Ansteigen der Sterbefälle hat sich nämlich
nur bei Personen der höchsten und niedrigsten Altersklasse gezeigt, d. h. bei alten Leuten
jenseits des 60. Lebensjahres und bei Kindern des ersten Lebensjahres, welche beiden Altersklassen
zusammen wenig mehr als den zehnten Theil der Gesammtbevölkerung bilden; dieselben
sind überdies naturgemäß immer und überall weitaus am meisten der Sterbensgefahr
ausgesetzt.
Unter allen übrigen Bewohnern des Reiches, d. h. unter den an
Zahl fast neun Mal stärker vertretenen Personen vom vollendeten
ersten bis zum vollendeten 60. Lebensjahre, wurden im Jahre 1895 erheblich
weniger Sterbefälle als im Jahre 1894 festgestellt. Folgende
Zahlenübersicht erläutert dies:
In den elf Staaten des Deutschen Reiches, aus denen für beide Jahre Ausweise
vorliegen, starben:
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1894 1895 also im Berichtsjahre:
a. Kinder des ersten Lebensjahrees 368 94 145 209 mehr: 36 268
b. Personen von 1—15 Jahren 199 5446 894 weniger: 32 651
c. „ „ 15—6E0 „ 260 499257 135 weniger: 3364
d. „ „ 60 und mehr Jahren] 259 157 267 034 mehr: 7877
o „ unbekannten Alters. 481 509 mehr: 28
im Ganzen1 088 623096 781 mehr: 8 158
im Ganzen auf je 1000 der Gesammtbevölkerung
vom 2. XII. 1895 . . . 22,0 2:2 mehr: 0,3 1%
Am beträchtlichsten hat die Zahl der Sterbefälle abgenommen unter den jugendlichen
Personen von 1—15 Jahren (Altersklasse b), denn hier sank sie auf 83/6 % der
vorjährigen Zahl, also um 16,4 %. Es sei vorweg hervorgehoben, daß allein die Diphtherie,
bezw. die unter diesem Namen in der Statistik zusammengefaßten Krankheiten
23 708 Todesfälle weniger verursacht haben. Dies ist um so mehr hervorzuheben, als
bereits für das Vorjahr in derselben Altersklasse eine erhebliche Abnahme der Dipyhtherietodesfälle
gegenüber dem Jahre 1893 festgestellt worden war. (Vergl. Bd. IV S. 36).
Daneben ist ein Sinken der Maserntodesfälle in dieser Altersklasse von 10 527 auf 6294
bemerkenswerth.
Unter Personen von 15—60 Jahren (Alterklasse c) sind während des Berichtsjahres
3 364 Todesfälle weniger als während des Vorjahres beobachtet, was einem Sinken
auf 98,, % der vorjährigen Zahl, oder einer Abnahme um 1,8 % entspricht. In dieser
Altersklasse entfiel mehr als die Hälfte der Differenz auf Sterbefälle in Folge von Lungentuberkulose,
deren Zahl von 86 068 auf 84 302 gesunken ist. Solche Abnahme um
2 % erscheint ebenfalls beachtenswerth, zumal wenn man berücksichtigt, daß von 1893 zu
1894 in den damals betheiligten zehn Staaten des Reiches die Zahl der Todesfälle an