Full text: Sagenbuch des Königreichs Sachsen

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baren Fluch über den grausamen Vater aus, und als er mit der 
Geliebten untersank, stürzte das Schloß und der Tempel zusammen, 
und der See erstarrte zu Stein. Die Trümmer des Schlosses meint 
man noch heute zu sehen. 
Dieselbe Sage noch einmal von einer benachbarten Ortlichkeit 
bei Gräße, Bd. II, Ar. 695. 
1243. Die Sage vom Schneckenstein. 
Oberlehrer Ott im „Glückauf", Bd. XXI, S. 142 ff. 
Wo das südöstliche Bogtland mit dem Erzgebirge grenzt, liegt 
eine knappe Stunde von dem Kirchdorfe Hammerbrück entfernt, mitten 
in den ausgedehnten Waldungen des Freiherrn von Trützschler auf 
Falkenstein, der durch seine weingelben Topase berühmte Schnechenstein. 
An ihn Bnünpft sich folgende Sage: 
In den vogtländischen Gauen hauste einst ein böser Geist; 
namentlich in dem östlichen Gebiet trieb er sein Unwesen. Dieser 
Dämon war ein Feind jeglicher Ordnung. Wo es nur anging, 
suchte er zu zerstören. Alächtige Felsblöcke warf er in seinem Grimme 
umher wie Spielbälle. Heute sind darum noch solche zerstreut zu 
finden. Der Unhold glaubte, allein in diesem unwirtbaren Teile 
unseres sächsischen Baterlandes zu hausen und unbeschränkter Herr- 
scher zu sein. Doch hatte er sich geirrt. Einst kam er auf seinen 
Streifzügen durch die wilde Waldeinsamkeit in die Gegend der 
oberen Mulde. Was erblichten da seine Augen dort in den klaren 
Fluten? Herrliche Wesen, liebliche Aixen! Lustig tummeln sie sich 
in den plätschernden, kristallenen Gewässern. Wutentbrannt beschloß 
der finstere Geselle der Aixen Verderben. Darum grub er das 
Bett des Flusses ab. Die niedlichen Wassergeister errieten jedoch 
ihres Feindes Absicht und verbargen sich in einem benachbarten 
„Stollen“. 
Eines Tages, als die Aixenkönigin „Mulda“ ausgegangen 
war, wurden die kleinen Wesen durch einen Besuch ihrer Freun- 
dinnen von der unteren Mulde, aus der Gegend von Zwichau und 
Glauchau, freudig überrascht. Sie beschlossen, denselben zu Ehren 
ein großes Freuden= und Frühlingsfest zu veranstalten. Gedacht, 
getan! 
-eiche, Sagenbuch. 65
	        
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