280 Herman Hoffman
wir uhs lassen sagen, so schreybt Paulus von der bruderlichen und
evangelischen liebe, das sie gedultig seye, nit aufrurig, das sie bezale,
was sie schuldig seye. Wo ir dises mittel ergriffen, das da
ist, Got, den herren, mit bitten vleyssig anligen, auch gehorsamlich
die oberkayt bitten, wo man uber- [8] langt habe, das man es woll
gutigclichen nachlassen, seyen wir ganz genaygt, bruderlicher liebe
und evangelischer warhait beyzusteen. Aber als uns die sach ansicht,
wurt mere in disem furgewendten mittel der aigen nutze, dann Gottis
gerechtigkayt gesucht. Lont euch, lieben bruder, ain clain, zeitlich
gut nit so hoch bewegen, das ir von desselbigen wegen wollen Gottis,
des herren, (der dann das widerstreben verpoten hat), auch ewers
schuldigen gehorsams gegen ewer oberkait vergessen. Es wurt wol
furgewendt gotliche gerechtigkait, wie mage aber das gotliche gerechtigkait
sein, so man dem unrechten mit gewalt wider das gebot
Gottis widerstrebt (das dann allaine ainer oberkayt zusteet, von Got
verordnet) und straich umb strayche, büffe umb buff geben? Auch
will es uns nit fur ain cristenlich mittel ansehen, das man sich understeet
mit gewalt und grossem schaden zu dem hellen haufen etlich
notigen, wann gleich das furgewandt mittel cristenlich were, (das wir
doch in kainen wege erfinden mogen), so were es doch uncriltenlich,
dahin mit gwalt zu zwingen, dahin Cristus, der herr, ungezwungen
haben will. Er hat ain evangelisch wort: „welichen das wort nit
zwyngt, der mag und soll auch mit kainem schwert gezwungen
werden“. Darzu so wir die sache gleich eben ermessen, erfinden wir,
das wir wol mit dem costen, der auf den zuge gewandt wurde, wollen
gar nach zehen oder zwaynzig jare ausrichten, was wir ainer oberkait
schuldig seyen; das were je mit ainem guldin angel gefischet,
so wir ain ungewisz annemen und ain gewiss liessen faren, und nit
allain uncristenlich gehandelt, sonder auch unweyslich. Demnach,
lieben bruder, [9] dorft ir unser nichts wertig sein. Wir wollen gehorsam
sein Gottis gepotten, der wurt uns wol, wo wir betrangt
seyen, zu seiner zeit erlosen. Von euch aber, als denen, so sich des
cristenlichen worts beroınen, seyen wir genzlich kains schadens wertig,
ir seyen wol also verstendig, das ir wissent, wie schaden zufugen
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grosz wider das gebot Gottes sey, des ir euch zu ainem hauptman &
annemen. Hiemit seyt Got ete.
Es schribe grave Albrecht von Hohenlohe etc. uff vorgeend
vbgeschriben ains erbarn rats warnung des nachvolgenden inhalts.
Des liesz man also ain schreiben sein,