Kämpfe unter den eingeborenen Häuptlingen. Bei der Königs—
wahl nach dem Tode Malietoas erlangte dessen alter Gegner
Mataafa die Mehrheit, der kurz vorher mit Zustimmung des ameri—
kanischen und englischen Konsuls auf einem deutschen Kriegsschiff
aus seiner Verbannung nach Samoa zurückgebracht worden war.
Der amerikanische Oberrichter Thambers entschied jedoch zugunsten
des Minderheitskandidaten Taua, Sohns des Malietoa. In Apia
brach ein Aufstand aus, bei dem die Mataafaleute siegten. Chambers
floh auf ein amerikanisches Kriegsschiff, worauf der Munihipalpräsident
von Apia, der Deutsche Dnr Raffel, das Obergericht
schloß. Auch die Kommandanten der Kriegsschiffe waren nicht
einig. Während sich der deutsche zurückhielt, griffen der englische
und amerikanische mit Kanonenschüssen in die Kämpfe um Apia
ein. Es war also ein recht gefährliches Durcheinander von Eigenmächtigkeiten
und aufgeregten Übergriffen. Als der Hauptfriedensstörer
galt der Oberrichter Chambers. Eunglische Blätter behaupteten,
er habe sich von der Ansicht leiten lassen, daß die Vereinigten
Staaten und das Deutsche Reich wegen der Philippinen
aneinander geraten würden und ihm daher trotz seiner richterlichen
Eigenschaft die Rolle eines amerikanischen Agitators erlaubt wäre.
Unter solchen Umständen war die Dreiherrschaft nicht mehr
aufrechtzuerhalten. Der Staatssekretär von Bülow sprach sich am
1. März 1899, noch bevor genane amtliche Berichte über die neuen
Wirren vorlagen, in der Budgetkommission des Reichstags dahin
aus, daß das beste eine reinliche Scheidung wäre. Zunächst wurde
die Forderung durchgesetzt, daß eine Kommission von je einem
Vertreter der drei Mächte an Ort und Stelle die Zustände untersuchen
und das Material für eine nach Einstimmigkeit erfolgende
Entscheidung der Regierungen liefern sollte.
Während des Sommers wurden Verhandlungen zwischen
Berlin-London-Washington geflogen. Die Hauptarbeit dafür im
Auswärtigen Amt hatte unter Beihilfe des Wirkl. Legationsrats
Irmer von der Kolonialabteilung wieder Herr v. Holstein zu
leisten, der schon 1889 neben dem Grafen Herbert Bismarck und
dem Geheimrat Krauel mit dabei war, als die Samoainseln auf
der Konferenz „in den Skat gelegt“ wurden. Nachdem von den
drei Regierungen der Grundsatz reinliche Scheidung angenommen
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