Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Elfter Band. (11)

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dem  vornehmen  Ton,  der  jetzt  manchen  hoch  verschuldeten
  hochgräflichen  Hof  so  schön  auszeichnet.  Der  Hofmeister
der  Prinzen  hieß  damals  noch  sein  Schulmeister.  Von
den  französischen  Titeln  wußte  man  noch  nichts  bei  den  Hbfen;
  er  konnte  also  noch  nicht  Herr  Gouverneur  seyn.
Die  Fürstin  selbst  hieß  noch  Hausfrau  und  Wirthin.
Der  vornehme  Name  Gemahlin  war  damals  noch  nicht
gefunden,  da  Fürst  und  Fürstin  in  einem  Bette  zusammen
schliefen.  Man  wußte  noch  nichts  von  Pagen  am  Hofe,  es
waren  nur  adeliche  Buben  da,  welche  aufwarten  und
Dienste  thun  mußten;  und  wenn  der  Fürst  einen  natürlichen
Sohn  oder  eine  natürliche  Tochter  hatte,  so  sprach  man  nicht
so  künstlich  von  ihnen.  Der  Jude  Lippold  in  seiner  Rechnung
  für  den  Kurfürsten  Joachim  II.  von  Brandenburg,
wenn  er  etwas  für  dessen  natürliche  Tochter  zu  berechnen
hatte,  setzte  gerade  hin:  für  das  Hurkind  Madeleinchen.
  Wer  recht  vornehm  thun  wollte,  gebrauchte  den  Ausdruck
  lediger  Sohn  oder  ledige  Tochter.

2.
Häusliche  und  Amtsverhältnisse.

Wie  in  der  vorigen  Periode  Kreuzzüge  und  roͤmisches
Recht  eine  Hauptrevolution  machten,  so  entstanden  zu  Anfang
  dieser  Periode  ein  paar  wichtige  Veränderungen,  durch
die  genauere  Verbindung  mit  Spanien  unter  der  Regierung
  Karls  V.  Der  große  Einfluß,  welchen  die  Emtdeckung
  von  Amerika  und  die  endlich  wahrgenommene  Möglichkeit,
  um  das  Vorgebirge  der  guten  Hoffnung  herum  nach
Ostindien  zu  kommen,  auf  alle  dkonomischen  Verhältnisse  der
Europäer  hatten,  traf  unser  Vaterland  immer  mit  zuerst,