Metadata : Das Lehrlingswesen und die Berufserziehung des gewerblichen Nachwuchses.

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malige  Beratung  beschränkt,  sondern  die  so  weit  geht,  bis  eben  der
Jugendliche  seine  Lehrstelle  hat.  Das  ist  eine  ganz  schwierige  Arbeit,
die  eben  nur  derjenige  voll  ermessen  und  würdigen  kann,  der  in  der
Praxis  darin  steht  und  sie  selber  ausübt.  Da  muß  man  vielfach
gegeneinander  abwägen,  manchmal  überredungskünste  anwernben.
um  die  Eltern  dazu  zu  veranlassen,  statt  ihren  Jungen  des
dienstes  wegen  als  Hausburschen  und  ähnliches  gehen  zu  lassen,  nodh
weitere  Opfer  zu  krinfen  und  ihn  einem  gelernten  Berufe  zuzuweisen,
oder  sie  davon  abhalten,  daß  sie  für  ihren  Jungen  einen  Beruf
wählen,  dem  er  nach  seinen  geistigen  und  körperlichen  Fähigkeiten
nicht  gewachsen  ist.  Alle  diese  Unstimmigkeiten  auszugleichen  und  die
Sache  in  die  richtigen  Wege  zu  leiten,  das  ist  eine  schwierige  Geduldsarbeit.
  Dazu  bedarf  es  nicht  nur  eines  Bureaus  mit  Angestellten,
sondern  es  bedarf  eines  Stammes  tätiger  und  geschulter  Mitarbeiter.
Dann  aber,  wenn  es  endlich  soweit  ist,  daß  der  junge  Mann  einem
Beruf  augewiesen  ist,  fängt  damit  eigentlich  erst  die  richtige  Arbeit
an.  Es  ist  das  die  Beaufsichtigung  der  Lehrstellen  und  das  ständige
an  E  st  das2  mit  dem  Jungen,  mit  dem  Lehrmeister  und  mit
der  Familie  des  Jugendlichen,  denn,  wenn  Sie  nach  einem  halben
Jahre  zum  Beispiele  Nachfrage  halten,  falls  Sie  sich  vorher  nicht
weiter  darum  gekümmert  haben,  was  der  Junge  in  seiner  Stelle  tut,
der  Sie  ihn  zugewiesen  haben,  dann  werden  Sie  vielleicht  in  Einem
crittel  der  Fälle  —  das  ist  noch  wenig  —  finden,  daß  der  Junge
iberhaupt  nicht  mehr  in  seiner  Ahrstelle  ist.  Dieser  beispielsweise
Wechsel  der  Lehrstelle  kann  nur  dadurch  vermieden  oder  gemildert
werden,  wenn  man  eben  in  ständiger  Fühlung  bleibt  und  die  Jungen
unter  ständiger  Kontrolle  hat.

Es  ist  eine  bekannte  Tatsache,  worauf  ja  auch  der  Herr  Referent
hingewiesen  hat,  daß  die  Jungen  gar  nicht  wissen,  um  was  es  sich
handelt,  wenn  sie  sich  einem  Berufe  zuwenden.  Ich  will  da  nur  an  die
sogenannten  Modeberufe  erinnern,  die  heute  in  allzu  ausgiebiger  Weise
von  den  Jungen  gewählt  werden:  Elektrotechniker,  Feinmechaniker,
Mechaniker  usw.,  diesen  Berufen  strömen  alle  die  Jungen  zu.  Es
mag  sein,  daß  sie  teilweise  durch  die  Schule  ermuntert  werden,  durch
die  bhysikalischen  und  technischen  Experimente,  durch  das  Geheimnisvolle,
  das  in  diesen  Naturkräften,  Elektrizität,  Magnetismus,  liegt,
durch  das  Geheimnisvolle  und  das  Großartige,  das  in  der  Kraft
liegt,  in  dem  Anblick  einer  Lokomotive,  einer  großen  Maschine  und
dergleichen;  das  muß  etwas  Köstliches  sein,  darum  muß  der  Junge
nun  Elektrotechniker  werden,  das  will  er  auch  lernen.  An  das,  was
ihn  in  der  Werkstatt  erwartet.  an  diese  körperlich  schwere  Arbeit  mit
Hammer  und  Zenge  und  mit  dem  am  Feuer  Stehen  denkt  er  nicht.

as  ist  nun  allerdings  wieder  Sache  der  Lehrstellenvermittelungsorganisatien,
  ihn  darauf  aufmerksam  zu  machen.

Ein  anderer  Punkt,  worauf  wir  großen  Wert  legen,  ist  ferner  die
Ausführung  des  Lehrvertrages  in  der  richtigen  Zeit  und  nachher  die
Anfertigung  des  Gesellenstückes.  Da  sind  ja  allerdings  die  Innungen
und  ist  die  Handwerkskammer  da,  die  darüber  wachen  sollen.  Bei
der  großen  Anzahl  von  Lehrlingen,  bei  der  vielen  Arbeit,  die  die

Echuiften  d.  Zentralstelle  f.Bolkswohlfahrt.  N.  G.  r#7,