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7. Dazwischen Rieseubäche, darunter Kluft an Aluft,
Daneben Wälderkronen, darüber freie Luft;
Und sichtbar nicht, doch fühlbar, von Gottes Ruh' umtkreist,
In Hütten und im Herzen der alten Treue Geist.
8. Das sehn die beiden droben — dem Fremden sinkt die Jand;
Hans aber zeigt hinunter aufs liebe Vaterland:
„Wür das hab' ich gefochten, dein Bruder hat's bedroht;
Ekür das hab' ich gestritten, für das schlug ich ihn tot.“ —
9. Der Fremde sieht hinnnter, sieht hansen ins Gesicht;
Er will den Arm erheben, den Arm erhebt er nicht:
„Und hast du ihn erschlagen, so war's im rechten Streit,
Und willst du mir verzeihen, komm, Haus, ich bin bereit!“
124. O lieb, solang du lieben kannstl
Von Ferdinand Freiligrath.
0 lieb, solang du lieben kannst!
0 lieb, solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Grübern stebst und klagst.
2. Und sorge, daß dein lerze glüht
Und Liebe hegt und Liebe trägt,
Solang ihm noch ein ander Herz
In Liebe warm entgegenschlägt!
3. Und wer dir seine Brust erschlieft,
0 tu ihm, was du kannst, zulieb!
Und mach ihm jede Siunde froh
Und mach ihm keine Stunde trüb!
4. Und hüte deine Zunge wohl,
Bald ist ein böses Wort gesagt!
0 Gott, es war nicht bös gemeint —
Der andre aber geht und Klagt.
5. O lieb, solang du lieben kannst!
0 lieb, solang du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und Klagst!
6. Dann kniest du nieder an der Gruft.
Und birgst die Augen, trüb und naß