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aus den slandrischen Städten Antwerpen, Gent und Brügge ihre
Stoffe. Dort preisen die Schleierhändler aus Straßburg den Frauen
ihre Waren an. Im Sonnenlichte lassen andere ihre blitzenden
Gold-- und Silberspitzen durch die Finger gleiten. Weinhändler aus
dem Elsaß haben Schenken errichtet; sie rühmen mit lauten Scherzen
ihr köstliches Getränk. Kaufleute vom Niederrhein bieten ihre
Handschuhe und Hüte zum Kauf an. Schweizer loben in rauher
Mundart die Teppiche und Zeuge, die sie aus ihren Bergen zu
Markt bringen. In der Bude des Böhmen klingt die zerbrechliche
Glasware; in des Steiermärkers Laden rasseln die Eisenwaren. Der
schlaue Kaufherr aus Sachsen wiegt bedächtig seine Silberstangen;
Münzwardeine und Silberschmiede schauen prüfend zu. Mit geschicktem
Griffe mißt unter freundlichem Geschwätz der Ulmer seine
feine Leinwand. Aus vollem Halse schreit der Krämer aus Pisa
oder Lucca, um Käufer für seine Gewürze und Salben anzulocken.
Still und lächelnd lehnen an ihren Ladentüren die Kaufleute der
Hanse; wer ihre blanken Schießgewehre und geschmeidigen nordischen
Pelze, ihre getrockneten und gesalzenen Seefische, ihre Metalle und
Erze und ihren Branntwein kaufen will, kommt schon von selbst.
Reiche Schiffer umstehen lärmend den Lagerplatz der Tonnen mit
Pech, Teer und Kienruß, die aus Thüringen herbeigeschleppt worden
sind. Färber und Wollhändler strömen zu den Niederlagen der Erfurter,
die den Waid seilbieten. Unhöfliche Messerschmiede schimpfen
in ihren Buden über schlechte Geschäfte. Spielwarenhändler aus
Nürnberg lärmen darein. Seidenweber aus Augsburg laden freundlich
zum Kauf ein. Ostfriesen tummeln vor Rittern und Freiherren
ihre Rosse.
Wandernde Dichter und Sänger, vom Herold und Hanswurst
begleitet, singen ernste und possenhafte Reime. Aus den Fenstern
der Häuser und den Türen der Läden fliegen die Heller. Ist es
draußen unwirtlich, so ziehen die wandernden Künstler in die Trinkstuben
der Küfer; sie lieben den Wein, und die Zecher sind freigebig.
Auf einem Gerüste des Roßmarktes kämpfen zwei Klopffechter im
Faschingsanzuge mit ungehenern Schlachtschwertern und so grimmiger
Miene, als gölte es Tod oder Leben. Unter schallendem Gelächter
der Zuschauer sinkt endlich einer der Kämpen zu Boden, als
wäre er zum Sterben verwundet. Aber bald erhebt sich der Verwundete
wieder, um in seiner ledernen Sturmhaube das Schaugeld
einzusammeln, das ihm reichlich zugeworfen wird.
Wochenlang dauerte alljährlich das geschäftige Treiben der
Frankfurter Messe. Reichen Gewinn brachte sie der gastlichen Stadt.