Full text : Maximilian II., König von Bayern.

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Ungarn  von  den  Bayern  jene  Gesetze,  auf  welche  der  Magyar
so  stolz  geworden  ist.

Während  aber  die  Bayern  im  Osten  Europa's  die  Keime
der  Kultur  mit  dem  eigenen  Blute  nährten,  suchten  sie  eifrigst
auch  im  Süden  die  Ausdehnung  des  Longobardenreiches  über
die  Brennerthäler  in  Tirol  zu  verhindern,  und  gaben  den  Longobarden
  vier  Könige,  deren  Regierung  die  Glanzperiode  des
longobardischen  Reiches  bildet.

Aber  dem  fast  ganz  Europa  umspannenden  Frankenreiche
mußte  auch  Bayern  seine  Selbständigkeit  opfern.  Bayern  erschien
dem  Kaiser  Karl  dem  Großen  wegen  der  Nachbarschaft  der
Longobarden  doppelt  gefährlich.  In  der  That  wagte  Herzog
Thassilo  II.,  aufgereizt  von  seiner  Gemahlin  Luitberga,  Tochter
des  letzten  Longobardenkönigs,  Feindliches  wider  die  Franken  zu
planen.  Karl  besiegte  ihn  und  sperrte  ihn  sammt  seiner  Familie
in  ein  Kloster.  Bayern  wird  eine  Provinz  seiner  Monarchie.
Des  Kaisers  Sohn  und  Nachfolger  aber,  Ludwig  der  Fromme,
erhob  Bayern  zu  einem  Königreich,  das  er  814  seinem  Sohne
Lothar  und,  als  dieser  817  abtrat,  seinem  jüngsten  Sohne,
Ludwig  II.,  verlieh.

Es  war  im  Mai  828,  als  der  junge  König  Ludwig,

dessen  Land  bisher  unter  Vormundschaft  des  Vaters  gestanden,

nach  erlangter  Großjährigkeit  in  Regensburg  einzog.  Dort
residirte  er  in  dem  mit  riesigen  Säulen  geschmückten,  noch  von
den  Römern  erbauten  Palaste  der  Agilolfinger.  Von  nun  an
heißt  Ludwig  „von  Gettes  Gnaden  König  der  Bayern.“
So  beginnen  alle  von  ihm  erlassenen  Urkunden.

Nachdem  die  Morarchie  Karls  des  Großen  durch  den
Vertrag  von  Virten  (Verdun)  813  in  drei  große  Massen:  in
ein  italisches,  französisches  und  deutsches  Reich  getheilt  worden
war,  blieb  das  Königreich  Bayern  der  Kern  von  Deutschland.
Karls  Enkel  Ludwiz  hieß  gleich  sehr  der  Deutsche  als  der

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