Full text : Maximilian II., König von Bayern.

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kleinen  Kreis  interessanter  Männer  um  sich,  die  dort  mit  ausgesuchter
  Gastfreundschaft  behandelt  wurden.  Der  „Fragmentist“
Fallmereyer  war  ganz  entzückt  davon.  Denun  es  ist  eitel  Pöbelwahn
  zu  glauben,  Philosophen  lebten  nur  von  Wasser  und
Brunnenkresse.

Den  Winter  über  wohnte  der  Kronprinz  häufig  den  Lehrvorträgen
  in  der  Gesellschaft  „Museum“  in  München  bei  und
belebte  so  das  wissenschaftliche  Juteresse.  Aber  er  suchte  dies
auch  praktisch  zu  verwerthen.  Da  er  als  den  Hauptquell  der
Unzufriedenheit  der  Massen  die  Noth  des  täglichen  Bedürfnisses
erkannte,  so  forschte  er  nach  einem  Mittel,  diese  Noth  zu  lindern.
  Er  fand  es  darin,  das  Volk  fähig  zu  machen,  daß  es
alle  Erwerbsmittel,  die  es  in  Grund  und  Boden  und  in  der
Werkfertigkeit  seiner  Hände  besitzt  in  ihrem  ganzen  Umfange
und  in  ihrer  wahren  Natur  kennen  und  brauchen  lernt,  also
durch  Entfaltung  und  Vermehrung  seiner  Kenntnisse  und  Geschicklichkeit.
  Unmittelbare  Beisteuern,  Armentaxen  und  jede  Art  von
Almosen  betrachtete  er  als  unwirksam,  in  manchen  Fällen  sogar
die  Faulheit  und  Dummheit  befördernd.  Die  Armensteuern  sind
doch  nichts  anderes  als  die  Medikamentenkosten  für  die  kranken
Glieder  des  Staatskörpers.  Je  mehr  Armengelder  ein  Staat
zu  zahlen  hat,  desto  ungesunder  ist  sein  Organismus.  Deßhalb
gründete  der  Kronprinz  Ende  18.44  einen  Verein,  der  sich  die
Aufgabe  stellte,  das  Wichtigste  und  Wesentlichste,  was  aus  den
Schätzen  der  Naturwissenschaft,  der  Oekonomie  und  der  Gewerbskunde
  geschöpft  werden  kann,  in  einer  Reihe  leicht  faßlicher
Schriften  dem  Volke  zur  Kenntniß  zu  bringen.  Der  Verein
hatte  nicht  den  Zweck,  Bildung  unter  seinen  eigenen  Mitgliedern
zu  verbreiten,  sondern  durch  Verbreitung  nützlicher  Kenntnisse
im  Volke  dieses  zur  besseren  Betreibung  des  Acker-,  Gartenund
  Wiesendaues,  der  Viehzucht  und  der  Gewerbe  zu  befähigen.
Die  darbenden  Klassen  sollten  in  den  Stand  gesetzt  werden,  sich

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