Full text : Militär-Handlexikon.

882  Taktik.

Kriegführung,  welche  die  eigentliche  Feld-  '  Artillerie.  Neben  diesen  Hauptwaflen  gibt
herronwliesenschaft  bildet.  Man  hat  viele  ‘es  für  epecle  elle  Zwecke  noch  Nebenwaffen:
Deänitionen  beider  Ausdrücke  aufgestellt,  Pionier-  ntoniere  (Terraindienst),  Train,
welche  die  Gebiete  der  Strategle  und  T.,  Eisenbahn-  und  Fe

mehr  oder  weniger  scharf  abzugrenzen  bec-  bindungadienet;  letztere  beiden  mebr  für
müht  sind;  cs  lässt  sich  indessen  elne  ge-  strategische  als  taktische  Zwecke)  und
naue  Abgrenzung  der  beiden  nahe  ver-  Festungstruppen  jartillene  und  ßSappeurwandten
  und  In  einander  übergreifenden  Mineure).  Jede  dieser  afon  hat  ihre  be-Wiesenschaften
  resp.  Künste  nicht  fest-  sonderen  Eigenthümlichkeite  ‚  denen  entstellen.
  v.  Scherff  bezeichnet  cs  als  die  sprechend  sie  aufgestellt,  formirt  ‚  bewegt
Aufgabe  der  Strategie,  ‚die  Truppe  eo  zu  und  im  Gefecht  verwendet  worden  muss.
verwenden,  dass  unter  Wahrung  der  Lebens-  Daher  spricht  man  —  wenngleich  das  harmodernen

  Gefechte  verlangt  wird  —  von
und  als  die  Aufgabe  der  T.,  ‚die  Truppe  so  einer  er  „  Kav.  und  Art
zu  verwenden,  dasa  Ihre  auf  direkte  ver-  |  Die  Infanterie  ist  der  anedeutang  nach
nlchtung  h  |  die  Ha  aupiwafe,  weil  al  e  unabhä
wirksam  erweisen‘.  (Unter  r  Lebenabeding-  "ist.  Sie  Ist  t  für  die  Ofemsive  und  Delom
ungen  ist  die  ‚Ernährung‘  etc.,  unter  Le-  sive,  den  Forn-  un  ampf  gleich  gebensfunktionen
  die  Aousserung  der  ‚Kampf-  |  eignct,  kann  sich  in  jedem  Terrain  bewegen,
kraft‘  der  Truppe  zu  verstehen.)  ‘vermag  in  jedem  Terrain  zu  kämpfen,  hat
enn  Ci}  n

bilden.  Die  T.  ist  somit  in  erster  Linie.  zubillden.  Demgemäss  bildet  dio  I.  die
eine  Erfabrungswissenechaft,  welche  auf-  ı  Hsuptmasso  der  Heore,  ihre  Zahl  kann  nie
gebaut  Ist  au  den  Lehren  der  Kriegsgo-  zu  gross  sein.  Ihrem  Zweck  entsprechend
aber  ein  Gefecht  sich  nlcmete  ist  die  I.  für  den  Fern-  (Schusswaffe)  und
in  genau  derselben  Welse  wiederholt,  son-  Nahkampf  (blanko  Waffe)  ausgerüstet.  Um
dern  siots  noue  oder  v
binzutreten,  mit  denen  gerechnet  werden  |
h  können  die  Lehren  der  T.  keine
allgemein  gültigen  Recopto  sein,  sie  wer-  |  ero
den  vielmehr  nur  allgemeine  Anhaltspunkte  '  einigen.  Dadurch  orbält  man  die  ‚Kampf-}
  einheit‘  oder  ‚taktische  Einheit‘,  womit  man
keit  des  Truppenführers  iel  ea  vorbehalten,  |  den  kleinsten  taktischen  Körper  bezeichnet,
dio  aufgestollten  Lehren  den  Jedesmallgen  welcher  gen  at,  eine  bestimmte
Verhältnissen  ontsprechend  praktisch  an-  ;,  Aufgabe  Golbständig  zu  löson.  Soltdem  die
zuwondon.  eso  Ausübung  der  T.  kann  ,  Kampfkraft  der  Inf.  durch  die  modernen
ala  dio  Afustlerische,  jene  als  die  ıwissen-  ,  Prazisionswaffen  wesentlich  gewonnen  hat,
schaftliche  Seite  der  T.  bezeichnot  werden.  ;  ist  die  Kompanie  die  taktische  Einheit  der
A  ro

auf  Grund  länger:  7  wissensche  ftlicher
örterungen  oder  "De  berlegungen,  sondern  |

)
80,
dass  die  Ausübung  der  T.  im  Gefecht  nicht  |  tal.  160,  engl.  90  Mann  ne  Chergen).
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rein  instinktiv  geschiebt.  Domentaprechend

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N}  ei  !  Frankreich,  Italien,  England),  —  Züge,
zwei  Hauptthelle:  die  formelle,  reine  oder  .  sections  sa.  plotoni  (Deutschland  3,  Oesterelementare,
  und  die  angewandte  oder  Intel-  .  reich,  reich,  Itallen  4,  Russland  2),
lektuolle  T.  Die  formelle  T.  behandelt  die   —  Helbzüge,  demi-sectlons  ‘oder  squadre

Lehre  von  der  Aufstellung,  Formation,  Be-  ,  (Deutschland  6,  Frankreich  und  Italien  8,
wegung  und  dem  Gefecht  der  Truppen
ohne  ltücksicht  auf  das  Terrain  und  dosson  'Schwärmo,  cacouades  oder  squadriglie
Einfluss  auf  d  tsfühı  t  '  (Deutschland  18—24,  Oesterreich  12—16,
den  Feind  nur  ganz  allgemein  en,  während  |  rankre  und  Itslien  16,  Russland  8).

die  angewandte  T.  dic  eigentliche  Gefechts-  |  (Vgl.  v.  Scherf,  ‚Die  Lohro  von  der  Truplehre
  mit  allem,  was  mit  Ihr  in  Zusainmen-  '  ponverwendung  etc.‘,  Berl  t-171)—
hang  sont,  nmfaset.  ‚  Durch  Zusammenstollung  mehrerer  Kom-Von

  dem  Endzwecko  dor  T.,  dem  Ge-   pagnien  (In  den  grössoren  Armceon  Jetzt
focht,  ausgehend.  unterscheidet  man  vier  ,  durchwog  4,  varlrt  sonst  aber  bis  10)
oa  elemente,  auf  welchen  sich  das  Go-  ,  orhält  man  das  Batailion,  zeichen  2  früher
ude  der  taktischen  Lehren  aufrichtet:  |  als  tsktische  Einhelt  galt.  2—4  Batalllone
faire  {AngrifN,  a  lesen  vier  |  weiche  ein  Rogimo:  at  2  Rog.  eino  Brig.,
ernkanpf  u  Nah  ,  Diesen  ho  Truppenkörper  v.  Scherff  sehr  tref-Grundeleraonten
  &  erostend  werden  “as!  end  als  ‚Gefechtseinheiten  1.  u.  9.  Grades‘
Kampfmittol  vorschloden  sein,  daher  E  vor  bezel  chnet.  Die  grösseren  Verbände  (Div.
schledene  ‚Truppengattungen‘  od.  ‚Waffen‘:  und  Armoekorps)  treten  nirgends  mehr  als
Infanterie  Wäger  und  Schützen),  Kacallerie,  '  reine  Infanterie-  Verbände  auf.  —  Neben  der