Contents : Spittler’s sämmtliche Werke. Vierzehnter Band. (14)

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auch  an  Amelot  einen  Mentor,  der  ihn  nie  mehr  die  alten
Fehler  begehen  ließ.

Im  bölligsten  Triumphe  kam  also  die  Prinzessin  nach
Spanien  zurück,  und  ihr  neues  Regiment  war  so  unumschränkt,
  ihr  Muth  so  gestiegen,  daß  sie  bald  nicht  mehr  zufrieden
  war,  unter  dem  Namen  einer  Ober-Hofmeisterin  als
Allmächtige  in  Spanien  zu  regieren,  soudern  sie  wollte  ein
kleines  Land  haben,  wo  sie  selbst  auch  unter  ihrem  Namen  als
souveraine  Frau  Befehle  ertheilen  könnte.  Sie  benutzte  den
Zeitpunkt,  da  der  König  von  Spanien  mit  seinen  noch  übrigen
  Niederlanden  dem  erulirenden  Kurfürsten  von  Bayern  ein
Geschenk  machte,  und  ließ  bei  diesem  Geschenke  sogleich  die
Stipularion  beisügen,  daß  ihr  der  Kurfürsi  zum  lebenslänglichen
  Genusse  und  zur  lebenslänglichen  souverainen  Regierung
ungefähr  so  viel  Land  einräumen  müsse,  als  jährlich  100,000
Liores  Revenüen  abwersfe.

Die  neue  Souverainetät  hieß  La  Roche;  so  hieß  nämlich
  der  Hauptort  derselben,  und  der  gab  der  ganzen  Herrschaft
  den  Namen.  Sie  machte  ein  geschlossenes  Territorium.
Sie  litt  in  der  Folge  verschiedene  Veränderungen  und  verschiedene
  Translokationen,  bis  sie  endlich  völlig  wieder  verschwand.

Auf  eine  Translokation  dieser  Art  hatte  die  Prinzessin
das  letzte,  größte  #eblingeprojekt  ihres  Lebens  gebaut,  und
sie  schien  gar  nicht  glauben  zu  wollen,  dah  dieses  Projekt
mißlingen  könne.  Sie  wollte  über  ihre  niederländische  Souverainetät
  mit  Ludwig  XIV.  einen  Tausch  treffen,  gegen  den
souverainen  Besitz  von  Touraine  und  des  Landes  von  Amboise
  ihre  Souverainetät  an  Frankreich  abtreten,  und  nach
ihrem  Tode  moͤchte  Beides  wieder  zurückfallen  an  die  französische
  Krone.  So  dachte  sie  alsdaun  Spanien  zu  verlassen,
und  in  ihrer  neuen  französischen  Souverainetät,  ein  souverainer
  Nachbar  Konig  Ludwigs  XIV.,  ihre  Tage  zu  beschließen.