Contents : Gesetzsammlung für das Fürstenthum Schwarzburg-Rudolstadt. Vierundzwanzigster Jahrgang. 1863. (24)

1863.  E

Nachdem  die  Fürstlich  Schwarzburgische  Staatsregierung  in  Rudolstadt  nach  ersolgtem
  Einvernehmen  mit  dem  Königlich  Preußischen,  dem  Großherzogl.  Sächsischen
und  dem  Herzoglich  Sachsen=  Altenburgischen  Gonvernement  beschlossen  hat,  eine
Telegraphen-Linie  von  Rudolstadt  nach  Neustadt  an  der  Orla  zum  Anschluß  an  die
daselbst  befindliche  Königlich  Preuhische  Telegraphen=  Station  anzulegen,  so  ist  über
die  Ausführung  dieses  Unternehmens  mit  Höchster  Genehmigung  Seiner  Hoheit  des
Herzogs  von  Sachsen-Altenburg  und  Seiner  Durchlaucht  des  Fürsten  zu  Schwarzburg
  rc.  zwischen  dem

Herzoglich  Sächsischen  Ministerium  in  Altenburg  und  dem
Fürstlich  Schwarzburgischen  Ministerium  in  Rudolstadt
nachstehende  Uebereinkunft  abgeschlossen  worden:
Art.  1

Art.  1.

Die  Herzoglich  Sachsen-Altenburgische  Regierung  gestattet,  daß,  unbeschadet
ihrer  Landeshoheit,  eine  oberirdische  Telegraphen=  Linie  mit  beliebiger  Anzahl  von
Leitungsdrähten  von  Rudolstadt  aus  längs  der  Chaussee  über  Kirchhafel,  Epelbach,
Uhistädt,  Zeutsch,  Naschhausen,  Freienorla  und  Hummelshain  nach  Neustadt  a.  O.
durch  das  Herzogliche  Staaksgebiet  von  der  Fürstlich  Schwarzburgischen  Regierung
für  ihre  Rechnung  in  Ausführung  gebracht  und  zur  Staats=  und  Privat-Correspondenz
  benutzt  werde.  Sie  sichert  dem  Unternehmen  den  in  den  Landesgesetzen  begründeten
  Schutz  zu,  behält  sich  aber  znbrit  Kündigung  vor.

Insoweit  bei  Herstellung  der  2  d1.  .  inie,  d.  h.  bei  Ausstellung  der
Telegraphenstangen  oder  bei  der  sonstigen  Befestigung  der  Leitungsdrähte,  Staatsstraßen
  oder  andere  zur  Verfügung  der  Staatsverwaltung  stehende  Grundstücke  und
Gebäude  berührt  werden,  wird  die  Herzoglich  Altenburgische  Regierung  der  Fürstlich
Schwarzburgischen  Regierung  die  unentgeltliche  Benutzung  derselben  für  diesen  Zweck
einräumen,  auch  die  nöthigen  Anordnungen  ertheilen,  damit  die  hierzu  erforderlichen
Arbeiten  unbehindert  ausgeführt  werden  können.  Werden  hingegen,  insbesondere  bei
der  Durchführung  der  Telegraphen-Linie  durch  Ortschasften,  Communal,  oder  Privatgrundstücke
  und  Gebäude  berührt,  so  bleibt  zwar  die  desfallsige  Vereinigung  mit
den  Betheiligten  der  Fürstlich  Schwarzburgischen  Regierung  in  der  Hauptsache  überlassen,
  die  Herzoglich  Altenburgische  Regierung  wird  jedoch  auf  desfallsigen  Antrag
ihre  Vermittelung  dafür  eintreten  lassen,  daß  in  solchen  Fällen  die  Herstellung  der
Telegraphen-Linie  unbeanstandet  erfolgen  könne.