Vorwort.
Der Herausgeber hat im Hinblick auf den ganz bestimmten
Zweck vorliegenden Handlexikons sich von dem bis jetzt in Mi-
litär-Encyklopädien befolgten Gebrauch insofern emancipirt, als
er das Werk in eminentem Sinne modern gestaltete.
Dieser Zweck ist, ein wirkliches Handbuch zu schaffen,
das in bequemer Form leicht mitzuführen ist und dem Militär
wie jedem Gebildeten über alle Gegenstände des Kriegswesens
zu Land und zur See augenblickliche zuverlässige Auskunft giebt.
Nun ist es klar, dass ein solches Handbuch nicht gleich
einer vielbändigen Encyklopädie die Kriegskunst aller Zeiten mit
Ausführlichkeit behandeln kann. Dazu fehlt der Raum. Der
Herausgeber hat daher den Plan verfolgt, nur das für die
Gegenwart Wichtige eingehend darzustellen, das Aeltere
dagegen skizzirend zu behandeln. Die Geschichte der Entwick-
lung der Kriegskunst im Alterthum und Mittelalter ist in einem
einzigen grösseren Artikel „Kriegskunst“ zusammengefasst, die
Geschichte der Kriege älterer Zeiten ist ganz weggelassen worden.
Dagegen sind die wichtigsten Kriege der Neuzeit, und
besonders die Kriege seit der franz. Revolution, innerhalb der
die verschiedenen Staaten betreffenden Artikel unter Würdigung
der politischen und strategischen Momente ihrem innern Zu-
sammenhange nach, die Kriege von 1866 und 1870—1871 auch
kritisch dargestellt. Die Biographien sind dementsprechend
behandelt. Nur den in der Neuzeit bedeutenden Heerführern und
Militär-Schriftstellern sind eingehende Spezial-Artikel gewidmet.
Alsdann ist jenem Theil der Kriegskunst, der entsprechend
den allgemeinen Fortschritten der Wissenschaft sich in der Neu-
zeit ganz besonders entwickelt bat, eine ganz besondere Auf-