Metadata : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1911. (38)

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Concurrenzfragen  zu  den  Justizsachen  gerechnet  und  insbesondere  auch  nicht  unter  die
„administrativ-kontentiösen“  Sachen  eingereiht  (vgl.  Seuffert  a.  a.  O.).  Dabei  wurde,
wie  in  dem  unten  erwähnten  Kompetenzerkenntnis  vom  17.  Oktober  1859  mit  klaren
Worten  ausgesprochen  ist,  keineswegs  verkannt,  „daß  die  Entscheidung  von  Streitigkeiten
über  die  Pflichten,  welche  aus  dem  Gemeindeverband  entspringen,  zu  den  Administrativbehörden
  competiert,  da  die  Gesetze,  aus  welchen  dieselbe  zu  schöpfen  ist,  Teile  des  öffent—
lichen  Rechtes  sind“,  aber  eben  auch  gleichzeitig  die  Ansicht  als  unrichtig  bezeichnet,  „daß
die  Frage,  ob  die  Gemeindeglieder  zu  Gunsten  der  primär  oder  subsidiär  Baupflichtigen  mit
Hand-  und  Spanndiensten  unentgeltlich  concurrieren  müssen,  in  den  Gesetzen  über  die  Ver—
fassung  und  Verwaltung  der  Gemeinden  und  in  dem  Gemeinde-Umlagengesetze  ihre  Entscheidungsquelle
  habe“.

Auf  dieser  Grundlage  hat  gerade  auch  für  Streitigkeiten  über  die  Konkurrenzverpflichtung
der  Angehörigen  einer  Filialkirchengemeinde  mit  Hand=  und  Spanndiensten  zu  Kultusbauten
in  der  Hauptgemeinde  der  frühere  Kompetenzsenat  des  bayerischen  Obersten  Gerichtshofes
am  19.  Juli  1858  (Reg.  Bl.  S.  1025  ff.)  und  am  17.  Oktober  1859  (Reg.  Bl.  S.  1042  ff.)
die  Gerichte  für  zuständig  erklärt  und  der  bayerische  Oberste  Gerichtshof  (Slg.  B.  1  S.  290,
Bd.  2  S.  158,  Bd.  3  S.  497,  letzteres  eine  Plenarentscheidung  vom  26.  Juli  1873)
dies  als  selbstverständlich  seiner  Entscheidung  zugrunde  gelegt,  indem  sie  von  dem  Gedanken
ausgingen,  daß  die  Frage,  ob  die  Kirchengemeindeglieder  zugunsten  der  primär  oder  subsidiär
Baupflichtigen  unentgeltlich  mit  Hand=  und  Spanndiensten  konkurrieren  müssen,  sowohl
nach  den  älteren  als  nach  den  neueren  Gesetzen  und  Verordnungen  privatrechtlicher  Natur
sei  —  eine  Ansicht,  die  auch  von  Seuffert,  Kommentar  über  die  bayerische  Gerichtsordnung,
2.  Aufl.  Bd.  1  S.  183,  Krick,  kirchliche  Baupflicht  und  kirchliches  Bauwesen,  S.  94  ff.
und  Handbuch  der  Verwaltung  des  Kirchenvermögens  im  Königreich  Bayern  diesseits  des
Rheins,  4.  Aufl.  S.  77,  Luthardt,  Bl.  f.  adm.  Pr.  Bd.  28  S.  260  und  Knilling
ebenda  Bd.  47  S.  41  vertreten  wird.

Dies  war  die  Rechtslage,  als  das  Verwaltungsgerichtshofgesetz  vom  8.  August  1878
erging  und  zunächst  in  Artikel  10  Ziff.  13  den  Verwaltungsgerichtshof  für  zuständig
erklärte  für  „Ansprüche  und  Verbindlichkeiten  aus  dem  Kirchen=  und  Pfarrverband,  Dienste,
Umlagen,  Abgaben  und  andere  Leistungen  für  kirchliche  Zwecke“,  aber  auch  in  Art.  13  Abs.  1
bestimmte:  „Die  Zuständigkeit  des  Verwaltungsgerichtshofes  erstreckt  sich  nicht:

1  auf  Rechtssachen,  welche  vor  die  Zivil-  oder  Strafgerichte  gehören"“.  Dies
letztere  trifft  aber  nach  den  vorstehenden  Darlegungen  gerade  bezüglich  der  Baulast=  und
Concurrenzstreitigkeiten  zu.

Auch  durch  die  Einführung  der  sog.  großen  Reichssjustizgesetze  wurde  in  dieser  Beziehung
keine  Aenderung  herbeigeführt.  Nach  §  4  Ec.  z.  GV  ist  die  Landesgesetzgebung  nicht

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