VIII
a) Es sehlt uns ein Zeichen für den Laut des g im frz. génie, gleich dem des j im frz. jardin.
Wir haben dafür, um zugleich vie Ahnlichkeit mit — und die Verschiedenheit von — dem im Deutschen
durch sch bezeichneten Laut anzudeuten, die Buchstabenverbindung sh gewählt, also für die oben erwähnten
französischen Wörter (vgl. § 16) die Bezeichnung sheni; shardeng 2c.
b) Für die eigenthümlichen Laute des engl. th haben wir die Bezeichnungen dh und th gewählt,
jene für das gelispelte s, diese für das gelispelte ß.
e) Das engl. v ist bezeichnet durch uw.
d) In Wörtern aus den semitischen Sprachen (dem Hebräischen, Arabischen rc.) ist dasch immer
als Kehl-, nicht als Gaumenlaut zu sprechen, d. h. so wie er im Deutschen (außer in der Verkleinerungssilbe
chen) regelmäßig nach a; o; u; au lautet.
e) Auslautendes d und t unterscheide man in Wörtern, wie: Präparan d und Präparant; Vigiland
und Vigilant 2c.
8 14. Das in Fremdwörtern vorkommende v, v entspricht regelmäßig dem im Deutschen durch
wbezeichneten Laut und ist also, wo nichts Andres bemerkt ist, auch so auszusprechen, vgl. die Wörter
auf iv, wo das v wie f lautet, aber bei Verlängrung um eine oder mehrere Silben den Laut des w annimmt,
z. B. Metiv (spr. motif), aber: Moilve, motivieren (mit dem Laut w); ebenso passiv (spr. passif),
Pässiv (spr. Pässif), aber: Passiva; passiver Widerstand; Passivität 2c., so namentlich das Eigenschaftswort
vif, dazu: Ein vives Regen und Treiben 2c., vgl. Vive Lipr. wiw] la republique 1 2c.
8 15. a) In der Silbe ti mit tonlosem i vor Vokalen lautet in Wörtern der latein. und der
romanischen Sprachen das t in der Regel wie deutsches z, wenn vor dem t nicht ein s. t oder x steht, z. B.
bei den vielen Wörtern auf — tiön, wie Abjectiön; Ablokatiön; Abolitiön; Absolutiön; Abstraktiön; Natiön 2c.;
ferner: Abolitionist; nationäl 2c.; Justitia (vgl. Justi); Justitiärlius); Nüntius 2c.; dagegen mit dem Lant des
t nach s, z. B. in Söstium; Ostiärius; Vestiärius; Höstke 2c.; serner in mürtio 2c. und mit betontem i in
Elephantiasis r2c., wie Üüberhaupt in griech. Wörtern, z. B.: Antenantköse; Enantlodromte; Himätson, Leöntken;
Pheiditkon; Syssitlon rc.
Vgl. namentlich Notiön (lat., spr.: nozion) und Notioldg 2c. (gr., spr.: noti-olög); ähnlich
Stia (lat., spr. özia), als Mz. zu ötium und: Htia (gr., spr. öli-a), als Mz. zu Stion, wie
Ottäter 2c.
b) Bei vielen Eigenschaftswörtern auf —ant aus dem Französischen haben wir (vgl. § 16) das a
mit einem versehn und daneben in Klammern die der nasalen Aussprache des Französischen entsprechende
Bez. —äng gesetzt, um so anzudeuten, daß neben dieser frz. Weise die deutsche (ohne Nasallaut mit tönendem
t), nam. bei Verlängrungen vor einem e Platz greift, z. B.:
Elegänt (frz. -äng) u. ä. m.
8 16. Um zugleich mit der betonten Silbe deren Dehnung oder Schirfung hervorzuheben, setzen
wir jedesmal über den Vokal der betonten Silbe, wenn er gedehnt ist, das Zeichen, wenn er geschärft
ist, das Zeichen (was natürlich mit der Bezeichnung der Quantitit in der Ursprache Nichts zu thun hat),
z. B. der Doͤlior, die Doktören, womit bezeichnet ist, daß in der Einzahl des Worts die erste Silbe betont
und zugleich geschärft ist, also auszusprechen, wie die erste Silbe des deutschen Worts Decke; daß dagegen
in der Mehrzahl die zweite Silbe betont und zugleich gedehnt ist, also auszusprechen wie in dem deutschen
Wort Thor 2c. So z. B. auch Anatöm; Astronöm; Philolög; Philosöh; Philosoph##e 2c., sämmtlich mit betonter
und gedehnter Endsilbe (wobei es uns hier nicht berührt, daß die entsprechenden Friechischen Wörter
für den mit § bezeichneten Laut keln langes o oder o mega — — sondern ein kurzes o oder o mikron
— o — haben und daß die Endung —le einem 2cr (Ia) mit kurzem i entspricht).
8 17. Ist der betonte Laut (s. § 16) ein Diphthong oder Digraph, so haben beide ihn bildende
Buchstaben das Dehnungszeichen, z. B. Näm sausgesprochen wie ätu]; Aäron; Bääl 2c.; Fes Allés: Idẽt c.;
Barbier; barbieren; regieren; Regisrung 2c.; Lööp; Löölse; Tösn-Bank 2c.; Bäfram oder Beiram; Mäiran 2c.;
De oder Dehj; Kleidagra; Peitho rc.; Böl oder Böh; #ula; Näütik rc.; Nel#rum; Rheüma rc.