Metadata : Feldzüge der Bayern 1643, 1644 und 1645

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Erläuterungen  zu  den  Kartogrammen.

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Das  Kartogramm  Nr.  I  soll  veranschaulichen,  in  welchen  Verwaltungsbezirlen  der  seit  1892  an  der
einheitlichen  Todesursachenstatistik  beteiligten  Staaten  des  Deutschen  Reiches  die  Säuglingssterblichkeit,
d.  h.  die  Sterblichkeit  unter  den  Kindern  des  ersten  Lebensjahres  zugenommen  oder  abgenommen  hat.  1)
Zum  Vergleich  sind  die  auf  je  1000  Lebendgeborene  umgerechneten  Summen  der  Säuglingssterbefälle
einerseits  von  1892  und  1898,  andererseits  von  1899  und  1900  benutzt  worden.  Es  zeigt  sich,  daß  —  im
Verhältnis  zu  je  1000  Lebendgeborenen  —  die  Zahl  der  Säuglingssterbefälle  in  547  Kreisen,  Bezirksämtern  2c.
zugenommen,  in  385  gesunken  und  in  3  derartigen  Bezirken  (Kr.  Königsberg  i.  Nm.,  Kr.  Geldern,  Bez.-Amt
  Bamberg  1)  unverändert  geblieben  ist.  Eine  Zunahme  um  mehr  als  20  %  wurde  in  165  Kreisen  2c.
beobachtet,  eine  Abnahme  um  mehr  als  20  %  in  38  Kreisen  2c.,  eine  Zunahme  um  mehr  als  300  in
77,  eine  Abnahme  um  mehr  als  30  0%  in  nur  8  der  betreffenden  Berwaltungsbezirke.  In  je  121  Bezirken
war  die  Zunahme  oder  die  Abnahme  nur  geringfügig,  nämlich  zwischen  0,1  und  5%%.

Abgenommen  hat  die  Säuglingssterblichkeit  besonders  in  Württemberg,  Sachsen  und  Elsaß-Lothringen,
  was  daraus  sich  ergibt,  daß  hier  in  40  bezw.  18  und  13,  also  zusammen  in  71  Bezirken  eine  Abnahme
  und  in  nur  24,  10,  9,  zusammen  48  Bezirken  eine  Zunahme  festgestellt  worden  ist.  Innerhalb  des
Königreichs  Preußen  wurde  überwiegend  eine  Abnahme  in  den  Provinzen  Ostpreußen,  Brandenburg,  Schlesien,
Sachsen,  Hessen-Nassau  beobachtet,  denn  in  diesen  fünf  Provinzen  kam  eine  Abnahme  in  21,  23,  41,  23,
27,  zusammen  135  Kreisen  auf  eine  Zunahme  in  15,  15,  24,  22,  15,  zusammen  91  Kreisen;  innerhalb
Bayerns  war  nur  in  Niederbayern  und  Schwaben  die  Abnahme  (in  13  und  21  Bezirken)  häufiger  als
die  Zunahme  (in  12  und  9  Bezirken),  endlich  wurde  in  Berlin  und  im  Staate  Hamburg  lediglich  eine
Abnahme  beobachtet.

Die  Zunahme  der  Säuglingssterblichkeit  zeigt  sich  namentlich  in  Baden  sehr  deutlich,  insofern  als
hier  in  39  Amtsbezirken  eine  Zunahme  und  nur  in  13  Amtsbezirken  eine  Abnahme  festgestellt  worden  ist.
Während  ferner  im  Gesamtstaate  Preußen  für  342  Kreise  eine  Zunahme,  für  205  eine  Abnahme
festgestellt  wurde,  kam  in  einzelnen  Provinzen  Preußens,  namentlich  in  Westpreußen,  Pommern,  Schleswig-Holstein,
  Westfalen,  Hannover  die  Abnahme  noch  weniger  als  in  Baden  gegenüber  der  Zunahme  in
Betracht,  denn  in  den  letztgenannten  fünf  Provinzen  und  in  der  Rheinprovinz  wurde  eine  Abnahme  in
nur  1,  2,  2,  7,  18,  26,  zusammen  56  Kreisen,  dagegen  eine  Zunahme  in  26,  28,  21,  36,  60,  47,  zusammen
  218  Kreisen  beobachtet,  ferner  kam  innerhalb  des  Königreichs  Bayern  in  der  Pfalz,  in  Unterfranken,
Oberfranken,  Oberpfalz,  Oberbayern,  Mittelfranken  auf  eine  Abnahme  in  3,  8,  8,  7,  11,  11,  zusammen  48
Bezirksämtern  bezw.  unmittelbaren  Städten  eine  Zunahme  in  10,  16,  15,  13,  20,  14  solcher  Bezirke.  Auch
in  Sachsen-Coburg-Gotha  und  innerhalb  des  Staates  Bremen  war  eine  Zunahme  häufiger  als  eine
Abnahme,  während  im  Großherzogtum  Hessen  und  in  den  4  hohenzollernschen  Kreisen  eine  Abnahme  ebenso
  oft  wie  eine  Zunahme  beobachtet  worden  ist.

Am  stärksten  machte  sich  die  Zunahme  der  Säuglingssterblichkeit  in  der  unmittelbaren  Stadt
Nürnberg  (um  103,r  %)  bemerklich,  demnächst  im  Landkreise  Dortmund  (102,  /),  im  Kreise  Ruhrort  (98,,  0)
und  im  ehemaligen  Kreise  —  jetzt  Stadt=  und  Landkreise  —  Recklinghausen  (970/0).  Sehr  beträchtlich  (um
mehr  als  50  00)  hat  ferner  die  Säuglingssterblichkeit  zugenommen  im  badischen  Amtsbezirk  Säckingen
(um  79,100),  im  hannoverschen  Kreise  Blumenthal  (75,1  0%/0),  in  den  Kreisen  Bochum  (71f,1),  Danziger  Höhe
(66,,),  Essen  (60,1),  Neckarsulm  (58,0),  Aschendorf  (57,6),  Ahaus  (56),),  Lehe  (55,6),  Düsseldorf  (53,,)  Inowrazlawm
  (52,)  und  in  den  Stadtkreisen,  bezw.  unmittelbaren  Städten  Bielefeld  (65,0),  Stettin  (64,7),
Linden  (63,6),  Dortmund  (61,),  Augsburg  (54.:),  Duisburg  (53,0),  Cassel  (52,-),  Gelsenkirchen  (5200),
Hamm  (51)-),  Aschaffenburg  (50,5).

Die  stärkste  Abnahme  der  Säuglingssterblichkeit  wurde  im  Bezirksamte  Nürnberg  (—  65,1  00)
beobachtet,  demnächst  im  Bezirksamt  Brückenau  (—  44),  im  Landkreis  Frankfurt  a.  M.  (—  418),  im  Kreis
Marburg  (—  39,5),  im  Bezirksamt  Schwabach  (—  38,),  im  Kreis  Znin  (—  36,0),  endlich  in  der  Stadt
Hamburg  nebst  Vororten  (—  31,,  %).  In  Berlin  wurde  ebenfalls  eine  Abnahme  beobachtet  (um  8,,  0),
dagegen  eine  Zunahme  u.  a.  in  den  außerpreußischen  Großstädten  München  (+  14,2  90),  Dresden
(+  22,  %),  Stuttgart  (+  8,  0o)  Straßburg  (+  11,5%),  Bremen  (+  12,00.

1)  Die  verschiedene  Höhe  der  Säuglingssterblichkeit  von  1892—1897  veranschaulicht  das  Kartogramm,
  Tafel  III  zu  Band  VI  der  Med.  stat.  Mitteilungen.