Vorck.
Ein kurzer Lebensabriß steht auf Seite 41 und 42.
.. Bei Gefechten, besonders je bedeutender sie zu werden
schienen, war er ein eigentümlicher Mann. Gewöhnlich ritt er
dann, nachdem er alles angeordnet hatte, ernst und in Ge—
danken vertieft eine große Kcht, bis der erste Kanonenschuß
fiel, worauf sich seine Gesichtszüge erheiterten, und er zu
sagen pflegte: „Jetzt nimmt der liebe Gott sich der Sache an!“
Wenn er gut aufgelegt war, so gestattete er es auch,
unsere Ansichten und Meinungen auszusprechen, auch wohl
eine Idee anzugeben und zu besprechen. Dann sagte er wohl:
„Ihr habt gut reden und könnt auch wohl gute Eedanken
haben, hättet ihr aber die Derantwortung und solltet vor dem
Riß stehen, so ist es sehr die Frage, ob ihr ebenso sprechen
würdet!“ Bei Tische sah er es gern, wenn es munter und
harmlos herging und über einen interessanten Eegenstand
disputiert und Ansichten ausgetauscht wurden, wozu er auf
launige Weise zu animieren wußte.
Wo es darauf ankam, war er sehr streng, ohne Unterschied
der Derson. Marodeurs und Nachzügler fanden vor ihm
keine Gnade, und von dem Troß, der sich den Truppenkolonnen
anzuhängen pflegte, war er ein abgesagter Heind. Gewahrte
er auf diese Weise ein Fuhrwerk, so mußte es augenblicklich
auf die Seite geschafft werden, und seine Strenge hierin
ging soweit, daß er einst befahl, den Wagen eines Generals
zu verbrennen, den er in der Kolonne antraf. Eine komische
Szene ereignete sich eines Tages, als er das Korps auf dem
Marsche vor sich vorbeidefilieren ließ, und mit einem Male
solch ein unglücklicher Wagen erschien, der sich der Reserveartillerie
angeschlossen hatte. Entrüstet darüber, daß seine
Befehle noch immer nicht, wie er es verlangte, respektiert
wurden, rief er dem Kutscher, der zu Fuß nebenherging, mit
zorniger Stimme zu: „Wem gehört der Wagen?“" — worauf
derselbe, die Deranlassung nicht kennend, ganz unbefangen
und selbstzufrieden antwortete: „Dem General Nurk!“
Weder der General noch seine Umgebung konnten sich des
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