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unreinliche Behandlung der Geburtswunden Blutvergiftung entstand.
Das gleiche hat man bei verwundeten Kriegern beobachtet.
Behandlung. Die sorgfältigste, reinlichste Behandlung der Wunden verhütet
den Ansbruch des Eiterfiebers. Deuten aber allerlei Anzeichen darauf
hin, daß sich eines entwickeln könnte, dann mache man bei schon vorhandenem
Fieber Ganzpackungen, deren Dauer sich nach dem Zustand richtet und lasse
dunsten. über Wundbehandlung findet sich näheres unter Buchstabe W. Bei
anhaltenden Schüttelfrösten sind heiße Bäder von 40% C. angebracht, langsam
aufsteigend, darnach Trockenpackung mit starker Erhitzung (siehe „Einpackung")
und darauffolgendem Halbbad von 33° C. sowie kühleren Übergießungen bis
etwa 22° C. Kräftige Schweißerzeugung kann rettungbringend werden. Häufige
kleine Klystiere, Obstdiät, weitgeöffnete Fenster unterstützen die Heilung gewaltig.
Eiweiß. Es findet sich in allen organischen Körpern als Albumin,
Faserstoff oder Käsestoff; alle Eiweißstoffe zersetzen sich leicht und werden aus
dem gesunden Körper auch wieder entfernt. (Siehe zweites Kapitel „Ernährung",
I. Teil.) Da sie sich am Aufbau aller organischen Gewebe beteiligen, müssen
sie auch in unserer Nahrung enthalten sein. Ein „zu wenig“ schädigt uns
auf die Dauer, ein „zu viel“ macht uns aber krank, indem der Organismus
die Zersetzungsprodukte der Eiweißkörper nicht mehr auszuscheiden vermag
und deren Ansammlung Ursache von Krankheiten wird. Ihre Zersetzungsprodukte
sind Harnstoff, Harnsäure, Hippursäure, Kreatin und anderes mehr.
Skel. Man bezeichnet damit gewöhnlich den Abscheu vor Speise und
Trank, der bei Verdauungsstörungen, bei überfülltem Magen, bei nervösen
Reizzuständen sich einstellt. Man glaubt, daß er hauptsächlich durch den
Magen-Lungennerv, den Vagus, entsteht. Er kann ebenso krankhaft sein wie
instinktiv begründet. Niemals unterdrücke man ihn, wo er sich einstellt; denn
er ist immer ein Signal, ein Verhütungs= oder Heilmittel. Der Widerwille
gegen bestimmte Speisen, die sogar Erbrechen hervorrufen, wenn sie hineingezwungen
werden, ist oft physiologisch begründet, d. h. es besteht eine gewisse
Unfähigkeit, dieselben zu verdauen und daher die Unlust. Oft aber entsteht
auch der Ekel durch Gedankenverbindung, indem eine bestimmte Speise andere
unangenehme Vorstellungen erweckt. Dies ist z. B. beim Spinat der Fall,
den so viele nicht leiden mögen. Manchmal läßt sich solcher Widerwille überwinden;
bei Nervösen und Schwächlichen aber stehen die damit verbundenen
Aufregungen nicht im Verhältnis zur Wichtigkeit des Gegenstandes. Man
lasse sie also ruhig meiden, was ihnen widerlich ist, und quäle besonders
Kinder nicht. Das „Aussuchen“ bei den Mahlzeiten ist immer ein krankhaftes
Zeichen; denn wer gesunden Hunger hat, ißt, was er bekommt, und tut nicht
gnädig. Man forsche dann lieber der Appetitlosigkeit nach und behandle die
übergroße Empfindlichkeit des Nervensystems, statt Vorwürse zu machen.
In vielen Haushaltungen wird gerade der Widerwille vor Fleischnahrung
wie eine Art Verbrechen behandelt, als ob jeder Fleisch essen müßte, und