Full text : Ereignisse und Gestalten 1878-1918

um  so  heller  strahlen  wird.  Und  damit  nicht  genug.  Wo  immer
bei  unseren  Bundesgenossen  Not  eintrat  —  deutsches  Eingreifen,  oft
mit  schwachen  Truppen,  stellte  stets  die  Lage  wieder  her  und  brachte
oft  namhafte  Erfolge.  Deutsche  fochten  auf  allen  Kampfplätzen  des
ausgedehnten  Weltkrieges.

Fürwahr,  die  heldenmütige  Tapferkeit  des  deutschen  Volkes  hätte
ein  besseres  Los  verdient,  als  daß  sie  dem  tückischen  Dolchstoße  von
hinten  zum  Opfer  fiel.  Es  scheint  deutsches  Schicksal  zu  sein,  daß
Deutsche  immer  durch  Deutsche  besiegt  werden.  Jüngst  las  ich  das
leider  nicht  unberechtigte  Wort:  In  Deutschland  hat  jeder  Siegfried
seinen  Hödur  hinter  sich.  —

Schließlich  noch  ein  Wort  über  die  deutschen  „Kriegsgreuel“
und  zwei  Beispiele  dazu!

Nach  dem  Einrücken  in  Nordfrankreich  habe  ich  sofort  den  Schutz
der  Kunstdenkmäler  befohlen.  Jeder  Armee  wurden  Kunsthistoriker
  und  Professoren  zugeteilt,  die  umherreisten  und  die  Kirchen,
Schlösser,  Burgen  usw.  besichtigten,  aufnahmen  und  beschrieben.
Unter  anderen  hat  sich  besonders  der  Konservator  der  Rheinprovinz,
Professor  Clemen  hervorgetan,  der  mir  im  Felde  Vortrag  über  den
Schutz  der  Kunstdenkmäler  zu  halten  hatte.  Alle  Sammlungen  in
Städten,  Museen  und  Schlössern  wurden  katalogisiert  und  numeriert.
Wo  sie  durch  den  Kampf  bedroht  schienen,  wurden  sie  abtransportiert
und  in  Valenciennes  und  Maubeuge  in  zwei  prachtvollen  großen
Museen  zusammengestellt  und  sorgsam  behütet;  be  jedem  Stück  war
der  Name  des  Besitzers  vermerkt.  Die  alten  Fenster  der  Kathedrale
von  St.  Quentin  wurden  von  deutschen  Soldaten  mit  Lebensgefahr
  unter  englischem  Granatfeuer  herausgeholt.  Die  Geschichte
der  Zerstörung  der  Kirche  durch  die  Engländer  ist  durch  einen
deutschen  katholischen  Priester  beschrieben,  mit  Photographien  versehen
veröffentlicht  und  auf  meinen  Befehl  an  den  Papst  gesandt  worden.

In  dem  Schlosse  von  Pinon,  das  der  Prinzessin  de  Poix  ge-221