Contents : der Weltkrieg 1914. Band 2. (1)

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seine  große  philosophische  Reform  anfing?  Ach,  wenn  nur
deine  Reformation  boffnungsvoller  und  tiefergehend  gewesen
wäre!  Das  ganze  Wesen  mit  einem  solchen  Generalseminarium,
  als  auch  wir  in  Löwen  haben  sollen,  ist  doch  nur  ein
etwas  besser  vergoldeter  Mönchszuschnitt,  als  der  vorige  war;
denn  es  ist  zu  viel  gewagt,  die  ganze  tbeologische  Aufklärung
eines  großen  Landes  auf  einen  glücklich  oder  unglücklich  gewählten
  Regens  ankommen  zu  lassen;  die  Gegenpartie  wirdsich
  gewiß  unvermerkt  dieser  Stelle  zu  versichern  wissen.

Aber  deine  Edikte,  die  bloß  unsere  Universität  reformiren
sollten,  haben  die  schönsten  Privilegien  derselben  zernichtet.
Uralte  Rechte  hast  du  ihr  genommen;  Rechte,  worauf  auch
die  blühendsten  Universitäten  Deutschlands  gegründet  sind,  *)
Rechte,  die  der  vollen  Wirksamkeit  unserer  Universstät  höchst
günsiig  waren,  *5)  also  auch  deinen  großen  gemeinnützigen
Absichten  hochst  günstig  gewesen  wären,  wenn  einmal  Aufklärung
  und  Wahrheit  in  allen  fünf  Fakultäten  unserer  Universität
  siegte.

Unser  Recht  soll  uns  genommen,  unsere  ganze  Justiz-Verfassung
  zerstört,  der  beschworene  Freiheitsbrief  aufgehoben,
unsere  ständische  Konstitution  fast  zernichtet,  unser  Eigenthum
uns  entrissen  werden  —  gibt's  denn  ganz  keinen  Fall,  wo
der  entschlossenste  Widerstand  eines  Volks  doch  der  rechtmäßigste
  Widerstand  isi?  Wer  mehr  als  du,  der  alles  Edle  und
Große  so  ganz  fühlt,  wer  mehr  als  du  müßte  ein  Volk  verachten,
  das  sich  Alles  und  Alles  geduldig  nebmen  ließe?  Wenn
wir  uns  für  unser  Eigenthum  nicht  wehrten,  so  würden  wir

)  Forum  privilegiatum.

*)  Das  Recht  der  Universitaͤt  Loͤwen,  eine  große  Menge  von  Pfründen
  zu  vergeben.