Full text : Das Friedensangebot der Mittelmächte.

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Opfer  zu  bringen,  die  in  der  Geschichte  ohne  Beispiel  dastehen.  England
trägt  diese  schweren  Lasten  nicht  nur,  um  hiemit  seine  Vertragsverpflichtungen
  zu  erfüllen  oder  um  den  Sieg  über  die  eine  oder  die  andere  Völkergruppe
  zu  sichern,  sondern  weil  es  fest  überzeugt  ist,  daß  von  dem  Sieg
der  Alliierten  die  Aussicht  auf  eine  friedliche  Zivilisation  und  internationale
Reformen  abhängt,  die,  wie  die  besten  Denker  sowohl  der  neuen  als  der
alten  Welt  erhoffen,  auf  die  Katastrophe,  die  wir  jetzt  durchleben,  folgen
werde.“

Wie  die  deutsche  Regierung  es  war,  die  zuerst  und  vor  den
Anregungen  der  Neutralen  mit  der  Note  vom  12.  Dezember  die
Hand  zum  Frieden  gereicht  hatte,  so  war  sie  es  auch,  die,  nachdem
  diese  Hand  von  den  Feinden  zurückgestoßen  und  die  Antwort
  des  Zehnverbandes  auf  die  Wnlson-Note  ihr  bekannt  geworden
  war,  die  Vergeblichkeit  ihres  Versuches  durch  eine  abschließende
  Kundgebung  vor  der  Welt  feststellte.  Dies  geschah  durch
den

12.  Aufruf  des  deutschen  Kaisers
datiert:  Großes  Hauptquartier,  den  12.  Januar  1917.

„An  das  deutsche  Volk!

Unsere  Feinde  haben  die  Maske  fallen  lassen.  Erst  haben  sie  mit
Hohn  und  heuchlerischen  Worten  von  Freiheitsliebe  und  Menschlichıkeit
  unser  ehrliches  Friedensangebot  zurückgewiesen.  In  ihrer  Antwort
  an  die  Vereinigten  Staaten  haben  sie  sich  jetzt  darüber  hinaus
zu  einer  Eroberungssucht  bekannt,  deren  Schändlichkeit  durch  ihre
verleumderische  Begründung  noch  gesteigert  wird.

Ihr  Ziel  ist  die  Niederwerfung  Deutschlands,  die  Zerstückelung
der  mit  uns  verbundenen  Mächte  und  die  Knechtung  der  Freiheit
Europas  und  der  Meere  unter  dasselbe  Joch,  das  zähneknirschend
jetzt  Griechenland  trägt.

Aber  was  sie  in  dreißig  Monaten  des  blutigsten  Kampfes  und  des
gewissenlosesten  Wirtschaftskrieges  nicht  erreichen  konnten,  das  werden
  sie  auch  in  aller  Zukunft  nicht  vollbringen.

Unsere  glorreichen  Siege  und  die  eherne  Willenskraft,  mit  der
unser  kämpfendes  Volk  vor  dem  Feinde  und  daheim  jedwede  Mühsal
und  Not  des  Krieges  getragen  hat,  bürgen  dafür,  daß  unser  geliebtes
Vaterland  auch  fernerhin  nichts  zu  fürchten  hat.  Hellflammende  Entrüstung
  und  heiligster  Zorn  werden  jeden  deutschen  Mannes  und  Weibes
Kraft  verdoppeln,  gleichviel,  ob  sie  dem  Kampf  der  Arbeit  oder  dem
opferbereiten  Dulden  geweiht  ist.